Montag, 28. November 2011
Wenn man den Boden unter den Füßen verliert...
Hallo, alle miteinander!

Für alle die unter euch, die gelegentlich die News des Tages abfragen, wird es sicher keine Überraschung sein, dass ich heute, am Sonntagabend, immer noch leicht durch den Wind bin…Ich geb mir aber Mühe, euch jetzt nicht mit verwirrