Sonntag, 30. Oktober 2011
Sprachliche Barrieren und Gastfreundschaft
diefranzi, 22:40h
Wenn ich sprachliche Barrieren schreibe, denkt ihr sicher, dass ich das Englische damit meine. Aber nein, Englisch hab ich ja doch gelernt in der Schule. Was ich anscheinend nicht gelernt habe, ist Deutsch. Zumindest das Deutsch, was man in Österreich spricht. Das war ziemlich witzig die Woche. Ich musste manchmal so lachen, weil Christina so ganz putzige Sachen sagt, die für uns so alt und hochtrabend klingen, die für sie aber ganz normal sind. Und Christina hat mich wiederum manchmal angeschaut wie n Auto und mir gesagt, dass es dieses oder jenes Wort nicht gibt – womit sie durchaus Recht haben könnte, denn wir sagen ja viele Sachen, die eigentlich falsch sind.
Da ich jetzt Österreichisch kann, will ich euch auch daran teilhaben lassen. :) Ich passe mich ja auch an und erwische mich gelegentlich dabei, wie ich Dinge sage, die vor 2 Monaten noch gar nicht zu meinem Wortschatz gehörten. So z.B.: Das geht sich (nicht) aus. Heißt: Das passt/klappt ja (oder eben nicht). Oder das Wort „irrsinnig“, was ich auch vorher sicher nie benutzt habe. Christina meinte aber auch, sie sagt z.B. öfter „gucken“, was bei ihr eigentlich „schauen“ sein müsste. Aber am meisten hab ich mich amüsiert, als sie von ihrem „Gewand“ sprach, was in den Koffer muss. Ihr Gewand? Ich dachte, zu welchem Mittelalterfest sind wir denn eingeladen, dass wir unser Gewand mitnehmen müssen? :) Als ich meinte, in dem Zusammenhang hätte ich einfach „Sachen“ gesagt (Ich pack meine Sachen…) oder allenfalls noch „Klamotten“ oder „Kleidung“ , war sie nicht so 100%ig damit einverstanden. Und sie meinte, das Wort „hochwärts“ gibt es nicht…Warum sagen wir das dann andauernd? Genau wie „frühs“. Das weiß ich ja, dass es eigentlich „morgens“ ist, aber warum gibt es denn so viele Wörter, die falsch sind und die man doch benutzt? Und was heißt eigentlich falsch? Kann ich nicht einfach davon ausgehen, dass Begriffe, die im Alltag geläufig sind, auch existieren und damit „richtig“ sind? Also hoch- und runterwärts gibt es nicht. Es gibt nur auf- und abwärts. Jetzt wisst ihr bescheid. Letztens hab ich ne Karte auf m Tisch liegen sehen und fragte, als wir gingen: „Die war aber nicht uns, oder?“ Hinweis, ihr ahnt es: „Die Karte ist uns.“ ist auch kein Deutsch… Da erinnere ich mich an die gute Frau Hampeis, Oberstufenleiterin und in meiner mündlichen Deutschprüfung, die am Ende zu mir sagte: „Ich habe selten eine Schülerin kennengelernt, die so gut mit der deutschen Sprache umgehen kann wie du.“ Das ist gute 4 Jahre her. Verlernt man seine Muttersprache tatsächlich? Können 4 Jahre Frankreich machen, dass ich kein Deutsch mehr kann? Verdammt, das wär doof. Wenn ich jetzt meine Kinder 2-sprachig aufwachsen sehen will und aber selber kein Deutsch kann, wer bringt es ihnen dann bei? Fragen über Fragen…Aber solang es noch Leute gibt, die wenn und wen und denn und den und einen und einem nicht unterscheiden können, glaub ich, bin ich noch auf dem richtigen Weg…
Nachdem ich schon vom Klischee der dicken Amis berichtet habe, will ich mal für ebendiese eine Lanze brechen. Die Amis sind nämlich nicht nur dick sondern auch super nett und hilfsbereit. Das hört man nämlich nicht bis Europa. Wir wurden überall freundlich empfangen – gut, die Hostelmitarbeiter waren ein bisschen verpennt, aber trotzdem nett – man hat uns immer Rede und Antwort gestanden – auch auf ganz dumme Touri-Fragen wie z.B.: „Und was kann man in dieser Independence Hall jetzt sehen?“ (Wahrscheinlich ein Unding, dass man so was nicht weiß. Nichts kann man darin sehen, es ist einfach nur der Ort, an dem die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben wurde. Meine Frage hat also eventuell diese heiligen Hallen leicht beleidigt…) Aber der Mitarbeiter war trotzdem sehr freundlich und hat mich nichts als Kulturbanause und als „die Jugend von heute“ vor die Tür gesetzt. :)
In unserem Hostel in New York konnten wir nicht gleich einchecken, da wir zu früh da waren, wollten aber wissen, ob wir unsere Koffer irgendwo einschließen lassen können. Antwort: „Yes we can.“ Keine Ahnung, ob es das absichtlich so gesagt hat, oder ob die Amis das vielleicht einfach andauernd sagen, aber Christina und ich und auch der Typ mussten gut drüber lachen.
Und im Planet Hollywood gab es erst ein Problem mit unserer Bestellung, dann mussten wir trotz Gutschein noch ein paar Dollar draufzahlen und letzten Endes kam der Kellner zu uns und meinte, er entschuldigt sich dafür, er hat das geregelt, wir müssten doch nichts bezahlen. Als wir ihn relativ überrascht und ungläubig anschauten und uns bedankten breitete er die Arme aus und rief mit einem breiten Lächeln. „Welcome to New York!“
So, damit habe ich, glaube ich, so langsam alles abgearbeitet, was ich zu erzählen habe. Ich bin immer noch nicht richtig wieder angekommen, wenngleich schon eine Hausarbeit geschrieben ist und ich auch gestern den ganzen Nachmittag in der Bibliothek verbracht habe, sodass mich mein eigentliches Leben doch schon zurück hat. Aber beim Einschlafen flitzen mir immer noch immer wieder Bilder von unserer tollen Woche im Kopf rum.
Die Arbeit ruft, ich mach mich wieder auf. Viele liebe Grüße an euch und meldet euch.
Glg
Die Franzi
Da ich jetzt Österreichisch kann, will ich euch auch daran teilhaben lassen. :) Ich passe mich ja auch an und erwische mich gelegentlich dabei, wie ich Dinge sage, die vor 2 Monaten noch gar nicht zu meinem Wortschatz gehörten. So z.B.: Das geht sich (nicht) aus. Heißt: Das passt/klappt ja (oder eben nicht). Oder das Wort „irrsinnig“, was ich auch vorher sicher nie benutzt habe. Christina meinte aber auch, sie sagt z.B. öfter „gucken“, was bei ihr eigentlich „schauen“ sein müsste. Aber am meisten hab ich mich amüsiert, als sie von ihrem „Gewand“ sprach, was in den Koffer muss. Ihr Gewand? Ich dachte, zu welchem Mittelalterfest sind wir denn eingeladen, dass wir unser Gewand mitnehmen müssen? :) Als ich meinte, in dem Zusammenhang hätte ich einfach „Sachen“ gesagt (Ich pack meine Sachen…) oder allenfalls noch „Klamotten“ oder „Kleidung“ , war sie nicht so 100%ig damit einverstanden. Und sie meinte, das Wort „hochwärts“ gibt es nicht…Warum sagen wir das dann andauernd? Genau wie „frühs“. Das weiß ich ja, dass es eigentlich „morgens“ ist, aber warum gibt es denn so viele Wörter, die falsch sind und die man doch benutzt? Und was heißt eigentlich falsch? Kann ich nicht einfach davon ausgehen, dass Begriffe, die im Alltag geläufig sind, auch existieren und damit „richtig“ sind? Also hoch- und runterwärts gibt es nicht. Es gibt nur auf- und abwärts. Jetzt wisst ihr bescheid. Letztens hab ich ne Karte auf m Tisch liegen sehen und fragte, als wir gingen: „Die war aber nicht uns, oder?“ Hinweis, ihr ahnt es: „Die Karte ist uns.“ ist auch kein Deutsch… Da erinnere ich mich an die gute Frau Hampeis, Oberstufenleiterin und in meiner mündlichen Deutschprüfung, die am Ende zu mir sagte: „Ich habe selten eine Schülerin kennengelernt, die so gut mit der deutschen Sprache umgehen kann wie du.“ Das ist gute 4 Jahre her. Verlernt man seine Muttersprache tatsächlich? Können 4 Jahre Frankreich machen, dass ich kein Deutsch mehr kann? Verdammt, das wär doof. Wenn ich jetzt meine Kinder 2-sprachig aufwachsen sehen will und aber selber kein Deutsch kann, wer bringt es ihnen dann bei? Fragen über Fragen…Aber solang es noch Leute gibt, die wenn und wen und denn und den und einen und einem nicht unterscheiden können, glaub ich, bin ich noch auf dem richtigen Weg…
Nachdem ich schon vom Klischee der dicken Amis berichtet habe, will ich mal für ebendiese eine Lanze brechen. Die Amis sind nämlich nicht nur dick sondern auch super nett und hilfsbereit. Das hört man nämlich nicht bis Europa. Wir wurden überall freundlich empfangen – gut, die Hostelmitarbeiter waren ein bisschen verpennt, aber trotzdem nett – man hat uns immer Rede und Antwort gestanden – auch auf ganz dumme Touri-Fragen wie z.B.: „Und was kann man in dieser Independence Hall jetzt sehen?“ (Wahrscheinlich ein Unding, dass man so was nicht weiß. Nichts kann man darin sehen, es ist einfach nur der Ort, an dem die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben wurde. Meine Frage hat also eventuell diese heiligen Hallen leicht beleidigt…) Aber der Mitarbeiter war trotzdem sehr freundlich und hat mich nichts als Kulturbanause und als „die Jugend von heute“ vor die Tür gesetzt. :)
In unserem Hostel in New York konnten wir nicht gleich einchecken, da wir zu früh da waren, wollten aber wissen, ob wir unsere Koffer irgendwo einschließen lassen können. Antwort: „Yes we can.“ Keine Ahnung, ob es das absichtlich so gesagt hat, oder ob die Amis das vielleicht einfach andauernd sagen, aber Christina und ich und auch der Typ mussten gut drüber lachen.
Und im Planet Hollywood gab es erst ein Problem mit unserer Bestellung, dann mussten wir trotz Gutschein noch ein paar Dollar draufzahlen und letzten Endes kam der Kellner zu uns und meinte, er entschuldigt sich dafür, er hat das geregelt, wir müssten doch nichts bezahlen. Als wir ihn relativ überrascht und ungläubig anschauten und uns bedankten breitete er die Arme aus und rief mit einem breiten Lächeln. „Welcome to New York!“
So, damit habe ich, glaube ich, so langsam alles abgearbeitet, was ich zu erzählen habe. Ich bin immer noch nicht richtig wieder angekommen, wenngleich schon eine Hausarbeit geschrieben ist und ich auch gestern den ganzen Nachmittag in der Bibliothek verbracht habe, sodass mich mein eigentliches Leben doch schon zurück hat. Aber beim Einschlafen flitzen mir immer noch immer wieder Bilder von unserer tollen Woche im Kopf rum.
Die Arbeit ruft, ich mach mich wieder auf. Viele liebe Grüße an euch und meldet euch.
Glg
Die Franzi
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Samstag, 29. Oktober 2011
Mikrowellen-Nudeln, Chai Tea Latte und 2 Material Girls
diefranzi, 07:00h
So, dann will ich mich mal einigen Anmerkungen zu dieser unglaublich tollen Reise widmen, nachdem ich den Tag schon damit verbracht habe, alle Fotos – also eine Auswahl – hoch zu laden und eure ganzen Mails zu beantworten. Und der Alltag hat mich auch schon wieder, denn irgendwer musste ja Wäsche waschen, einkaufen und Nachhilfe geben.
Einkaufen ist eine gute Überleitung. Was hab ich gekauft? Hauptsächlich Grünzeug. Weil: Christina und ich haben uns jetzt eine ganze Woche lang außergewöhnlich schrecklich ernährt. Wir hatten zwar einen Haufen Äpfel mit, aber das kann man ja kaum als ausgewogene Ernährung bezeichnen. Ansonsten gab es nämlich gelegentlich ein Donut-Frühstück und coffee-to-go (oder Chai Tea Latte to go), mittags und abends dann immer irgendwelches Fast Food. Eine Woche lang! Und man kann ja tatsächlich ALLES haben, immer und überall. Überfluss ist da schon geschmeichelt. Also so was zu Essen holen und mitnehmen und so, das ist wesentlich einfacher, als mal irgendwo einen Supermarkt aufzutreiben (Apropos Supermarkt: ich hab nen Aldi gesehen!). In New York gab es dann aber auch an jeder Straße einen Obst-Stand. Nicht ohne den HotDog-Stand direkt daneben, aber immerhin.
Dementsprechend sehen die Amerikaner auch aus. Also die Klischees wurden leider alle bestätigt: ich habe noch nie so viele soooo dicke Menschen auf einem Haufen gesehen. Und interessanterweise haben die Klamotten, die ihnen passen – nicht so wie bei uns, wo die dann unmöglich aussehen.
Ich habe ja schon erzählt, dass Christina am Ende sogar Erdbeereis als gesundes Dessert angesehen hat. ;) Die Amis hatten uns also voll im Griff. Und das Essen war auch das beste Argument, was wir hatten, um am Ende die Heimreise nicht ganz so schlimm zu finden. Und ich werde mich jetzt erstmal nur von Salat, Gemüse und fettfreien, selbstgekochten Dingen ernähren. Ich will keine Pizza mehr, keine Pommes, keine Burger, keine Sandwichs, kein Chinesisch, nichts. Selbst bei Süßkram hält sich mein Heißhunger grad in Grenzen, und das will was heißen.
Aber eine Frage hätte ich noch. Wir konnten das Experiment nun nicht zu Ende führen, aber weiß jemand, ob man Nudeln in der Mikrowelle kochen kann? Geht das? Also ihr könnt’s ja mal ausprobieren und mir dann das Ergebnis mitteilen. Sonst frag ich mal bei der Maus. :)
Ich habe also heute meinen kulinarischen Tagesablauf genossen: Müsli, Reis und grüne Bohnen, Tomate und Ciabatta mit Kräuter-Frischkäse, Apfel, Orange, ungesüßter Tee (aus euerm Paket, ich hab schon bald keinen mehr!!!). Alles bestens. Und morgen geh ich laufen. Dann passen mir vielleicht demnächst auch die ganzen Klamotten wieder…
Klamotten. Damit wären wir beim nächsten Thema und beim nächsten Klischee: in den USA kann man so super shoppen. Stimmt. Doof nur, dass ich nicht Präsident Obama bin und dementsprechend nicht sein Konto habe. Aber große Augen hab ich bekommen. Wir sind durch’s Macys gelaufen und meinten nur: Ich hoff, ich bin mal reich später…Die Konsumgesellschaft hatte uns voll in ihren Fängen, was soll man machen…? Meine Ausbeute: Endlich meine grauen AllStars aus Boston – zu denen es auch noch eine Geschichte gibt – eine neue Handtasche aus New York, ein T-Shirt aus dem HardRockCafé am Times Square und ein schwarzes Kleid aus Philadelphia. Das ist doch recht vernünftig, oder? :)
Zu den Schuhen. Einige von euch wissen, dass ich seit sicher 2 Jahren graue AllStars wollte und dass mein Studentenbudget es nie zugelassen hat, mir Schuhe für 65Euro, die die in Frk kosten, zu leisten. Also war das fest geplant für Canada, wo sie tatsächlich billiger sind. Und dann sagte mir wer, in den USA sei es noch billiger. Also habe ich versucht, zu warten. Das war schwer, denn ich habe nur ein anderes Paar Sneaker mitgehabt hier und die sind echt so auseinandergefallen schon…Also kam dann endlich die Rettung. Im Laden in Montreal hab ich schon geguckt, und wusste genau, dass ich so ein hellgraues Paar wollte. Und jetzt sind wir durch ganz Boston gelaufen und überall gab es nur dunkelgrau. Christina hat schon an mir gezweifelt, ob ich mir das alles einbilde und es doch dieselbe Farbe ist. Bis wir am Ende in einem Converse-Geschäft waren und sie da auch nichts Hellgraues hatten. Dann hab ich mir gedacht, weißte, für 50$ nehm ich halt auch die dunkelgrauen, vielleicht hab ich mir das echt nur eingebildet. Also hab ich echt selbst an mir gezweifelt. Ich kauf die Schuhe, bin glücklich – wie das so ist nach dem Schuhekaufen – wir gehen aus dem Laden und nebenan ist ein anderes Geschäft und ich seh im Schaufenster hellgraue AllStars. Ich hab ich gedacht ich brech zusammen. Aber nun hatte ich sie ja gekauft…Also sind wir schnell vorbeigelaufen und haben beschlossen, einfach nie darüber zu reden und so zu tun, als sein das nie passiert. Was aber anscheinend nicht klappt, sonst wäre es mir jetzt hier keine Story wert. Jedenfalls hab ich jetzt graue AllStars für relativ wenig Geld und bin trotzdem nicht 100%ig glücklich. So ein Ärger. Aber ich muss mich nicht mehr für meine kaputten Schuhe schämen, das ist auch schon sehr angenehm.
Und man kann in allen möglichen Läden super tolle Kleider shoppen. Ich frag mich, wann die die anziehen…Also für n Abiball hätt ich da echt voll was gefunden. Jetzt hab ich aber gar keinen Abiball…Anprobiert hab ich trotzdem ein ganz tolles dunkelblaues Glitzerkleid. *Träumchen* Da ich jetzt aber nicht zur nächsten Oskarverleihung eingeladen bin, hab ich’s erstmal noch nicht gekauft. :)
So, das war’s dann schon wieder mit meinen spannenden Geschichten vom Essen und Shoppen.
Und Pickeldi ging mit Frederick nach Hause… (In Österreich gibt’s keinen Sandmann! Ich frag mich, wie die da ihre Kinder zum Schlafen kriegen…) :)
Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal
Die Franzi
Einkaufen ist eine gute Überleitung. Was hab ich gekauft? Hauptsächlich Grünzeug. Weil: Christina und ich haben uns jetzt eine ganze Woche lang außergewöhnlich schrecklich ernährt. Wir hatten zwar einen Haufen Äpfel mit, aber das kann man ja kaum als ausgewogene Ernährung bezeichnen. Ansonsten gab es nämlich gelegentlich ein Donut-Frühstück und coffee-to-go (oder Chai Tea Latte to go), mittags und abends dann immer irgendwelches Fast Food. Eine Woche lang! Und man kann ja tatsächlich ALLES haben, immer und überall. Überfluss ist da schon geschmeichelt. Also so was zu Essen holen und mitnehmen und so, das ist wesentlich einfacher, als mal irgendwo einen Supermarkt aufzutreiben (Apropos Supermarkt: ich hab nen Aldi gesehen!). In New York gab es dann aber auch an jeder Straße einen Obst-Stand. Nicht ohne den HotDog-Stand direkt daneben, aber immerhin.
Dementsprechend sehen die Amerikaner auch aus. Also die Klischees wurden leider alle bestätigt: ich habe noch nie so viele soooo dicke Menschen auf einem Haufen gesehen. Und interessanterweise haben die Klamotten, die ihnen passen – nicht so wie bei uns, wo die dann unmöglich aussehen.
Ich habe ja schon erzählt, dass Christina am Ende sogar Erdbeereis als gesundes Dessert angesehen hat. ;) Die Amis hatten uns also voll im Griff. Und das Essen war auch das beste Argument, was wir hatten, um am Ende die Heimreise nicht ganz so schlimm zu finden. Und ich werde mich jetzt erstmal nur von Salat, Gemüse und fettfreien, selbstgekochten Dingen ernähren. Ich will keine Pizza mehr, keine Pommes, keine Burger, keine Sandwichs, kein Chinesisch, nichts. Selbst bei Süßkram hält sich mein Heißhunger grad in Grenzen, und das will was heißen.
Aber eine Frage hätte ich noch. Wir konnten das Experiment nun nicht zu Ende führen, aber weiß jemand, ob man Nudeln in der Mikrowelle kochen kann? Geht das? Also ihr könnt’s ja mal ausprobieren und mir dann das Ergebnis mitteilen. Sonst frag ich mal bei der Maus. :)
Ich habe also heute meinen kulinarischen Tagesablauf genossen: Müsli, Reis und grüne Bohnen, Tomate und Ciabatta mit Kräuter-Frischkäse, Apfel, Orange, ungesüßter Tee (aus euerm Paket, ich hab schon bald keinen mehr!!!). Alles bestens. Und morgen geh ich laufen. Dann passen mir vielleicht demnächst auch die ganzen Klamotten wieder…
Klamotten. Damit wären wir beim nächsten Thema und beim nächsten Klischee: in den USA kann man so super shoppen. Stimmt. Doof nur, dass ich nicht Präsident Obama bin und dementsprechend nicht sein Konto habe. Aber große Augen hab ich bekommen. Wir sind durch’s Macys gelaufen und meinten nur: Ich hoff, ich bin mal reich später…Die Konsumgesellschaft hatte uns voll in ihren Fängen, was soll man machen…? Meine Ausbeute: Endlich meine grauen AllStars aus Boston – zu denen es auch noch eine Geschichte gibt – eine neue Handtasche aus New York, ein T-Shirt aus dem HardRockCafé am Times Square und ein schwarzes Kleid aus Philadelphia. Das ist doch recht vernünftig, oder? :)
Zu den Schuhen. Einige von euch wissen, dass ich seit sicher 2 Jahren graue AllStars wollte und dass mein Studentenbudget es nie zugelassen hat, mir Schuhe für 65Euro, die die in Frk kosten, zu leisten. Also war das fest geplant für Canada, wo sie tatsächlich billiger sind. Und dann sagte mir wer, in den USA sei es noch billiger. Also habe ich versucht, zu warten. Das war schwer, denn ich habe nur ein anderes Paar Sneaker mitgehabt hier und die sind echt so auseinandergefallen schon…Also kam dann endlich die Rettung. Im Laden in Montreal hab ich schon geguckt, und wusste genau, dass ich so ein hellgraues Paar wollte. Und jetzt sind wir durch ganz Boston gelaufen und überall gab es nur dunkelgrau. Christina hat schon an mir gezweifelt, ob ich mir das alles einbilde und es doch dieselbe Farbe ist. Bis wir am Ende in einem Converse-Geschäft waren und sie da auch nichts Hellgraues hatten. Dann hab ich mir gedacht, weißte, für 50$ nehm ich halt auch die dunkelgrauen, vielleicht hab ich mir das echt nur eingebildet. Also hab ich echt selbst an mir gezweifelt. Ich kauf die Schuhe, bin glücklich – wie das so ist nach dem Schuhekaufen – wir gehen aus dem Laden und nebenan ist ein anderes Geschäft und ich seh im Schaufenster hellgraue AllStars. Ich hab ich gedacht ich brech zusammen. Aber nun hatte ich sie ja gekauft…Also sind wir schnell vorbeigelaufen und haben beschlossen, einfach nie darüber zu reden und so zu tun, als sein das nie passiert. Was aber anscheinend nicht klappt, sonst wäre es mir jetzt hier keine Story wert. Jedenfalls hab ich jetzt graue AllStars für relativ wenig Geld und bin trotzdem nicht 100%ig glücklich. So ein Ärger. Aber ich muss mich nicht mehr für meine kaputten Schuhe schämen, das ist auch schon sehr angenehm.
Und man kann in allen möglichen Läden super tolle Kleider shoppen. Ich frag mich, wann die die anziehen…Also für n Abiball hätt ich da echt voll was gefunden. Jetzt hab ich aber gar keinen Abiball…Anprobiert hab ich trotzdem ein ganz tolles dunkelblaues Glitzerkleid. *Träumchen* Da ich jetzt aber nicht zur nächsten Oskarverleihung eingeladen bin, hab ich’s erstmal noch nicht gekauft. :)
So, das war’s dann schon wieder mit meinen spannenden Geschichten vom Essen und Shoppen.
Und Pickeldi ging mit Frederick nach Hause… (In Österreich gibt’s keinen Sandmann! Ich frag mich, wie die da ihre Kinder zum Schlafen kriegen…) :)
Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal
Die Franzi
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Freitag, 28. Oktober 2011
Boston, New York und Philadelphia
diefranzi, 09:05h
Hallo alle miteinander,
da bin ich wieder. Leider und endlich. Leider weil die Woche so schrecklich schnell vergangen ist und weil es doch sooo schön war. Und endlich, weil wir einen ganz, ganz langen und irgendwie komplizierten Weg hinter uns bringen mussten, um wieder nach Hause zu kommen. Ich fang mal an, zu erzählen und hoffe, dass ich nichts vergesse…Aber es wird so oder so ein Schnelldurchlauf. Vielleicht schreib ich das erst mal so heute und melde mich dann die kommenden Tage noch mal gezielt zu einigen Erlebnissen.
Also fangen wir mal am Anfang an, das find ich logisch.
Donnerstag
Wir sind spät abends mit einem recht leeren Bus losgefahren, kamen dann schon sehr schnell an die Grenze, mussten alle raus und ich musste, obwohl ich das im Internet schon geregelt hatte – und bezahlt! – noch mal so ein Visum bekommen und zahlen. Aber egal, ich konnte dem ja jetzt schlecht sagen, nein, ich zahl das nicht, ich geh auch so rein in dein Land.
Danach hielt der Bus noch ein paar Mal an und nahm immer mehr Leute mit. Irgendwann mitten in der Nacht schüttelt mich wer an den Beinen – die ich zum Schlafen hochgelegt hatte – und wollte sich neben mich setzen. Ich war da schon relativ enttäuscht, dass es ausgerechnet mich trifft und dass mein Schlaf - so unbequem er auch war – für diese Nacht wohl beendet sein würde. Aber da wusste ich das Beste noch nicht. Die gute Frau hörte nicht auf, mich voll zu labern. Zuerst entschuldigte sie sich 10mal, dass sie mich wach gemacht hat. Und dann kamen nur noch intelligente Aussagen wie: Salz ist wirklich das beste Gewürz. Die Gute war ziemlich betrunken, roch nach einer Mischung aus alten Klamotten und eben Alkohol und schlief dann andauernd auf mir ein. Bis zum nächsten Stopp, denn da hab ich mich dann wieder mit Christina zusammengesetzt. Die Tante hinter uns laberte und rülpste aber am nächsten Morgen immer noch. Warum kommen eigentlich immer diese Schizophrenen und Alkoholiker und sonstig verzweifelte Seelen zu mir?
Freitag
Am Freitagmorgen sind wir dann sehr zeitig in Boston angekommen – bei schönstem Wetter. Die Jugendherberge haben wir zu Fuß dann auch gefunden – mussten halt einmal quer durch die Innenstadt latschen. Nach einem Donut-Frühstück bei Dunkin Donuts ging unsere Stadterkundung dann los. Jetzt fass ich das mal zusammen: Es gibt den Freedom-Trail, der einmal durch die ganze Stadt geht, und der 16 oder mehr Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet. Boston ist ja auch ein geschichtsträchtiger Ort – von der Boston Tea Party hat sicher jeder schon mal gehört. Jedenfalls waren wir da an sämtlichen Kirchen, Rathäusern, Monumenten und Mahnmalen, Märkten und Friedhöfen mit berühmten Leuten. Das war ziemlich anstrengend weil weit und alles zu Fuß.
Am Abend gab es noch ein Highlight: Da im Internet stand, unser Hostel verfüge über eine Küche, haben wir uns Nudeln mitgenommen, um nicht immer außerhalb teuer zu essen. Jetzt hatte dieses Hostel aber in Wirklichkeit keine Küche, sondern einen Raum mit Kühlschrank, nicht funktionierender Mikrowelle, Spüle, Wasserkocher und Toaster. Mit welchem dieser Geräte macht man jetzt Nudeln? Wir wollten halt echt nicht noch mal raus und so und haben daher die grandiose Idee gehabt, die Nudeln in einer Müslischale mit Wasserkocher-gekochtem Wasser zu übergießen und sie dann in die Mikrowelle zu stellen, um sie zu kochen. Da die Mikrowelle aber nicht ging, hatte sich das schnell erledigt. War aber lustig. Und dann sind wir doch essen gegangen. :)
Samstag
Am Samstag wollten wir uns noch das Tea-Party-Schiff anschauen, was auf unseren ganzen Karten stand und im Reiseführer. Bis uns dann am Hafen jemand sagte, das Schiff sei vor Jahren vom Blitz getroffen worden und abgebrannt. Das stand leider nicht in den Reiseführern. Wir waren auch nicht die einzigen unwissenden Touristen da, denn wir wurden dann am Ende selber gefragt, wo denn das Schiff sei. Mir war auch so, als hätte ich so was mal gehört, allerdings war ich mir sicher gewesen, dass es das Schiff war, was wir damals in Greenwich bei London angeschaut hatten…Na ja, egal, jedenfalls gibt es kein Tea-Ship mehr in Boston.
In Harvard waren wir auch. Also richtig muss es heißen „in Cambridge“, denn die Harvard University liegt witzigerweise in Cambridge direkt neben Boston, während ja Cambridge auch in Großbritannien bekannt ist…Aber Harvard ist sehr unspektakulär, es war vor allem kaum ein Student zu sehen. Es laufen NUR Touristen da rum. Aber wir waren in den heiligen Hallen mal auf Toilette und wer kann das schon von sich behaupten?
Am Abend waren wir noch auf dem Prudential-Center obendrauf und haben die tolle Aussicht genossen. Da waren wir noch beeindruckt von der Größe der Stadt…Da kannten wir auch New York noch nicht…
Außerdem waren wir noch in der Public Library, ich habe mir endlich meine Allstars gekauft und die andern Treter feierlich in den Müll verabschiedet, wir haben verzweifelt nach Enten-Statuen gesucht und waren am Stadion der Boston Red Sox.
Sonntag
Am Sonntagmorgen sind wir mit dem Bus ca. 4-5Std. nach New York gefahren und dort direkt ins Hostel. Außer verpeiltem Personal und ekelhaften Badezimmern haben wir dort erst mal nichts gesehen und sind erst mal an den Times Square gefahren. Dort ausgestiegen überkam uns ein gehöriger Schauer und ein Woooowwww. Katia würde sagen, da ist uns ein Gänseschauer über den Rücken gelaufen. Es ist einfach so gigantisch. Das kann ich jetzt auch nicht beschreiben. Wer da war, weiß, was ich meine. Und alle anderen sollten tatsächlich mal hin. Also haben wir uns den Times Square angeschaut. Dann waren wir noch auf dem Empire State Building – wieder das höchste Gebäude der Stadt. Vom 86. Stockwerk hatten wir bei Bombenwetter einen super tollen Sonnenuntergang über Manhattan. Unbeschreiblich. Und am Abend waren wir noch in Chinatown essen – witzigerweise mit Lisa und ihrem Freund, die auch diese Woche ein paar Tage in New York waren.
Montag
Am Montagvormittag waren wir im Financial District unterwegs. Das Denkmal am Ground Zero haben wir uns nicht aus der Nähe angeschaut, da wir keine Tickets hatten, aber man sieht ja schon die neuen Türme, die am Entstehen sind. Wir waren auf der Wallstreet, deren Besetzung relativ langweilig ausschaut, an der Börse und sind dann bis zur Brooklyn Bridge an den Fluss gelaufen. Von dort haben wir mit einem Boot eine Rundfahrt gemacht, haben uns die Skyline angeschaut und die Freiheitsstatue natürlich.
Am Abend haben wir im berühmten Planet Hollywood gegessen, weil Christina da ein Essen für 2 zum Geburtstag geschenkt bekommen hat und ich davon einfach mal schön mit profitiert habe. Vielen Dank an dieser Stelle für die Einladung!!! :) Und bei dem Essen haben wir so gelacht, es war ja so witzig. Also Planet Hollywood erstmal zur Erklärung ist eine Kette, die man wohl als typisch amerikanisch bezeichnen kann. Und es sind drinnen viele original Filmrequisiten ausgestellt. Jedenfalls hatten wir die geniale Idee, einfach das Teuerste zu bestellen, weil wenn schon denn schon, ne…Das teuerste war ein Burger mit dem Namen „Double Down“. Ein riesiges Teil mit 2mal Fleisch und Käse und Pilzen und, und, und. Und dazu noch Pommes ohne Ende. Wir haben das natürlich nicht geschafft, wobei wir gut gekämpft haben und schon dreimal so viel gegessen haben wie normal. Und dann kommt der Kellner und fragt, ob wir bereit wären für unser Eis. Erst dachte ich, der macht sich jetzt über uns lustig, weil wir so was Riesiges bestellt haben und es eh nicht schaffen. Bis sich herausstellte, dass er es ernst meinte. Es war wirklich ein Eis bei dem Gutschein dabei. Wir haben ihm dann aber gesagt, dass wir uns eins teilen würden und wir haben so gelacht, weil es gab Vanille, Schoko und Erdbeer. Und Christina sagt spontan Erdbeer und guckt mich an, ich war einverstanden. Und dann fragt sie mich: „Magst du überhaupt Erdbeereis? Ich nämlich nicht.“ Und wir mussten so lachen, weil sie einfach spontan Erdbeer gesagt hat mit dem Hintergedanken, dass man nach so viel Fast Food doch mal was Gesundes essen sollte! Da ist Erdbeereis sicher genau das Richtige. Ach, wie lustig das war. Und wir waren so vollgefuttert, als wir zu Hause waren…
Dienstag
Es war immer noch super schönes Wetter und wir haben den Vormittag im Central Park verbracht. Das war auch der Moment, in dem wir beschlossen haben, dass New York definitiv großartig ist. Ich hoffe, dass einige meiner Bilder das rüberbringen können.
Am Nachmittag waren wir dann im Metropolitan Museum of Art. Und dort hatte ich mein ganz persönliches Highlight. Nicht nur, dass dort die ganzen Monets hängen, die wir zu Hause im Wohnzimmer haben. :) Sondern es hängt dort auch Einiges von Cézanne. Es lief mir schon kalt den Rücken runter, als ich ein Bild vom Park im Vallée de l’Arc gesehen habe – dem Park, in dem ich in Aix immer joggen gehe. Aber so richtig musste ich mit den Tränen kämpfen als ich tatsächlich DAS Bild gesehen habe, von dem ich schon so oft erzählt bekommen habe. In dem Haus, in dem ich mein erstes Studienjahr lang mit der Gastfamilie gelebt habe – einige von euch kennen das ja – von dort aus hat Cézanne ja die Ste. Victoire gemalt. Auf dieser Terrasse habe ich ja nun nicht selten gesessen. Und jetzt stellt euch mal vor, wie es mir ging, als ich denselben Ausblick vor mir hatte – in einem Bilderrahmen im Metropolitan Museum of Art in New York City. Wahnsinn. Und da ist mir auch so klar geworden, wie sehr mir Aix eigentlich fehlt…
Am Abend waren wir dann noch am Times Square einen Cosmopolitan trinken. Das hat schon Stil.
Außerdem haben wir in New York noch die Public Library, das United Nations Gebäude, die St. Patricks Cathedral, das Rockefeller Center (wo jetzt schon die Eisbahn geöffnet ist), den Madison Square Garden und vieles, vieles mehr gesehen.
Und ich hab jetzt eine Handtasche aus New York, weil mir nach meinen Schuhen nun auch meine Tasche flöten gegangen ist und ich sie nicht mehr zumachen konnte…
Mittwoch
Am Mittwoch sind wir mit dem Bus nach Philadelphia gefahren. Wir waren schon zeitig am Bus, sodass uns der Busfahrer gefragt hat, ob wir nicht einfach einen Bus eher fahren wollen. Das haben wir dann gemacht und waren schon gegen 10h oder so in Philadelphia. Dort haben wir uns dann wieder mit Geschichte befasst. Wir waren in der Independence Hall, wo die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde. Wir haben uns die Glocke – die Liberty Bell – angeschaut, waren am Grab von Benjamin Franklin, waren in der ältesten Kirche der USA und an der berühmten LOVE-Skulptur am Kennedy Plaza.
Ein Philly-Cheese-Steak muss man auch mal gegessen haben, wenn man schon mal dort ist, und einen Cheese-cake haben wir uns auch gleich noch gegönnt.
Dann waren wir schon eine Stunde vor unserer Abreise „fertig“ und wollten sehen, ob wir wieder – wie am Morgen – mit einem früheren Bus fahren könnten. Aber der dämliche Busfahrer hat uns tatsächlich nicht mitgenommen und ist mit 7 Leuten in seinem Bus nach New York gefahren. So ein Affe, ich war so wütend auf den. Als die Tür hinter ihm zuging, konnte ich tatsächlich einen bösen Finger und ein „F*** you“ nicht vermeiden. Das ist mir wohl seit Jahren nicht passiert. Aber das war nun wirklich die Sinnlosigkeit schlechthin. Und wir waren einfach müde und fertig und hatten jetzt eine Stunde sinnloses Warten vor uns. Wo ich so gerne warte!
Donnerstag
Am Donnerstag hat es uns dann erwischt: ein Regentag. Aber wir hatten so was schon befürchtet und hatten daher einen Plan B. Plan A war, den Nordteil des Central Parks zu erkunden. Plan B war das American Museum of Natural History, was sich auch total gelohnt hat, wenngleich wir ziemlich unter Zeitdruck waren.
Gegen Mittag sind wir dann schon aus unserem Hostel verschwunden und haben zuerst die Metro – also Subway halt – und dann den Bus in Richtung Flughafen genommen. Wir haben großzügig geplant, denn unser Flieger sollte 15h40 gehen. Noch im Bus bekommt Christina einen Anruf von ihrem Vater, der uns mitteilte, dass unser Flug gestrichen sei, ob wir das wüssten. Natürlich wussten wir das nicht – am Vorabend beim Online-Check-in war ja noch alles in Ordnung – aber es hat jedenfalls nicht zur Verbesserung der Stimmung beigetragen, das jetzt zu wissen. Am Flughafen haben wir dann schnell herausgefunden, was jetzt eigentlich los war. Die Säcke haben halt ihren Flugplan geändert. Einfach so und es hielt auch niemand für nötig, uns das zu sagen. Und es wurde eben mehr oder weniger automatisch auf den Flieger um 17h40 umgebucht. Was also bedeutet, dass wir schon um 13h da waren, weil mit Metro und Bus alles reibungslos verlaufen war, und nun ewige Zeit rumsitzen mussten. Hab ich schon mal erwähnt, wie sehr ich es schätze, wenn mir jemand auf diese Art und Weise ein Stück Zeit meines Lebens klaut? Furchtbar. Aber ich konnte erstmal wenigstens ein bisschen Kram für die Uni machen, den ich mithatte. Zu allem Überfluss hatte dieser Flieger dann noch mal eine Stunde Verspätung, oder mehr. Insgesamt haben wir 6 Std. am Flughafen verbracht – nur gut, dass wir morgens durchs Museum gerannt sind. Dann fand ich den Flug auch recht anstrengend. Ich flieg ja nach wie vor nicht gerne. Ich bin ja kein Vogel. Aber ich bin eben auch jedes Mal bei kleineren Turbulenzen schon fest davon überzeugt, dass ich gleich sterben muss, was leicht stressig ist, denn ich häng ja an meinem Leben und es läuft doch grad so gut. Wie ärgerlich wäre das denn – eine Woche in den USA und Mamas ganzes Geld ausgeben und dann den Heimflug nicht überleben? Christina meinte, da waren keine Turbulenzen, aber ich glaube, sie hatte einen anderen Flieger. In meinem musste nämlich der Service andauernd abgebrochen werden, was dazu geführt hat, dass am Ende die Landung bevorstand, der Service Reihe 30 erreicht hatte und aber aufhören musste und die Franzi natürlich in Reihe 31 saß – durstig und hungrig. Sowas ärgerliches! Also diese Heimreise war wirklich kein Glücksgriff. Nur gut, dass dann wenigstens die Zollkontrolle nicht so schwierig war und unser Koffer gleich kam, der Bus stand auch schon bereit und nach nur 45 weiteren Minuten waren wir dann zu Hause. Ein Abenteuer!
Jetzt hab ich jedenfalls die Nase voll vom Reisen. Mir haben diese Woche so sehr die Füße wehgetan wie noch nie zuvor in meinem Leben. Und die arme Christina musste das alles aushalten. Ich darf jetzt auch nur nette Sachen über sie schreiben, sie liest das ja… :)
Wir haben soooo viel gesehen, so viel erlebt. Ich muss das alles erstmal sacken lassen. Über 600 Fotos hab ich. Ich hoffe, ich kann da gut aussortieren, damit ihr euch nicht jedes Haus von New York einzeln anschauen müsst. Aber das gibt’s dann alles später. Jetzt ist es 1h nachts, es ist Zeit, dass ich ins Bett komme. In mein Bett.
Bis zum nächsten Mal, ihr Lieben.
Die Franzi
da bin ich wieder. Leider und endlich. Leider weil die Woche so schrecklich schnell vergangen ist und weil es doch sooo schön war. Und endlich, weil wir einen ganz, ganz langen und irgendwie komplizierten Weg hinter uns bringen mussten, um wieder nach Hause zu kommen. Ich fang mal an, zu erzählen und hoffe, dass ich nichts vergesse…Aber es wird so oder so ein Schnelldurchlauf. Vielleicht schreib ich das erst mal so heute und melde mich dann die kommenden Tage noch mal gezielt zu einigen Erlebnissen.
Also fangen wir mal am Anfang an, das find ich logisch.
Donnerstag
Wir sind spät abends mit einem recht leeren Bus losgefahren, kamen dann schon sehr schnell an die Grenze, mussten alle raus und ich musste, obwohl ich das im Internet schon geregelt hatte – und bezahlt! – noch mal so ein Visum bekommen und zahlen. Aber egal, ich konnte dem ja jetzt schlecht sagen, nein, ich zahl das nicht, ich geh auch so rein in dein Land.
Danach hielt der Bus noch ein paar Mal an und nahm immer mehr Leute mit. Irgendwann mitten in der Nacht schüttelt mich wer an den Beinen – die ich zum Schlafen hochgelegt hatte – und wollte sich neben mich setzen. Ich war da schon relativ enttäuscht, dass es ausgerechnet mich trifft und dass mein Schlaf - so unbequem er auch war – für diese Nacht wohl beendet sein würde. Aber da wusste ich das Beste noch nicht. Die gute Frau hörte nicht auf, mich voll zu labern. Zuerst entschuldigte sie sich 10mal, dass sie mich wach gemacht hat. Und dann kamen nur noch intelligente Aussagen wie: Salz ist wirklich das beste Gewürz. Die Gute war ziemlich betrunken, roch nach einer Mischung aus alten Klamotten und eben Alkohol und schlief dann andauernd auf mir ein. Bis zum nächsten Stopp, denn da hab ich mich dann wieder mit Christina zusammengesetzt. Die Tante hinter uns laberte und rülpste aber am nächsten Morgen immer noch. Warum kommen eigentlich immer diese Schizophrenen und Alkoholiker und sonstig verzweifelte Seelen zu mir?
Freitag
Am Freitagmorgen sind wir dann sehr zeitig in Boston angekommen – bei schönstem Wetter. Die Jugendherberge haben wir zu Fuß dann auch gefunden – mussten halt einmal quer durch die Innenstadt latschen. Nach einem Donut-Frühstück bei Dunkin Donuts ging unsere Stadterkundung dann los. Jetzt fass ich das mal zusammen: Es gibt den Freedom-Trail, der einmal durch die ganze Stadt geht, und der 16 oder mehr Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet. Boston ist ja auch ein geschichtsträchtiger Ort – von der Boston Tea Party hat sicher jeder schon mal gehört. Jedenfalls waren wir da an sämtlichen Kirchen, Rathäusern, Monumenten und Mahnmalen, Märkten und Friedhöfen mit berühmten Leuten. Das war ziemlich anstrengend weil weit und alles zu Fuß.
Am Abend gab es noch ein Highlight: Da im Internet stand, unser Hostel verfüge über eine Küche, haben wir uns Nudeln mitgenommen, um nicht immer außerhalb teuer zu essen. Jetzt hatte dieses Hostel aber in Wirklichkeit keine Küche, sondern einen Raum mit Kühlschrank, nicht funktionierender Mikrowelle, Spüle, Wasserkocher und Toaster. Mit welchem dieser Geräte macht man jetzt Nudeln? Wir wollten halt echt nicht noch mal raus und so und haben daher die grandiose Idee gehabt, die Nudeln in einer Müslischale mit Wasserkocher-gekochtem Wasser zu übergießen und sie dann in die Mikrowelle zu stellen, um sie zu kochen. Da die Mikrowelle aber nicht ging, hatte sich das schnell erledigt. War aber lustig. Und dann sind wir doch essen gegangen. :)
Samstag
Am Samstag wollten wir uns noch das Tea-Party-Schiff anschauen, was auf unseren ganzen Karten stand und im Reiseführer. Bis uns dann am Hafen jemand sagte, das Schiff sei vor Jahren vom Blitz getroffen worden und abgebrannt. Das stand leider nicht in den Reiseführern. Wir waren auch nicht die einzigen unwissenden Touristen da, denn wir wurden dann am Ende selber gefragt, wo denn das Schiff sei. Mir war auch so, als hätte ich so was mal gehört, allerdings war ich mir sicher gewesen, dass es das Schiff war, was wir damals in Greenwich bei London angeschaut hatten…Na ja, egal, jedenfalls gibt es kein Tea-Ship mehr in Boston.
In Harvard waren wir auch. Also richtig muss es heißen „in Cambridge“, denn die Harvard University liegt witzigerweise in Cambridge direkt neben Boston, während ja Cambridge auch in Großbritannien bekannt ist…Aber Harvard ist sehr unspektakulär, es war vor allem kaum ein Student zu sehen. Es laufen NUR Touristen da rum. Aber wir waren in den heiligen Hallen mal auf Toilette und wer kann das schon von sich behaupten?
Am Abend waren wir noch auf dem Prudential-Center obendrauf und haben die tolle Aussicht genossen. Da waren wir noch beeindruckt von der Größe der Stadt…Da kannten wir auch New York noch nicht…
Außerdem waren wir noch in der Public Library, ich habe mir endlich meine Allstars gekauft und die andern Treter feierlich in den Müll verabschiedet, wir haben verzweifelt nach Enten-Statuen gesucht und waren am Stadion der Boston Red Sox.
Sonntag
Am Sonntagmorgen sind wir mit dem Bus ca. 4-5Std. nach New York gefahren und dort direkt ins Hostel. Außer verpeiltem Personal und ekelhaften Badezimmern haben wir dort erst mal nichts gesehen und sind erst mal an den Times Square gefahren. Dort ausgestiegen überkam uns ein gehöriger Schauer und ein Woooowwww. Katia würde sagen, da ist uns ein Gänseschauer über den Rücken gelaufen. Es ist einfach so gigantisch. Das kann ich jetzt auch nicht beschreiben. Wer da war, weiß, was ich meine. Und alle anderen sollten tatsächlich mal hin. Also haben wir uns den Times Square angeschaut. Dann waren wir noch auf dem Empire State Building – wieder das höchste Gebäude der Stadt. Vom 86. Stockwerk hatten wir bei Bombenwetter einen super tollen Sonnenuntergang über Manhattan. Unbeschreiblich. Und am Abend waren wir noch in Chinatown essen – witzigerweise mit Lisa und ihrem Freund, die auch diese Woche ein paar Tage in New York waren.
Montag
Am Montagvormittag waren wir im Financial District unterwegs. Das Denkmal am Ground Zero haben wir uns nicht aus der Nähe angeschaut, da wir keine Tickets hatten, aber man sieht ja schon die neuen Türme, die am Entstehen sind. Wir waren auf der Wallstreet, deren Besetzung relativ langweilig ausschaut, an der Börse und sind dann bis zur Brooklyn Bridge an den Fluss gelaufen. Von dort haben wir mit einem Boot eine Rundfahrt gemacht, haben uns die Skyline angeschaut und die Freiheitsstatue natürlich.
Am Abend haben wir im berühmten Planet Hollywood gegessen, weil Christina da ein Essen für 2 zum Geburtstag geschenkt bekommen hat und ich davon einfach mal schön mit profitiert habe. Vielen Dank an dieser Stelle für die Einladung!!! :) Und bei dem Essen haben wir so gelacht, es war ja so witzig. Also Planet Hollywood erstmal zur Erklärung ist eine Kette, die man wohl als typisch amerikanisch bezeichnen kann. Und es sind drinnen viele original Filmrequisiten ausgestellt. Jedenfalls hatten wir die geniale Idee, einfach das Teuerste zu bestellen, weil wenn schon denn schon, ne…Das teuerste war ein Burger mit dem Namen „Double Down“. Ein riesiges Teil mit 2mal Fleisch und Käse und Pilzen und, und, und. Und dazu noch Pommes ohne Ende. Wir haben das natürlich nicht geschafft, wobei wir gut gekämpft haben und schon dreimal so viel gegessen haben wie normal. Und dann kommt der Kellner und fragt, ob wir bereit wären für unser Eis. Erst dachte ich, der macht sich jetzt über uns lustig, weil wir so was Riesiges bestellt haben und es eh nicht schaffen. Bis sich herausstellte, dass er es ernst meinte. Es war wirklich ein Eis bei dem Gutschein dabei. Wir haben ihm dann aber gesagt, dass wir uns eins teilen würden und wir haben so gelacht, weil es gab Vanille, Schoko und Erdbeer. Und Christina sagt spontan Erdbeer und guckt mich an, ich war einverstanden. Und dann fragt sie mich: „Magst du überhaupt Erdbeereis? Ich nämlich nicht.“ Und wir mussten so lachen, weil sie einfach spontan Erdbeer gesagt hat mit dem Hintergedanken, dass man nach so viel Fast Food doch mal was Gesundes essen sollte! Da ist Erdbeereis sicher genau das Richtige. Ach, wie lustig das war. Und wir waren so vollgefuttert, als wir zu Hause waren…
Dienstag
Es war immer noch super schönes Wetter und wir haben den Vormittag im Central Park verbracht. Das war auch der Moment, in dem wir beschlossen haben, dass New York definitiv großartig ist. Ich hoffe, dass einige meiner Bilder das rüberbringen können.
Am Nachmittag waren wir dann im Metropolitan Museum of Art. Und dort hatte ich mein ganz persönliches Highlight. Nicht nur, dass dort die ganzen Monets hängen, die wir zu Hause im Wohnzimmer haben. :) Sondern es hängt dort auch Einiges von Cézanne. Es lief mir schon kalt den Rücken runter, als ich ein Bild vom Park im Vallée de l’Arc gesehen habe – dem Park, in dem ich in Aix immer joggen gehe. Aber so richtig musste ich mit den Tränen kämpfen als ich tatsächlich DAS Bild gesehen habe, von dem ich schon so oft erzählt bekommen habe. In dem Haus, in dem ich mein erstes Studienjahr lang mit der Gastfamilie gelebt habe – einige von euch kennen das ja – von dort aus hat Cézanne ja die Ste. Victoire gemalt. Auf dieser Terrasse habe ich ja nun nicht selten gesessen. Und jetzt stellt euch mal vor, wie es mir ging, als ich denselben Ausblick vor mir hatte – in einem Bilderrahmen im Metropolitan Museum of Art in New York City. Wahnsinn. Und da ist mir auch so klar geworden, wie sehr mir Aix eigentlich fehlt…
Am Abend waren wir dann noch am Times Square einen Cosmopolitan trinken. Das hat schon Stil.
Außerdem haben wir in New York noch die Public Library, das United Nations Gebäude, die St. Patricks Cathedral, das Rockefeller Center (wo jetzt schon die Eisbahn geöffnet ist), den Madison Square Garden und vieles, vieles mehr gesehen.
Und ich hab jetzt eine Handtasche aus New York, weil mir nach meinen Schuhen nun auch meine Tasche flöten gegangen ist und ich sie nicht mehr zumachen konnte…
Mittwoch
Am Mittwoch sind wir mit dem Bus nach Philadelphia gefahren. Wir waren schon zeitig am Bus, sodass uns der Busfahrer gefragt hat, ob wir nicht einfach einen Bus eher fahren wollen. Das haben wir dann gemacht und waren schon gegen 10h oder so in Philadelphia. Dort haben wir uns dann wieder mit Geschichte befasst. Wir waren in der Independence Hall, wo die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde. Wir haben uns die Glocke – die Liberty Bell – angeschaut, waren am Grab von Benjamin Franklin, waren in der ältesten Kirche der USA und an der berühmten LOVE-Skulptur am Kennedy Plaza.
Ein Philly-Cheese-Steak muss man auch mal gegessen haben, wenn man schon mal dort ist, und einen Cheese-cake haben wir uns auch gleich noch gegönnt.
Dann waren wir schon eine Stunde vor unserer Abreise „fertig“ und wollten sehen, ob wir wieder – wie am Morgen – mit einem früheren Bus fahren könnten. Aber der dämliche Busfahrer hat uns tatsächlich nicht mitgenommen und ist mit 7 Leuten in seinem Bus nach New York gefahren. So ein Affe, ich war so wütend auf den. Als die Tür hinter ihm zuging, konnte ich tatsächlich einen bösen Finger und ein „F*** you“ nicht vermeiden. Das ist mir wohl seit Jahren nicht passiert. Aber das war nun wirklich die Sinnlosigkeit schlechthin. Und wir waren einfach müde und fertig und hatten jetzt eine Stunde sinnloses Warten vor uns. Wo ich so gerne warte!
Donnerstag
Am Donnerstag hat es uns dann erwischt: ein Regentag. Aber wir hatten so was schon befürchtet und hatten daher einen Plan B. Plan A war, den Nordteil des Central Parks zu erkunden. Plan B war das American Museum of Natural History, was sich auch total gelohnt hat, wenngleich wir ziemlich unter Zeitdruck waren.
Gegen Mittag sind wir dann schon aus unserem Hostel verschwunden und haben zuerst die Metro – also Subway halt – und dann den Bus in Richtung Flughafen genommen. Wir haben großzügig geplant, denn unser Flieger sollte 15h40 gehen. Noch im Bus bekommt Christina einen Anruf von ihrem Vater, der uns mitteilte, dass unser Flug gestrichen sei, ob wir das wüssten. Natürlich wussten wir das nicht – am Vorabend beim Online-Check-in war ja noch alles in Ordnung – aber es hat jedenfalls nicht zur Verbesserung der Stimmung beigetragen, das jetzt zu wissen. Am Flughafen haben wir dann schnell herausgefunden, was jetzt eigentlich los war. Die Säcke haben halt ihren Flugplan geändert. Einfach so und es hielt auch niemand für nötig, uns das zu sagen. Und es wurde eben mehr oder weniger automatisch auf den Flieger um 17h40 umgebucht. Was also bedeutet, dass wir schon um 13h da waren, weil mit Metro und Bus alles reibungslos verlaufen war, und nun ewige Zeit rumsitzen mussten. Hab ich schon mal erwähnt, wie sehr ich es schätze, wenn mir jemand auf diese Art und Weise ein Stück Zeit meines Lebens klaut? Furchtbar. Aber ich konnte erstmal wenigstens ein bisschen Kram für die Uni machen, den ich mithatte. Zu allem Überfluss hatte dieser Flieger dann noch mal eine Stunde Verspätung, oder mehr. Insgesamt haben wir 6 Std. am Flughafen verbracht – nur gut, dass wir morgens durchs Museum gerannt sind. Dann fand ich den Flug auch recht anstrengend. Ich flieg ja nach wie vor nicht gerne. Ich bin ja kein Vogel. Aber ich bin eben auch jedes Mal bei kleineren Turbulenzen schon fest davon überzeugt, dass ich gleich sterben muss, was leicht stressig ist, denn ich häng ja an meinem Leben und es läuft doch grad so gut. Wie ärgerlich wäre das denn – eine Woche in den USA und Mamas ganzes Geld ausgeben und dann den Heimflug nicht überleben? Christina meinte, da waren keine Turbulenzen, aber ich glaube, sie hatte einen anderen Flieger. In meinem musste nämlich der Service andauernd abgebrochen werden, was dazu geführt hat, dass am Ende die Landung bevorstand, der Service Reihe 30 erreicht hatte und aber aufhören musste und die Franzi natürlich in Reihe 31 saß – durstig und hungrig. Sowas ärgerliches! Also diese Heimreise war wirklich kein Glücksgriff. Nur gut, dass dann wenigstens die Zollkontrolle nicht so schwierig war und unser Koffer gleich kam, der Bus stand auch schon bereit und nach nur 45 weiteren Minuten waren wir dann zu Hause. Ein Abenteuer!
Jetzt hab ich jedenfalls die Nase voll vom Reisen. Mir haben diese Woche so sehr die Füße wehgetan wie noch nie zuvor in meinem Leben. Und die arme Christina musste das alles aushalten. Ich darf jetzt auch nur nette Sachen über sie schreiben, sie liest das ja… :)
Wir haben soooo viel gesehen, so viel erlebt. Ich muss das alles erstmal sacken lassen. Über 600 Fotos hab ich. Ich hoffe, ich kann da gut aussortieren, damit ihr euch nicht jedes Haus von New York einzeln anschauen müsst. Aber das gibt’s dann alles später. Jetzt ist es 1h nachts, es ist Zeit, dass ich ins Bett komme. In mein Bett.
Bis zum nächsten Mal, ihr Lieben.
Die Franzi
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Donnerstag, 20. Oktober 2011
Noch einmal schlafen...
diefranzi, 06:55h
Hallo,
da will ich mich noch mal "kurz" melden, bevor ich mich in die große weite Welt aufmache.
Ich habe heute ein Paket bekommen. Wunderbar. Endlich. Großartig. Natürlich hab ich direkt alles stehen und liegen lassen und habe den Nachmittag mit 3 Folgen Super Nanny verbracht. Meine Güte, wie sehr mir das gefehlt hat!!! Seit Dezember 2010 nichts Neues mehr! Aber sehr lustig wars ja nicht...
Dazu gab's Milka - und danach war ich joggen. ;) Vielen Dank noch mal an alle, die an diesem Päckchen beteiligt waren. Ihr seid die Besten! Einen dicken Kuss für euch einmal übers Wasser rüber. :)
Ja, ansonsten hab ich mich damit abgefunden, dass Statistik n Arschloh ist. Schade, denn mein Prof ist echt genial. Aber mein Hirn halt nicht so. Na ja, vielleicht kommt ja irgendwann der Moment des großen "Achso geht das!" - Ich warte.
Gestern hatten wir ein Seminar zum Thema Kindstötung. Heftig, wirklich. Also der Kurs über Kindesmisshandlung ist ja nie witzig. Aber wenn man dann so Fälle hört...Also was Eltern nicht alles ihren Kindern antun können, das glaubt man gar nicht. Sehr interessant war das gestern, aber auch schwer zu ertragen. Manchmal frag ich mich, ob ich die Richtige bin für so einen Job. Wenn ich schon beim Super Nanny Gucken heulen muss...
Mein Mitbewohner macht mir auch etwas zu schaffen. Am Sonntag war ich ja den ganzen Tag zu Hause - er auch. Das hat es mir nicht leichter gemacht. Sonst sehen wir uns ja fast nie, da ist das alles halb so wild. Aber der war die ganze Zeit im Raum neben mir, am Rauchen, am Saufen. Ich musste zwischendurch raus und ihn bitten, seine Zimmertür zu zu machen, weil es in der gesamten Wohnung stinkt...Wäre euch das nicht peinlich, wenn einer sowas zu euch sagen würde? Ihm anscheinend nicht. Und es sind ja gar nicht die Zigaretten die stinken. Das kann man ja fast noch als Räucherstäbchen-Raum-Duft bezeichnen gegen das eigentliche Problem: der hat definitiv, seit ich hier bin, nicht einmal sein Bettzeug gewaschen. Auch so wäscht er sehr selten...Und ich musste letztens in sein Zimmer, die Gitarre holen, da hats mich fast erschlagen: die Hälfte des Zimmers (die hinter der Tür, sodass ich das nie gesehen hatte vorher) ist ein einziger Berg aus Dreckwäsche. Dieser kleine Raum ist wirklich VOLL von Dreckwäsche, alten Bierdosen und -flaschen, Zigarettenkippen und und und...unglaublich!!! Und da bringt er ganze Tage drin zu...Das einzige Mal, wo er dann rausgeht, ist, um sich Bier und Zigaretten zu kaufen.
Jedenfalls war das am Sonntag ziemlich schwer zu ertragen, wie er nebenan saß und ich ihn hab grölen hören. Er singt nämlich...andauernd und überall. Und laut. Aber er kanns nicht. Also singen triffts nicht, grölen ist tatsächlich besser. So wie ein Betrunkener halt "singt". Das hatte so ein bisschen was von Piratenfest...wenn die so alle am Tisch sitzen und trinken, mit Essensresten um sich werfen und eben rumbrüllen. Nur dass er kein Pirat ist...und das auch kein Film sondern sein "LEBEN". Und allein war er noch dazu. Und ich mittendrin. Ich hab dann ne Mail an die Mädels geschrieben, weil ich den Frust mal loswerden wollte, und die haben alle voll süß reagiert und mich eingeladen zu sich - wenn ich mal ne Nacht hier raus muss, oder sogar zum Duschen, wenn ich mal keine Lust auf Haare in der Dusche habe...(das Problem hat sich ja auch nach meinem Hinweis nicht gegeben).
Aber jetzt hab ich auch schon fast die Hälfte rum hier, das wird schon. Und sonst sehen wir uns ja auch selten, da ich ja immer früh rausgeh und bis nachmittags oder abends wegbleibe. Und er pennt halt bis Mittag und ist den Abend weg. Also verpassen wir uns Gott sei Dank meistens.
Dass ich die Gitarre jedes Mal desinfizieren muss, brauch ich nicht extra erwähnen oder? Dass das Papiertuch auch jedes Mal schwarz ist, auch nicht, oder? Ok.
So, und morgen gehts dann also los. Wir fahren abends und über Nacht nach Boston. Wir, das sind Christina und ich. Dort sind wir dann Freitag und Samstag. Mal sehen, ob ich was anderes als "Feuerwähr-Autos", Eichhörnchen und Enten zu Gesicht bekomme...(kleine Anspielung, auf jemanden, der sich in Boston schon gut auskennt. Wie mein Vater es so passend ausdrückte: Jetzt hat er schon 2 Familienmitglieder, die in Boston waren: Das Intelligenteste und das Dümmste. Wer wer ist, das Raten überlass ich euch.)
Am Sonntagmorgen fahren wir dann nach New York. Ich schreib das so und erzähl auch so von, als wär das irgendso ein Ort halt, wo man mal zum Angucken hinfährt...Moment, ich versuchs noch mal mit mehr Emotion: BOOOOAAAAHHH!!!! Ich fahr am Sonntag nach NEW YOOOOORRRKKKK!!!! Woooohooooo!!!! :D Ok, ich fühl mich schon besser. :)
Dort sind wir dann bis zu unserem Heimflug am Donnerstag. Bis auf den Mittwoch, da fahren wir morgens nach Philadelphia und abends auch wieder zurück. Hab ich schon mal erwähnt, dass Philadelphia auch mein Lieblingsfilm ist? Ich freu mich voll... :D
Also habt ihr erst mal gute Chancen, bis Donnerstag eure Ruhe zu haben von mir. Dann bombardiert mich aber auch nicht mit Mails und sonstigem bei FB! :) Wenn ich dann nämlich wiederkomme und 54 Nachrichten hab, dann antworte ich bestimmt niemandem davon :)
Wie ich eine Woche ohne Internet auskomme, das wird auch noch so ein Experiment. Vor allem, wenn ich so viel erlebe. Ich muss das doch sonst immer gleich posten, weil ich sonst platze. Und wenn das jetzt nicht geht...die arme Christina, die muss das jetzt eine Woche lang aushalten :)
Also dann, mein Lieben. Ich wünsche denjenigen von euch, die auch in den Urlaub fliegen, eine tolle Reise. Und den anderen eine tolle Woche. Ich meld mich sicher schnellstmöglich zurück ;)
Ganz liebe Grüße
Die Franzi
da will ich mich noch mal "kurz" melden, bevor ich mich in die große weite Welt aufmache.
Ich habe heute ein Paket bekommen. Wunderbar. Endlich. Großartig. Natürlich hab ich direkt alles stehen und liegen lassen und habe den Nachmittag mit 3 Folgen Super Nanny verbracht. Meine Güte, wie sehr mir das gefehlt hat!!! Seit Dezember 2010 nichts Neues mehr! Aber sehr lustig wars ja nicht...
Dazu gab's Milka - und danach war ich joggen. ;) Vielen Dank noch mal an alle, die an diesem Päckchen beteiligt waren. Ihr seid die Besten! Einen dicken Kuss für euch einmal übers Wasser rüber. :)
Ja, ansonsten hab ich mich damit abgefunden, dass Statistik n Arschloh ist. Schade, denn mein Prof ist echt genial. Aber mein Hirn halt nicht so. Na ja, vielleicht kommt ja irgendwann der Moment des großen "Achso geht das!" - Ich warte.
Gestern hatten wir ein Seminar zum Thema Kindstötung. Heftig, wirklich. Also der Kurs über Kindesmisshandlung ist ja nie witzig. Aber wenn man dann so Fälle hört...Also was Eltern nicht alles ihren Kindern antun können, das glaubt man gar nicht. Sehr interessant war das gestern, aber auch schwer zu ertragen. Manchmal frag ich mich, ob ich die Richtige bin für so einen Job. Wenn ich schon beim Super Nanny Gucken heulen muss...
Mein Mitbewohner macht mir auch etwas zu schaffen. Am Sonntag war ich ja den ganzen Tag zu Hause - er auch. Das hat es mir nicht leichter gemacht. Sonst sehen wir uns ja fast nie, da ist das alles halb so wild. Aber der war die ganze Zeit im Raum neben mir, am Rauchen, am Saufen. Ich musste zwischendurch raus und ihn bitten, seine Zimmertür zu zu machen, weil es in der gesamten Wohnung stinkt...Wäre euch das nicht peinlich, wenn einer sowas zu euch sagen würde? Ihm anscheinend nicht. Und es sind ja gar nicht die Zigaretten die stinken. Das kann man ja fast noch als Räucherstäbchen-Raum-Duft bezeichnen gegen das eigentliche Problem: der hat definitiv, seit ich hier bin, nicht einmal sein Bettzeug gewaschen. Auch so wäscht er sehr selten...Und ich musste letztens in sein Zimmer, die Gitarre holen, da hats mich fast erschlagen: die Hälfte des Zimmers (die hinter der Tür, sodass ich das nie gesehen hatte vorher) ist ein einziger Berg aus Dreckwäsche. Dieser kleine Raum ist wirklich VOLL von Dreckwäsche, alten Bierdosen und -flaschen, Zigarettenkippen und und und...unglaublich!!! Und da bringt er ganze Tage drin zu...Das einzige Mal, wo er dann rausgeht, ist, um sich Bier und Zigaretten zu kaufen.
Jedenfalls war das am Sonntag ziemlich schwer zu ertragen, wie er nebenan saß und ich ihn hab grölen hören. Er singt nämlich...andauernd und überall. Und laut. Aber er kanns nicht. Also singen triffts nicht, grölen ist tatsächlich besser. So wie ein Betrunkener halt "singt". Das hatte so ein bisschen was von Piratenfest...wenn die so alle am Tisch sitzen und trinken, mit Essensresten um sich werfen und eben rumbrüllen. Nur dass er kein Pirat ist...und das auch kein Film sondern sein "LEBEN". Und allein war er noch dazu. Und ich mittendrin. Ich hab dann ne Mail an die Mädels geschrieben, weil ich den Frust mal loswerden wollte, und die haben alle voll süß reagiert und mich eingeladen zu sich - wenn ich mal ne Nacht hier raus muss, oder sogar zum Duschen, wenn ich mal keine Lust auf Haare in der Dusche habe...(das Problem hat sich ja auch nach meinem Hinweis nicht gegeben).
Aber jetzt hab ich auch schon fast die Hälfte rum hier, das wird schon. Und sonst sehen wir uns ja auch selten, da ich ja immer früh rausgeh und bis nachmittags oder abends wegbleibe. Und er pennt halt bis Mittag und ist den Abend weg. Also verpassen wir uns Gott sei Dank meistens.
Dass ich die Gitarre jedes Mal desinfizieren muss, brauch ich nicht extra erwähnen oder? Dass das Papiertuch auch jedes Mal schwarz ist, auch nicht, oder? Ok.
So, und morgen gehts dann also los. Wir fahren abends und über Nacht nach Boston. Wir, das sind Christina und ich. Dort sind wir dann Freitag und Samstag. Mal sehen, ob ich was anderes als "Feuerwähr-Autos", Eichhörnchen und Enten zu Gesicht bekomme...(kleine Anspielung, auf jemanden, der sich in Boston schon gut auskennt. Wie mein Vater es so passend ausdrückte: Jetzt hat er schon 2 Familienmitglieder, die in Boston waren: Das Intelligenteste und das Dümmste. Wer wer ist, das Raten überlass ich euch.)
Am Sonntagmorgen fahren wir dann nach New York. Ich schreib das so und erzähl auch so von, als wär das irgendso ein Ort halt, wo man mal zum Angucken hinfährt...Moment, ich versuchs noch mal mit mehr Emotion: BOOOOAAAAHHH!!!! Ich fahr am Sonntag nach NEW YOOOOORRRKKKK!!!! Woooohooooo!!!! :D Ok, ich fühl mich schon besser. :)
Dort sind wir dann bis zu unserem Heimflug am Donnerstag. Bis auf den Mittwoch, da fahren wir morgens nach Philadelphia und abends auch wieder zurück. Hab ich schon mal erwähnt, dass Philadelphia auch mein Lieblingsfilm ist? Ich freu mich voll... :D
Also habt ihr erst mal gute Chancen, bis Donnerstag eure Ruhe zu haben von mir. Dann bombardiert mich aber auch nicht mit Mails und sonstigem bei FB! :) Wenn ich dann nämlich wiederkomme und 54 Nachrichten hab, dann antworte ich bestimmt niemandem davon :)
Wie ich eine Woche ohne Internet auskomme, das wird auch noch so ein Experiment. Vor allem, wenn ich so viel erlebe. Ich muss das doch sonst immer gleich posten, weil ich sonst platze. Und wenn das jetzt nicht geht...die arme Christina, die muss das jetzt eine Woche lang aushalten :)
Also dann, mein Lieben. Ich wünsche denjenigen von euch, die auch in den Urlaub fliegen, eine tolle Reise. Und den anderen eine tolle Woche. Ich meld mich sicher schnellstmöglich zurück ;)
Ganz liebe Grüße
Die Franzi
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Montag, 17. Oktober 2011
Konzert, Ballett, Kino und Reisen
diefranzi, 00:24h
Hallo, meine Lieben.
Heute gibt es mal einen weniger spannenden Beitrag. Was nicht heißt, dass ich nicht eine aufregende Woche gehabt hätte, oder dass nicht ganz, ganz tolle Dinge zu verkünden wären. :)
Aber ich versuch mal, mich kurz zu fassen. Ihr kennt das…
Diese Woche war ich hauptsächlich mal Studentin. Da anscheinend in einigen Regionen Mitteldeutschlands und sogar bis nach München die Frage aufkommt, ob die Franzi eigentlich auch noch studiert: JA! Das tut sie. Davon erzähl ich nur nicht. Was auch? Also ich erzähl euch klar alles von meinen Ausflügen, Unternehmungen, Reisen…Aber wollt ihr denn, dass ich euch jetzt auch noch erzähle: „Ach, und dann hab ich eine Studie gelesen, bei der Forscher signifikante Korrelationen zwischen den soziodemographischen Faktoren wie „Bildung“ oder „Anzahl der Autos im Haushalt“ und dem Aufkommen häuslicher Gewalt nachgewiesen haben.“ Und: „Also ein Cronbach-Alpha ab .70 ist kein gültiges Kriterium, wenn es um die Entscheidung geht, ob ich meinen Test anwenden kann oder nicht…“ Nein, ich denke, ich bleibe bei meinen Reisen und sonstigen Erlebnissen und das Psychologie-Studium erkläre ich hiermit zur Privatsache. :)
Was aber die Woche noch Interessantes los war, gibt’s jetzt:
Es war schon länger geplant, seit letzter Woche war es auch sicher, da es aber ein Geburtstagsgeschenk für Christina war, welches erst gestern überreicht wurde, kann ich es erst jetzt „veröffentlichen“: Am 8.November gehen wir Mädels zu Coeur de Pirate – eine Sängerin und Pianistin von hier, die aber in Europa eigentlich viel bekannter ist als hier. Macht nichts, wir freuen uns drauf! Mit Europa meine ich Frankreich übrigens…
Und dann hab ich es tatsächlich geschafft, noch die Mädels für ein ganz besonderes Vorhaben zu gewinnen. Am Anfangen haben mich alle so ein bisschen wie Obst angeschaut oder gleich verlegen weggeschaut. Jetzt hab ich aber doch insgesamt 3 Mädels gefunden, mit denen ich am 10. Dezember (ja, ich weiß…aber ich plan halt gerne im Voraus) ins Ballett gehe!!! Juhu!!! Freu mich voll drauf. Aschenputtel in Aix hatte mich einfach überzeugt. Und jetzt sehen wir Tchaikovskys Nussknacker-Suite!!! Hammer! Boah, ich freu mich so! :D
Der Herbst hat uns jetzt wieder. Nach dem wunderbaren WE hat es nun angefangen, heftig zu stürmen und es regnet immer wieder. Normal Mitte Oktober, würd ich sagen. Es ist aber immer noch wesentlich wärmer als bei euch! Gut so, denn die Post meint auch, sich Zeit lassen zu können mit meinem heiß ersehnten Paketchen – stellt euch das Elend mal vor: Da ist ja nicht nur meine Winterjacke drin. Sondern was noch viel wichtiger wäre, wäre doch die erste DVD mit den ersten 3 Folgen Super Nanny vom August und September. Mittlerweile ist die Staffel schon halb rum und ich krieg außer dummen Diskussionen über die Abschaffung der Sendung nichts mit. Im Grunde kann ich mich drüber freuen. So viel wurde über die Sendung schon lange nicht mehr gesprochen. Und die Einschaltquoten sind – sicher auch Dank der Kritiken – super. RTL wird wohl ein so viel geschautes Programm eher nicht aus dem Programm nehmen. Da freut sich die Franzi. Noch schöner wärs doch aber, Katia auch mal wieder zu sehen…
Ja diese Woche muss ich auch noch mal fleißig sein, was schwer wird, denn am liebsten würd ich jetzt schon Koffer packen und losmachen. Am Donnerstagabend ist es dann so weit. Also bei euch Freitagmorgen. Ich meld mich aber vorher noch mal, bevor es dann für eine Woche Funkstille gibt und ich die USA erkunde. Gestern hab ich jedenfalls schon mal Geld umgetauscht – diese US-Dollar sehen ja schon n bissl aus wie Spielzeug-Geld. Nur versiffter. Beim nächsten Mal druck ich die mir selber, das kann ja so schwer nicht sein, so wie die ausschauen.
Gestern Abend waren wir im Kino – Restless, ein Film von hier. Sehr bewegend, toller Film, aber auch irgendwie …seltsam. Es ging im Grunde um eine junge Frau, die an Krebs erkrankt ist und weiß, dass sie nur noch wenige Monate hat. Und genau da verliebt sie sich. Na ja, jedenfalls ist das einer dieser Filme, bei denen man am Ende dankbar ist, dass sie den Saal noch bis zum Ende des Abspanns dunkel lassen…Und es ist auch seltsam, sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen, zu einem Zeitpunkt, an dem man das Gefühl hat mehr und besser zu leben als je zuvor.
Ja, das wars auch schon. Seht ihr, kurz und schmerzlos. Fast. Bis die Tage dann und danke fürs Lesen, ihr Fleißigen. :)
Die Franzi
Heute gibt es mal einen weniger spannenden Beitrag. Was nicht heißt, dass ich nicht eine aufregende Woche gehabt hätte, oder dass nicht ganz, ganz tolle Dinge zu verkünden wären. :)
Aber ich versuch mal, mich kurz zu fassen. Ihr kennt das…
Diese Woche war ich hauptsächlich mal Studentin. Da anscheinend in einigen Regionen Mitteldeutschlands und sogar bis nach München die Frage aufkommt, ob die Franzi eigentlich auch noch studiert: JA! Das tut sie. Davon erzähl ich nur nicht. Was auch? Also ich erzähl euch klar alles von meinen Ausflügen, Unternehmungen, Reisen…Aber wollt ihr denn, dass ich euch jetzt auch noch erzähle: „Ach, und dann hab ich eine Studie gelesen, bei der Forscher signifikante Korrelationen zwischen den soziodemographischen Faktoren wie „Bildung“ oder „Anzahl der Autos im Haushalt“ und dem Aufkommen häuslicher Gewalt nachgewiesen haben.“ Und: „Also ein Cronbach-Alpha ab .70 ist kein gültiges Kriterium, wenn es um die Entscheidung geht, ob ich meinen Test anwenden kann oder nicht…“ Nein, ich denke, ich bleibe bei meinen Reisen und sonstigen Erlebnissen und das Psychologie-Studium erkläre ich hiermit zur Privatsache. :)
Was aber die Woche noch Interessantes los war, gibt’s jetzt:
Es war schon länger geplant, seit letzter Woche war es auch sicher, da es aber ein Geburtstagsgeschenk für Christina war, welches erst gestern überreicht wurde, kann ich es erst jetzt „veröffentlichen“: Am 8.November gehen wir Mädels zu Coeur de Pirate – eine Sängerin und Pianistin von hier, die aber in Europa eigentlich viel bekannter ist als hier. Macht nichts, wir freuen uns drauf! Mit Europa meine ich Frankreich übrigens…
Und dann hab ich es tatsächlich geschafft, noch die Mädels für ein ganz besonderes Vorhaben zu gewinnen. Am Anfangen haben mich alle so ein bisschen wie Obst angeschaut oder gleich verlegen weggeschaut. Jetzt hab ich aber doch insgesamt 3 Mädels gefunden, mit denen ich am 10. Dezember (ja, ich weiß…aber ich plan halt gerne im Voraus) ins Ballett gehe!!! Juhu!!! Freu mich voll drauf. Aschenputtel in Aix hatte mich einfach überzeugt. Und jetzt sehen wir Tchaikovskys Nussknacker-Suite!!! Hammer! Boah, ich freu mich so! :D
Der Herbst hat uns jetzt wieder. Nach dem wunderbaren WE hat es nun angefangen, heftig zu stürmen und es regnet immer wieder. Normal Mitte Oktober, würd ich sagen. Es ist aber immer noch wesentlich wärmer als bei euch! Gut so, denn die Post meint auch, sich Zeit lassen zu können mit meinem heiß ersehnten Paketchen – stellt euch das Elend mal vor: Da ist ja nicht nur meine Winterjacke drin. Sondern was noch viel wichtiger wäre, wäre doch die erste DVD mit den ersten 3 Folgen Super Nanny vom August und September. Mittlerweile ist die Staffel schon halb rum und ich krieg außer dummen Diskussionen über die Abschaffung der Sendung nichts mit. Im Grunde kann ich mich drüber freuen. So viel wurde über die Sendung schon lange nicht mehr gesprochen. Und die Einschaltquoten sind – sicher auch Dank der Kritiken – super. RTL wird wohl ein so viel geschautes Programm eher nicht aus dem Programm nehmen. Da freut sich die Franzi. Noch schöner wärs doch aber, Katia auch mal wieder zu sehen…
Ja diese Woche muss ich auch noch mal fleißig sein, was schwer wird, denn am liebsten würd ich jetzt schon Koffer packen und losmachen. Am Donnerstagabend ist es dann so weit. Also bei euch Freitagmorgen. Ich meld mich aber vorher noch mal, bevor es dann für eine Woche Funkstille gibt und ich die USA erkunde. Gestern hab ich jedenfalls schon mal Geld umgetauscht – diese US-Dollar sehen ja schon n bissl aus wie Spielzeug-Geld. Nur versiffter. Beim nächsten Mal druck ich die mir selber, das kann ja so schwer nicht sein, so wie die ausschauen.
Gestern Abend waren wir im Kino – Restless, ein Film von hier. Sehr bewegend, toller Film, aber auch irgendwie …seltsam. Es ging im Grunde um eine junge Frau, die an Krebs erkrankt ist und weiß, dass sie nur noch wenige Monate hat. Und genau da verliebt sie sich. Na ja, jedenfalls ist das einer dieser Filme, bei denen man am Ende dankbar ist, dass sie den Saal noch bis zum Ende des Abspanns dunkel lassen…Und es ist auch seltsam, sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen, zu einem Zeitpunkt, an dem man das Gefühl hat mehr und besser zu leben als je zuvor.
Ja, das wars auch schon. Seht ihr, kurz und schmerzlos. Fast. Bis die Tage dann und danke fürs Lesen, ihr Fleißigen. :)
Die Franzi
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Montag, 10. Oktober 2011
Das Haus am See...
diefranzi, 19:15h
Hallo, meine Lieben,
ich bin zurück. Ich bin weder von Bären attackiert worden, noch bin ich gekentert. Die einzigen Schäden, die ich davongetragen hab, sind 2 fette Mückenstiche, aber damit komm ich wohl klar. :)
Es ging also am Samstagmorgen los. Um 5 bin ich aufgestanden – da muss man schon motiviert sein. Dann hat es eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis wir dann endlich unsere Autos hatten und losfahren konnten. Wir waren insgesamt ja 21 Leute und haben dort einen PKW und 2 so riesige Teile bekommen mit je 8Plätzen und mindestens noch mal so viel Kofferraum.
Dann sind wir losgefahren. Gute 2 Std. durch immer bunter werdende Wälder. Und dann immer mehr Seen links und rechts der Straße. Schon da hab ich regelmäßig Gänsehaut bekommen. Noch dazu haben wir einen Klassik-Radiosender gefunden, der so genial zu den Farben im Wald gepasst hat… :) Und gelernt haben wir auch noch was: Da lief Vivaldi, den wir sogar als solchen identifiziert haben. Und dann die Überlegung: ist das jetzt Frühling? Sommer? Herbst? Wir haben uns auf Herbst geeinigt, weil das so schön zur Umgebung passte. :) Dann die Spannung auf dem Maximum und der große Moment der Auflösung, als die gute Frau im Radio meinte: Das war der Frühling…Pfff, und ich hab vorher noch groß den Frühling ausgeschlossen, da war ich mir sicher. Das nur so am Rande, wir hatten jedenfalls Spaß. :)
Als wir im Nationalpark waren, gab es noch kleine Probleme, was die Zeltplätze anging. Die haben da super strikte Vorschriften, wie viele Leute da sein dürfen und so und zuerst hieß es, man darf nur zu dritt in einem Zelt sein und 4 Zelte haben – also 12 pro Platz. Aber 3mal 4Leute pro Zelt, das ging nicht. Wir haben ihnen dann erklärt, dass das dämlich ist, und dann haben sie uns auch so reingelassen. :)
Dann haben wir die Kanus geliehen. Je zu zweit in einem, ein Dreier-Kanu war auch dabei. Das größte Problem war (hinsichtlich des Umkipp-Risikos), dass wir anfangs die ganzen Sachen – Zelte, Matten, Rucksäcke, Essen etc. – mit im Kanu hatten, denn die Zeltplätze sind ausschließlich über den See erreichbar. Dann sind die mitten im Wald am Seeufer und es gibt einfach keinen Weg in dem Wald oder so. Es ist einfach Natur pur. Wahnsinn. Nach einer kurzen Picknick-Pause haben wir dann unsere Zeltplätze gesucht, gefunden und uns dort eingerichtet. Und danach sind wir ein bisschen paddeln gegangen. Auf meinen Fotos sitzt übrigens immer Mirjam (aus Dtl.) vor mir. Fotos, auf denen ich paddel, müsste sie haben. Mal sehen. Neben dem See und den Wäldern, die natürlich nach wie vor unbegreiflich schön waren, haben wir uns auch mit einer neuen Sportart amüsiert: dem Kanu-Frisbee. Es hatte jemand einen Frisbee mit und wir haben uns den auf dem See zugeworfen. Sehr witzige Sache. (Frisbees sind übrigens multifunktional einsetzbar: zum Spielen, zum Feuer anpusten, als Teller...)
Abends haben wir dann gegrillt, da die dort einen Grill und Feuerholz haben. Es gab außerdem an Luxus ein Plumpsklo im Wald. Und was auch wichtig war, war das große Metallgestell, an dem wir unser gesamtes Essen aufhängen und hochziehen mussten, was einiges an Intelligenz und Teamwork voraussetzt, damit die Bären nichts holen können. Die Bären haben uns schon auch Angst gemacht. Es sind zwar „nur“ Schwarzbären, die doch recht klein sind und eher „faul“, aber nachts im stockfinsteren Wald wird’s einem schon anders. Vor allem als wir alles zusammengepackt haben vor dem Schlafengehen und plötzlich ein Grummeln und Röcheln aus dem Wald direkt neben uns kam. Und man sieht ja nichts im Dunkeln! Da ging uns allen kurz mal ordentlich die Pumpe. Bis jemand meinte, 2 unserer Jungs seien schon schlafen gegangen und das wäre ein Schnarchen gewesen! Und tatsächlich, das Geräusch kam aus der Richtung des Zeltes und der böse Bär war in Wahrheit nur der schnarchende Tom. Haben wir gelacht! :)
In der Nacht war keine Wolke am sternenklaren Himmel. Wir standen im Mondschein am tiefschwarzen See und haben uns die Zähne geputzt und Lisa brachte es auf den Punkt: „Ich glaub, ich hab noch nie so idyllisch Zähne geputzt.“ Es war so unbeschreiblich schön dort.
Am nächsten Morgen gabs dann ordentlich Frühstück, wir haben die Zelte abgebaut und sind mit den Kanus zum Bootsverleih zurückgefahren. Dann sind wir von dort mit dem Auto an die andere Seite des Sees gefahren, haben dort wieder Kanus geholt und sind noch ein Stück weiter auf den nächsten See gefahren. Dazu mussten wir teilweise durch ganz flache Pfützchen fahren, aussteigen, das Kanu ziehen. An einer Stelle war uns ein Biberstaudamm im Weg. Am andern Ende angekommen sind wir dann ein Stück durch den Wald gelaufen und hoch zu einem Aussichtspunkt, der uns wirklich den Atem genommen hat, so großartig war das, was wir von dort sehen konnten. Ich hab insgesamt über 200 Fotos gemacht und es war nicht leicht, für fb welche auszuwählen. 97 sind es jetzt noch.
Dann sind wir zurückgepaddelt haben Kanus und Paddel und Schwimmwesten und so abgegeben, haben noch ein Picknick gemacht und sind nach Hause gefahren. Genau genommen bin ich nach Hause gefahren. Erst war mir da ein bisschen mulmig bei dem Gedanken. Also ich fahre ja eigentlich gerne Auto, aber ich hab ja seit 4einhalb Jahren meinen Corsa…Und jetzt diesen riesigen Ford mit 8 Personen drin. Automatik natürlich. Also wie gesagt, erst war mir ein bisschen komisch dabei, dann hat es aber echt Spaß gemacht und wir sind ja auch gut angekommen – abends um 9. Jetzt kann ich also definitiv 7 Kinder kriegen, weil auch das Problem des „wie krieg ich die im Auto transportiert?“ geklärt ist. :)
Und ich hab heute nicht mal Muskelkater vom Paddeln. Gestern Abend war ich sooo müde. Ich kam heim, hab meine Sachen ausgepackt und aufgeräumt, war duschen und bin gegen 23h wie tot ins Bett gefallen – den Kopf voller bunter Bilder, voller unglaublich schöner Erinnerungen und dem Gedanken, dass das alles viel zu schön ist, um wahr zu sein. DAS war Canada. DAS war das, was ich seit eh und je mit diesem Land verbunden habe. DAS war das, was ich hier unbedingt erleben wollte. Und jetzt hab ich es erlebt. Und wir hatten 2 Tage lang über 20° und Sonne satt. Wir hatten keinen Regen, keinen Nebel, keinen kalten Wind. Wir hatten den berühmten "indian summer", den "été indien". Ich weiß nicht, ob ich in den letzten 23Jahren schon mal so viel Glück hatte. Ich habe 2 Tage lang auf keine Uhr, kein Handy geschaut. Es war egal wie spät es war. Was wichtig war, war wann es dunkel und wieder hell wird. Es gab kein warmes Wasser, es gab kein Internet. Es gab keinen Stress. Es war uns so seltsam, als wir gestern Abend dann das Auto abgegeben haben und in die Metro eingestiegen sind. Das war so unecht auf einmal. Und es ist beeindruckend, wie schnell uns die Zivilisation und der Stress des Großstadt-Alltags wieder zurück hatte: Als wir die Treppe zur Metro runter gingen, kam gerade die Bahn in unsere Richtung und wir sind schnell gerannt, um sie noch zu bekommen. So, dass wir keine Zeit mehr hatten, uns von Lisa zu verabschieden, die als Einzige in die andere Richtung fuhr. Welcome back to Montréal.
Heute ist thanksgiving aber wir haben es nicht organisiert bekommen, irgendwo essen zu gehen heute. Also verschieb ich mein Thanksgiving-Erlebnis auf irgendwann später in meinem Leben und nutze den Tag heute mal für mein Studium.
Ich hoffe, ich habe euch einen kleinen Einblick geben können in das, was ich hier gerade erlebt habe, und ich hoffe, halbwegs die richtigen Worte gefunden zu haben, um zu beschreiben, was so unbeschreibbar schön und faszinierend ist. Die Fotos können vielleicht auch noch einen kleinen Teil dazu beitragen.
Ganz liebe Grüße an euch von eurer überglücklichen
Franzi
ich bin zurück. Ich bin weder von Bären attackiert worden, noch bin ich gekentert. Die einzigen Schäden, die ich davongetragen hab, sind 2 fette Mückenstiche, aber damit komm ich wohl klar. :)
Es ging also am Samstagmorgen los. Um 5 bin ich aufgestanden – da muss man schon motiviert sein. Dann hat es eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis wir dann endlich unsere Autos hatten und losfahren konnten. Wir waren insgesamt ja 21 Leute und haben dort einen PKW und 2 so riesige Teile bekommen mit je 8Plätzen und mindestens noch mal so viel Kofferraum.
Dann sind wir losgefahren. Gute 2 Std. durch immer bunter werdende Wälder. Und dann immer mehr Seen links und rechts der Straße. Schon da hab ich regelmäßig Gänsehaut bekommen. Noch dazu haben wir einen Klassik-Radiosender gefunden, der so genial zu den Farben im Wald gepasst hat… :) Und gelernt haben wir auch noch was: Da lief Vivaldi, den wir sogar als solchen identifiziert haben. Und dann die Überlegung: ist das jetzt Frühling? Sommer? Herbst? Wir haben uns auf Herbst geeinigt, weil das so schön zur Umgebung passte. :) Dann die Spannung auf dem Maximum und der große Moment der Auflösung, als die gute Frau im Radio meinte: Das war der Frühling…Pfff, und ich hab vorher noch groß den Frühling ausgeschlossen, da war ich mir sicher. Das nur so am Rande, wir hatten jedenfalls Spaß. :)
Als wir im Nationalpark waren, gab es noch kleine Probleme, was die Zeltplätze anging. Die haben da super strikte Vorschriften, wie viele Leute da sein dürfen und so und zuerst hieß es, man darf nur zu dritt in einem Zelt sein und 4 Zelte haben – also 12 pro Platz. Aber 3mal 4Leute pro Zelt, das ging nicht. Wir haben ihnen dann erklärt, dass das dämlich ist, und dann haben sie uns auch so reingelassen. :)
Dann haben wir die Kanus geliehen. Je zu zweit in einem, ein Dreier-Kanu war auch dabei. Das größte Problem war (hinsichtlich des Umkipp-Risikos), dass wir anfangs die ganzen Sachen – Zelte, Matten, Rucksäcke, Essen etc. – mit im Kanu hatten, denn die Zeltplätze sind ausschließlich über den See erreichbar. Dann sind die mitten im Wald am Seeufer und es gibt einfach keinen Weg in dem Wald oder so. Es ist einfach Natur pur. Wahnsinn. Nach einer kurzen Picknick-Pause haben wir dann unsere Zeltplätze gesucht, gefunden und uns dort eingerichtet. Und danach sind wir ein bisschen paddeln gegangen. Auf meinen Fotos sitzt übrigens immer Mirjam (aus Dtl.) vor mir. Fotos, auf denen ich paddel, müsste sie haben. Mal sehen. Neben dem See und den Wäldern, die natürlich nach wie vor unbegreiflich schön waren, haben wir uns auch mit einer neuen Sportart amüsiert: dem Kanu-Frisbee. Es hatte jemand einen Frisbee mit und wir haben uns den auf dem See zugeworfen. Sehr witzige Sache. (Frisbees sind übrigens multifunktional einsetzbar: zum Spielen, zum Feuer anpusten, als Teller...)
Abends haben wir dann gegrillt, da die dort einen Grill und Feuerholz haben. Es gab außerdem an Luxus ein Plumpsklo im Wald. Und was auch wichtig war, war das große Metallgestell, an dem wir unser gesamtes Essen aufhängen und hochziehen mussten, was einiges an Intelligenz und Teamwork voraussetzt, damit die Bären nichts holen können. Die Bären haben uns schon auch Angst gemacht. Es sind zwar „nur“ Schwarzbären, die doch recht klein sind und eher „faul“, aber nachts im stockfinsteren Wald wird’s einem schon anders. Vor allem als wir alles zusammengepackt haben vor dem Schlafengehen und plötzlich ein Grummeln und Röcheln aus dem Wald direkt neben uns kam. Und man sieht ja nichts im Dunkeln! Da ging uns allen kurz mal ordentlich die Pumpe. Bis jemand meinte, 2 unserer Jungs seien schon schlafen gegangen und das wäre ein Schnarchen gewesen! Und tatsächlich, das Geräusch kam aus der Richtung des Zeltes und der böse Bär war in Wahrheit nur der schnarchende Tom. Haben wir gelacht! :)
In der Nacht war keine Wolke am sternenklaren Himmel. Wir standen im Mondschein am tiefschwarzen See und haben uns die Zähne geputzt und Lisa brachte es auf den Punkt: „Ich glaub, ich hab noch nie so idyllisch Zähne geputzt.“ Es war so unbeschreiblich schön dort.
Am nächsten Morgen gabs dann ordentlich Frühstück, wir haben die Zelte abgebaut und sind mit den Kanus zum Bootsverleih zurückgefahren. Dann sind wir von dort mit dem Auto an die andere Seite des Sees gefahren, haben dort wieder Kanus geholt und sind noch ein Stück weiter auf den nächsten See gefahren. Dazu mussten wir teilweise durch ganz flache Pfützchen fahren, aussteigen, das Kanu ziehen. An einer Stelle war uns ein Biberstaudamm im Weg. Am andern Ende angekommen sind wir dann ein Stück durch den Wald gelaufen und hoch zu einem Aussichtspunkt, der uns wirklich den Atem genommen hat, so großartig war das, was wir von dort sehen konnten. Ich hab insgesamt über 200 Fotos gemacht und es war nicht leicht, für fb welche auszuwählen. 97 sind es jetzt noch.
Dann sind wir zurückgepaddelt haben Kanus und Paddel und Schwimmwesten und so abgegeben, haben noch ein Picknick gemacht und sind nach Hause gefahren. Genau genommen bin ich nach Hause gefahren. Erst war mir da ein bisschen mulmig bei dem Gedanken. Also ich fahre ja eigentlich gerne Auto, aber ich hab ja seit 4einhalb Jahren meinen Corsa…Und jetzt diesen riesigen Ford mit 8 Personen drin. Automatik natürlich. Also wie gesagt, erst war mir ein bisschen komisch dabei, dann hat es aber echt Spaß gemacht und wir sind ja auch gut angekommen – abends um 9. Jetzt kann ich also definitiv 7 Kinder kriegen, weil auch das Problem des „wie krieg ich die im Auto transportiert?“ geklärt ist. :)
Und ich hab heute nicht mal Muskelkater vom Paddeln. Gestern Abend war ich sooo müde. Ich kam heim, hab meine Sachen ausgepackt und aufgeräumt, war duschen und bin gegen 23h wie tot ins Bett gefallen – den Kopf voller bunter Bilder, voller unglaublich schöner Erinnerungen und dem Gedanken, dass das alles viel zu schön ist, um wahr zu sein. DAS war Canada. DAS war das, was ich seit eh und je mit diesem Land verbunden habe. DAS war das, was ich hier unbedingt erleben wollte. Und jetzt hab ich es erlebt. Und wir hatten 2 Tage lang über 20° und Sonne satt. Wir hatten keinen Regen, keinen Nebel, keinen kalten Wind. Wir hatten den berühmten "indian summer", den "été indien". Ich weiß nicht, ob ich in den letzten 23Jahren schon mal so viel Glück hatte. Ich habe 2 Tage lang auf keine Uhr, kein Handy geschaut. Es war egal wie spät es war. Was wichtig war, war wann es dunkel und wieder hell wird. Es gab kein warmes Wasser, es gab kein Internet. Es gab keinen Stress. Es war uns so seltsam, als wir gestern Abend dann das Auto abgegeben haben und in die Metro eingestiegen sind. Das war so unecht auf einmal. Und es ist beeindruckend, wie schnell uns die Zivilisation und der Stress des Großstadt-Alltags wieder zurück hatte: Als wir die Treppe zur Metro runter gingen, kam gerade die Bahn in unsere Richtung und wir sind schnell gerannt, um sie noch zu bekommen. So, dass wir keine Zeit mehr hatten, uns von Lisa zu verabschieden, die als Einzige in die andere Richtung fuhr. Welcome back to Montréal.
Heute ist thanksgiving aber wir haben es nicht organisiert bekommen, irgendwo essen zu gehen heute. Also verschieb ich mein Thanksgiving-Erlebnis auf irgendwann später in meinem Leben und nutze den Tag heute mal für mein Studium.
Ich hoffe, ich habe euch einen kleinen Einblick geben können in das, was ich hier gerade erlebt habe, und ich hoffe, halbwegs die richtigen Worte gefunden zu haben, um zu beschreiben, was so unbeschreibbar schön und faszinierend ist. Die Fotos können vielleicht auch noch einen kleinen Teil dazu beitragen.
Ganz liebe Grüße an euch von eurer überglücklichen
Franzi
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Samstag, 8. Oktober 2011
kurzes Wochenresümee und die Vorschau auf's WE
diefranzi, 04:38h
Also, ich halte mich einfach an meine Überschrift:
Diese Woche ging sooo schnell rum, weil ich ja gut was zu tun hatte. Very special war eigentlich nur der Mittwochabend - Mittwochabende sind irgendwie immer die besten in meinem Leben gewesen - Waldpartys, SuperNanny und jetzt das! Am Mittwoch waren wir internationalen Studenten von allen möglichen Unis Montréals höchst offiziell im Kongresszentrum eingeladen. Da hammer uns ma ein bisschen schick gemacht - also einige zumindest. :) Also die meisten Mädels waren schon mit Kleidern da und so, einige Jungs auch im Anzug. Jeans gabs aber auch. Dann kriegte da jeder so Namensschildchen um und so, voll witzig. Und Geschenke gab's: Taschen mit viel so Info-Flyern und so, einen Montreal-Pin, einen Montreal-USB-Stick (ja, sowas hat auch nicht jeder!) und..und jetzt Achtung: Äpfel! Ja, den Sinn haben wir uns auch nicht klarmachen können, aber es gab da einen Stand mit Äpfeln. Und da wir arme Studenten sind, haben wir uns da drauf gestürzt, als gäbe es morgen keine Äpfel mehr. So ein bisschen wie ihr früher mit den Orangen, ne Mama ;) Ja, dann haben da einige Leute irgendwelche Reden gehalten, es wurde geworben für irgendwelche Firmen, für Integration und und und...Also das waren schon wichtige Leute, wobei der Bürgermeister LEIDER nicht kommen konnte. Hm...
Dann war aber die Musik doof - es fehlte irgendwie eine Melodie zu dem umz umz umz. Da sind wir eben noch was trinken gegangen - in einer Bar, in der sie Oktoberfest-Menüs anbieten und München-Biere...Spinner.
Ja, das war auch schon der zauberhafte Abend. Wir durften uns kurz mal ein bisschen VIP fühlen, weil uns da so schön alles hinterher geräumt wurde und so, aber mehr war's jetzt auch nicht. Und die fangen ihre Veranstaltungen ja immer voll früh an: 19h30 ging das los und sollte bis 24h gehen! In Frankreich geh ich 23h aus dem Haus, wenn ich "weg gehe".
Ja, gestern und heute hab ich mich dann hauptsächlich mit den Vorbereitungen für das WE beschäftigt. Hab jemanden gefunden, der mir Schlafsack und sowas leiht. Weil:
Morgen früh gehn wir campen und Kanu fahren! Wir treffen uns 6h45 bei der Autovermietung, fahren dann in den Nationalpark, packen dort unsere Sachen in die Kanus, fahren übern See zu unserm Zeltplatz, laden die Sachen aus, fahren noch mal los. Soweit der Plan. Und Sonntag fahren wir auch noch rum und kommen dann abends wieder heim. Das wird so großartig! Vor allem haben sie super Wetter angesagt und es ist auch gestern und heute schon super schön gewesen. Zwar kalt nachts - bis 2° waren wir schon runter - aber Sonne satt und die Wälder sind ja jetzt so herrlich bunt. Hab ich schon erwähnt, dass ich mich soooo sehr drauf freue? Wahnsinn. :)
Wenn ich mich am Montag dann nicht wieder zurückmelde, dann bin ich entweder ertrunken, erfroren, oder die Bären haben mich gekriegt. Die gibts ja wirklich hier, das ist ja kein Märchen. Aber uns hat schon wer nen super Tipp gegeben: Bären können wohl nicht bergab rennen, daher soll man bergab vor ihnen flüchten. Mit so nem Hammer-Tipp in der Tasche kann ja nichts mehr passieren.
Am Montag ist übrigens auch hier Thanksgiving und wir hoffen noch, dass wir ein Restaurant finden, was uns das original Thanksgiving-Essen macht. :)
Also dann, euch auch ein schönes WE und bis bald dann :)
Kussi
die Franzi
p.s. Die Fotos gibt's jetzt im Ordner Montreal II auf FB, weil das erste voll ist. Ich darf nur 200 Fotos pro Album... :)
Diese Woche ging sooo schnell rum, weil ich ja gut was zu tun hatte. Very special war eigentlich nur der Mittwochabend - Mittwochabende sind irgendwie immer die besten in meinem Leben gewesen - Waldpartys, SuperNanny und jetzt das! Am Mittwoch waren wir internationalen Studenten von allen möglichen Unis Montréals höchst offiziell im Kongresszentrum eingeladen. Da hammer uns ma ein bisschen schick gemacht - also einige zumindest. :) Also die meisten Mädels waren schon mit Kleidern da und so, einige Jungs auch im Anzug. Jeans gabs aber auch. Dann kriegte da jeder so Namensschildchen um und so, voll witzig. Und Geschenke gab's: Taschen mit viel so Info-Flyern und so, einen Montreal-Pin, einen Montreal-USB-Stick (ja, sowas hat auch nicht jeder!) und..und jetzt Achtung: Äpfel! Ja, den Sinn haben wir uns auch nicht klarmachen können, aber es gab da einen Stand mit Äpfeln. Und da wir arme Studenten sind, haben wir uns da drauf gestürzt, als gäbe es morgen keine Äpfel mehr. So ein bisschen wie ihr früher mit den Orangen, ne Mama ;) Ja, dann haben da einige Leute irgendwelche Reden gehalten, es wurde geworben für irgendwelche Firmen, für Integration und und und...Also das waren schon wichtige Leute, wobei der Bürgermeister LEIDER nicht kommen konnte. Hm...
Dann war aber die Musik doof - es fehlte irgendwie eine Melodie zu dem umz umz umz. Da sind wir eben noch was trinken gegangen - in einer Bar, in der sie Oktoberfest-Menüs anbieten und München-Biere...Spinner.
Ja, das war auch schon der zauberhafte Abend. Wir durften uns kurz mal ein bisschen VIP fühlen, weil uns da so schön alles hinterher geräumt wurde und so, aber mehr war's jetzt auch nicht. Und die fangen ihre Veranstaltungen ja immer voll früh an: 19h30 ging das los und sollte bis 24h gehen! In Frankreich geh ich 23h aus dem Haus, wenn ich "weg gehe".
Ja, gestern und heute hab ich mich dann hauptsächlich mit den Vorbereitungen für das WE beschäftigt. Hab jemanden gefunden, der mir Schlafsack und sowas leiht. Weil:
Morgen früh gehn wir campen und Kanu fahren! Wir treffen uns 6h45 bei der Autovermietung, fahren dann in den Nationalpark, packen dort unsere Sachen in die Kanus, fahren übern See zu unserm Zeltplatz, laden die Sachen aus, fahren noch mal los. Soweit der Plan. Und Sonntag fahren wir auch noch rum und kommen dann abends wieder heim. Das wird so großartig! Vor allem haben sie super Wetter angesagt und es ist auch gestern und heute schon super schön gewesen. Zwar kalt nachts - bis 2° waren wir schon runter - aber Sonne satt und die Wälder sind ja jetzt so herrlich bunt. Hab ich schon erwähnt, dass ich mich soooo sehr drauf freue? Wahnsinn. :)
Wenn ich mich am Montag dann nicht wieder zurückmelde, dann bin ich entweder ertrunken, erfroren, oder die Bären haben mich gekriegt. Die gibts ja wirklich hier, das ist ja kein Märchen. Aber uns hat schon wer nen super Tipp gegeben: Bären können wohl nicht bergab rennen, daher soll man bergab vor ihnen flüchten. Mit so nem Hammer-Tipp in der Tasche kann ja nichts mehr passieren.
Am Montag ist übrigens auch hier Thanksgiving und wir hoffen noch, dass wir ein Restaurant finden, was uns das original Thanksgiving-Essen macht. :)
Also dann, euch auch ein schönes WE und bis bald dann :)
Kussi
die Franzi
p.s. Die Fotos gibt's jetzt im Ordner Montreal II auf FB, weil das erste voll ist. Ich darf nur 200 Fotos pro Album... :)
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Mittwoch, 5. Oktober 2011
Mama, ich war an den Niagara-Fällen!
diefranzi, 05:22h
Wahnsinn, da sitz ich nun, das Wochenende ist vorbei und ich hab sooo viel gesehen! Wo fang ich an?
Also die erste Erkenntnis ist, dass 6Std. Bus fahren sehr, sehr lang sind. Oder viel mehr fast 7 Std., denn hinwärts haben wir länger gebraucht und standen vor Toronto im Stau – 20km von der Innenstadt entfernt (aber wohl schon IN Toronto) auf einer insgesamt 12-spurigen Autobahn…
Vorher sind wir zwischen Montréal und dem nächsten Stopp in Kingston 3Std. durchs Nichts gefahren. Wälder links und rechts der Straße und nichts sonst. Keine Abfahrt, kein Ort, nichts. 3Std. lang…
Aber wir sind gut angekommen und sind dann eine gute halbe Stunde voll bepackt durch das nächtliche Toronto gelaufen, um unsere Couchsurfer zu finden. Also die Couchsurfer waren ja wir, aber halt die, die uns unterbringen wollten. Ihr versteht mich schon.
Da war auch jemand zu Hause, der hat uns dann die Wohnung gezeigt. Wir hatten ein Zimmer für uns, weil eine Mitbewohnerin nicht da war, und haben dann auch am Abend nicht mehr viel gemacht, so platt wie wir waren.
Wir mussten ja auch am nächsten Morgen früh raus. 8h15 mussten wir wieder am Bus sein, also wieder eine halbe Stunde hinlaufen. Dieser Bus hat uns dann fast 2Std. entlang des Ontario-Sees gefahren, bis wir dann an den Niagara - Fällen waren.
Die Niagara – Fälle!
Wahnsinn. Ich war in der 8 oder 9. Klasse als wir Geografie beim guten Herrn Liebhold hatten. Einige von euch kennen den ja auch noch. Zur Erklärung für den Rest: Herr Liebhold war gefühlte 85 Jahre alt, lief immer mit seiner Lehrer-Tasche durch die Flure und rief: „Vorsicht, Salzsäure, heiß und fettig!“. Lustige Unterhemden hatte er immer an, die man auch durch die süßen roten Pullis gesehen hat. Und er reiste viel. Immer im Sommer. Sein Ziel: Alle Länder der Erde bereisen und ich denke, das hat er auch geschafft. Er war damals schon bei weit über 150 Ländern. Und dabei hat er fotografiert und seine Fotos als Dias aufbewahrt. Und immer am Ende eines Stoffgebietes hat er uns diese Dias vorgeführt zu dem jeweiligen Land, was wir gerade hatten. Ich kann mich an nicht mehr viel erinnern. Aber ich weiß noch genau, dass er uns von den Niagara – Fällen erzählt hat. Und dass ich mir damals gesagt hab: Wow, da muss ich mal hin.
Und jetzt war ich da. Jetzt laufen die Tränen, während ich das schreibe. Es ist so unglaublich toll, was ich gerade erleben darf.
Und dabei war so ein schlimmes Wetter. Ihr seht es ja auf den Fotos: Es hat geregnet, es war windig und es ist vor allem auch unter 10° seit Ende der letzten Woche. Wer angemessen gekleidet war, war eindeutig im Vorteil – und ich war’s nicht. Und mein Schirm war ja schon seit Wochen am kränkeln…es gibt auch Fotos, die seine Geschichte erzählen. Von „nicht mehr ganz in Form“ bis „kaputt“ und „im Mülleimer“. Denn da lag schon ein Artgenosse und ich hab meinen einfach dazu gelegt. Mit der Konsequenz, dass ich nun gar keinen Schirm mehr hatte. Aber das Problem hab ich dann am nächsten Tag in Toronto gelöst.
Ja, trotz des Wetters haben wir uns auf die berühmte „Maid of the Mist“ – also das Schiff dort – gewagt und sind bis ganz nah an die Horseshoe-Fälle herangefahren. Unglaublich beeindruckend das Ganze. Und ich war ganz nebenbei erwähnt auch so nah an den USA dran, wie noch nie zuvor und hab bestimmt von den amerikanischen Wasserfällen auch ein bisschen amerikanisches Wasser abbekommen. :)
Das Dorf drum herum ist aber, man muss es zugeben, unschlagbar gruselig und hässlich. Total das Touristen-Dorf mit lauter Geisterbahn-Wachsfiguren-Fastfood-Plastik-Buden mit ganz, ganz viel Bling Bling und Lärm. Schrecklich.
Ja, dann sind wir völlig durchnässt, tiefgekühlt und müde wieder zurückgefahren und wollten nur eins: nach Hause und duschen, einen Tee trinken und was Warmes anziehen. Danach wollten wir wieder in die Stadt und uns da ein bisschen umschauen.
Dann hatten wir nun endlich den 30minütigen Spaziergang wieder hinter uns, waren so glücklich, endlich im Hausflur zu stehen, da geht der Schlüssel nicht. Psychologisch betrachtet, war das ein echter Schlag ins Gesicht. Wenn man so kurz davor steht und dann geht die Tür nicht auf. Mit dem Handy war niemand zu erreichen. Also blieb uns nichts anderes übrig, als wieder zu gehen und unsere Sightseeing-Tour eben kalt und nass durchzuziehen. Bis wir dann abends um 21h ins Haus kamen…
Toronto ist ja die größte Stadt Kanadas. Es ist angeblich auch de sicherste in Nordamerika, aber ich weiß nicht, nach welchen Kriterien man da geht, denn von Montréal liest man dasselbe. Jedenfalls ist es eine komplett andere Welt als Montréal. Es ist ja auch eindeutig amerikanischer, weil nicht in Québec und damit englischsprachig. Es gibt alle 5m einen Starbucks oder Tim Hortons. Es ist überhaupt unglaublich, wie viele FastFood-Angebote es gibt. ÜBERALL sind die. Unglaublich.
Wir waren natürlich auch am CN-Tower. Dort haben wir geguckt, ob wir da mal hochfahren können, denn von oben kann man ja die ganze Stadt sehen und auf so ner Glasplatte laufen und so. Oder eben am Rand der Glasplatte stehen und verkrampft nach unten blinzeln für Angsthasen wie mich. :) Aber das kostet fix mal 25$ und das war uns dann doch zu viel – nur für einmal Fahrstuhl fahren. Schade, aber von unten war der Turm auch schön.
Am Abend waren wir dann also todmüde zu Hause, Bella fing an, krank zu werden, und ich hab mir einfach eingeredet, ich werd nicht krank. Meine Abwehrkräfte laufen auch grad heiß. Was die zu tun haben müssen, wenn man mal bedenkt, wie sehr ich immer friere und wie unpassend ich permanent gekleidet bin…Aber ich bin heute zumindest top in Form, während es Bella echt mies erwischt hat.
Am Montag sind wir dann mit unseren Sachen los, haben sie im Schließfach am Coach Terminal gelassen und sind dann noch mal durch die Stadt. Wir waren auf der Yonge-Street, welche nicht nur die Shopping-Meile Torontos ist, sondern auch mit 1860 km die längste Straße der Welt. Was nebenbei bemerkt komplett hohl ist, weil es ja im Grunde nur heißt, dass es die Straße ist, die am längsten nicht ihren Namen ändert…na ja. Angeben kann man trotzdem gut damit. :) Toronto hat auch eine Art Time Square. Und einen Hafen und von dort aus sind wir dann mit der Fähre rüber auf die Toronto Islands gefahren. Dort ist ein riesiger Park, alles schön grün – oder bunt zu dieser Jahreszeit. Und man hat einen tollen Blick auf die Skyline von Toronto. Und Strände sind dort. Also haben wir uns auch noch kurz an den Strand gesetzt – bei gefühlten -14° - und ein Päuschen gemacht.
Die Rückfahrt am Abend war dann wenig spektakulär. Der Bus war fast leer und Bella und ich hatten die meiste Zeit die vorderen 4 Sitze für uns – im Doppelstockbus oben ganz vorne, ein Spaß. Wir waren dann gegen 1h die Nacht zu Hause und ich war so gegen 2h im Bett und bin daher auch heute den ganzen Tag noch hinterher irgendwie. Wenn man ein WE weg ist, fehlen einem eben immer 2-3 Tage irgendwie…
Fazit dieses Wochenendes:
- mein Englisch ist grottenschlecht und ernsthaft verbesserungswürdig – 15Punkte im Englisch-LK und 4 Jahre später alles weg…also zumindest was das selbst sprechen angeht. Auch eine Frage des Selbstbewusstseins, aber jedenfalls muss sich das irgendwie wieder ändern…
- Toronto ist gar nicht so hässlich wie alle sagen, aber es wäre mir viel zu groß, um dort zu leben.
- Es gibt dort schwarze Eichhörnchen. :)
- Starbucks kann Leben retten, kann einen aber auch arm machen.
- Man sollte niemals Regenschirme für 2Euro kaufen.
- Wer nachts um 2 heimkommt, sollte am nächsten Tag frei bekommen.
- Auch auf einer 6stündigen Busfahrt hab ich nicht mehr Lust auf Psychometrie als zu Hause.
So, und jetzt noch ein kurzes „Und so geht es nächste Woche weiter…“:
Morgen Abend ist im Kongress-Zentrum eine Veranstaltung für internationale Studenten. Da haben wir alle eine Einladung bekommen und das musste man dann so ganz offiziell bestätigen und so. Bin mal gespannt, was das wird.
Und ich bin schon wieder am Organisieren, denn nächstes Wochenende gehen wir ja Kanu fahren und Campen…Also muss ich jetzt die Zeit vom letzten WE wieder reinholen plus welche vom nächsten vorholen. Logisch, ne. Passt.
So, ich glaube, das war im Grunde das Wichtigste. Ich befürchte, ich muss das jetzt alles auf Frz noch mal schreiben…Juhu!
Eine schöne Woche wünsche ich euch. Bis zum nächsten Mal!
Ganz liebe Grüße
Die Franzi
Also die erste Erkenntnis ist, dass 6Std. Bus fahren sehr, sehr lang sind. Oder viel mehr fast 7 Std., denn hinwärts haben wir länger gebraucht und standen vor Toronto im Stau – 20km von der Innenstadt entfernt (aber wohl schon IN Toronto) auf einer insgesamt 12-spurigen Autobahn…
Vorher sind wir zwischen Montréal und dem nächsten Stopp in Kingston 3Std. durchs Nichts gefahren. Wälder links und rechts der Straße und nichts sonst. Keine Abfahrt, kein Ort, nichts. 3Std. lang…
Aber wir sind gut angekommen und sind dann eine gute halbe Stunde voll bepackt durch das nächtliche Toronto gelaufen, um unsere Couchsurfer zu finden. Also die Couchsurfer waren ja wir, aber halt die, die uns unterbringen wollten. Ihr versteht mich schon.
Da war auch jemand zu Hause, der hat uns dann die Wohnung gezeigt. Wir hatten ein Zimmer für uns, weil eine Mitbewohnerin nicht da war, und haben dann auch am Abend nicht mehr viel gemacht, so platt wie wir waren.
Wir mussten ja auch am nächsten Morgen früh raus. 8h15 mussten wir wieder am Bus sein, also wieder eine halbe Stunde hinlaufen. Dieser Bus hat uns dann fast 2Std. entlang des Ontario-Sees gefahren, bis wir dann an den Niagara - Fällen waren.
Die Niagara – Fälle!
Wahnsinn. Ich war in der 8 oder 9. Klasse als wir Geografie beim guten Herrn Liebhold hatten. Einige von euch kennen den ja auch noch. Zur Erklärung für den Rest: Herr Liebhold war gefühlte 85 Jahre alt, lief immer mit seiner Lehrer-Tasche durch die Flure und rief: „Vorsicht, Salzsäure, heiß und fettig!“. Lustige Unterhemden hatte er immer an, die man auch durch die süßen roten Pullis gesehen hat. Und er reiste viel. Immer im Sommer. Sein Ziel: Alle Länder der Erde bereisen und ich denke, das hat er auch geschafft. Er war damals schon bei weit über 150 Ländern. Und dabei hat er fotografiert und seine Fotos als Dias aufbewahrt. Und immer am Ende eines Stoffgebietes hat er uns diese Dias vorgeführt zu dem jeweiligen Land, was wir gerade hatten. Ich kann mich an nicht mehr viel erinnern. Aber ich weiß noch genau, dass er uns von den Niagara – Fällen erzählt hat. Und dass ich mir damals gesagt hab: Wow, da muss ich mal hin.
Und jetzt war ich da. Jetzt laufen die Tränen, während ich das schreibe. Es ist so unglaublich toll, was ich gerade erleben darf.
Und dabei war so ein schlimmes Wetter. Ihr seht es ja auf den Fotos: Es hat geregnet, es war windig und es ist vor allem auch unter 10° seit Ende der letzten Woche. Wer angemessen gekleidet war, war eindeutig im Vorteil – und ich war’s nicht. Und mein Schirm war ja schon seit Wochen am kränkeln…es gibt auch Fotos, die seine Geschichte erzählen. Von „nicht mehr ganz in Form“ bis „kaputt“ und „im Mülleimer“. Denn da lag schon ein Artgenosse und ich hab meinen einfach dazu gelegt. Mit der Konsequenz, dass ich nun gar keinen Schirm mehr hatte. Aber das Problem hab ich dann am nächsten Tag in Toronto gelöst.
Ja, trotz des Wetters haben wir uns auf die berühmte „Maid of the Mist“ – also das Schiff dort – gewagt und sind bis ganz nah an die Horseshoe-Fälle herangefahren. Unglaublich beeindruckend das Ganze. Und ich war ganz nebenbei erwähnt auch so nah an den USA dran, wie noch nie zuvor und hab bestimmt von den amerikanischen Wasserfällen auch ein bisschen amerikanisches Wasser abbekommen. :)
Das Dorf drum herum ist aber, man muss es zugeben, unschlagbar gruselig und hässlich. Total das Touristen-Dorf mit lauter Geisterbahn-Wachsfiguren-Fastfood-Plastik-Buden mit ganz, ganz viel Bling Bling und Lärm. Schrecklich.
Ja, dann sind wir völlig durchnässt, tiefgekühlt und müde wieder zurückgefahren und wollten nur eins: nach Hause und duschen, einen Tee trinken und was Warmes anziehen. Danach wollten wir wieder in die Stadt und uns da ein bisschen umschauen.
Dann hatten wir nun endlich den 30minütigen Spaziergang wieder hinter uns, waren so glücklich, endlich im Hausflur zu stehen, da geht der Schlüssel nicht. Psychologisch betrachtet, war das ein echter Schlag ins Gesicht. Wenn man so kurz davor steht und dann geht die Tür nicht auf. Mit dem Handy war niemand zu erreichen. Also blieb uns nichts anderes übrig, als wieder zu gehen und unsere Sightseeing-Tour eben kalt und nass durchzuziehen. Bis wir dann abends um 21h ins Haus kamen…
Toronto ist ja die größte Stadt Kanadas. Es ist angeblich auch de sicherste in Nordamerika, aber ich weiß nicht, nach welchen Kriterien man da geht, denn von Montréal liest man dasselbe. Jedenfalls ist es eine komplett andere Welt als Montréal. Es ist ja auch eindeutig amerikanischer, weil nicht in Québec und damit englischsprachig. Es gibt alle 5m einen Starbucks oder Tim Hortons. Es ist überhaupt unglaublich, wie viele FastFood-Angebote es gibt. ÜBERALL sind die. Unglaublich.
Wir waren natürlich auch am CN-Tower. Dort haben wir geguckt, ob wir da mal hochfahren können, denn von oben kann man ja die ganze Stadt sehen und auf so ner Glasplatte laufen und so. Oder eben am Rand der Glasplatte stehen und verkrampft nach unten blinzeln für Angsthasen wie mich. :) Aber das kostet fix mal 25$ und das war uns dann doch zu viel – nur für einmal Fahrstuhl fahren. Schade, aber von unten war der Turm auch schön.
Am Abend waren wir dann also todmüde zu Hause, Bella fing an, krank zu werden, und ich hab mir einfach eingeredet, ich werd nicht krank. Meine Abwehrkräfte laufen auch grad heiß. Was die zu tun haben müssen, wenn man mal bedenkt, wie sehr ich immer friere und wie unpassend ich permanent gekleidet bin…Aber ich bin heute zumindest top in Form, während es Bella echt mies erwischt hat.
Am Montag sind wir dann mit unseren Sachen los, haben sie im Schließfach am Coach Terminal gelassen und sind dann noch mal durch die Stadt. Wir waren auf der Yonge-Street, welche nicht nur die Shopping-Meile Torontos ist, sondern auch mit 1860 km die längste Straße der Welt. Was nebenbei bemerkt komplett hohl ist, weil es ja im Grunde nur heißt, dass es die Straße ist, die am längsten nicht ihren Namen ändert…na ja. Angeben kann man trotzdem gut damit. :) Toronto hat auch eine Art Time Square. Und einen Hafen und von dort aus sind wir dann mit der Fähre rüber auf die Toronto Islands gefahren. Dort ist ein riesiger Park, alles schön grün – oder bunt zu dieser Jahreszeit. Und man hat einen tollen Blick auf die Skyline von Toronto. Und Strände sind dort. Also haben wir uns auch noch kurz an den Strand gesetzt – bei gefühlten -14° - und ein Päuschen gemacht.
Die Rückfahrt am Abend war dann wenig spektakulär. Der Bus war fast leer und Bella und ich hatten die meiste Zeit die vorderen 4 Sitze für uns – im Doppelstockbus oben ganz vorne, ein Spaß. Wir waren dann gegen 1h die Nacht zu Hause und ich war so gegen 2h im Bett und bin daher auch heute den ganzen Tag noch hinterher irgendwie. Wenn man ein WE weg ist, fehlen einem eben immer 2-3 Tage irgendwie…
Fazit dieses Wochenendes:
- mein Englisch ist grottenschlecht und ernsthaft verbesserungswürdig – 15Punkte im Englisch-LK und 4 Jahre später alles weg…also zumindest was das selbst sprechen angeht. Auch eine Frage des Selbstbewusstseins, aber jedenfalls muss sich das irgendwie wieder ändern…
- Toronto ist gar nicht so hässlich wie alle sagen, aber es wäre mir viel zu groß, um dort zu leben.
- Es gibt dort schwarze Eichhörnchen. :)
- Starbucks kann Leben retten, kann einen aber auch arm machen.
- Man sollte niemals Regenschirme für 2Euro kaufen.
- Wer nachts um 2 heimkommt, sollte am nächsten Tag frei bekommen.
- Auch auf einer 6stündigen Busfahrt hab ich nicht mehr Lust auf Psychometrie als zu Hause.
So, und jetzt noch ein kurzes „Und so geht es nächste Woche weiter…“:
Morgen Abend ist im Kongress-Zentrum eine Veranstaltung für internationale Studenten. Da haben wir alle eine Einladung bekommen und das musste man dann so ganz offiziell bestätigen und so. Bin mal gespannt, was das wird.
Und ich bin schon wieder am Organisieren, denn nächstes Wochenende gehen wir ja Kanu fahren und Campen…Also muss ich jetzt die Zeit vom letzten WE wieder reinholen plus welche vom nächsten vorholen. Logisch, ne. Passt.
So, ich glaube, das war im Grunde das Wichtigste. Ich befürchte, ich muss das jetzt alles auf Frz noch mal schreiben…Juhu!
Eine schöne Woche wünsche ich euch. Bis zum nächsten Mal!
Ganz liebe Grüße
Die Franzi
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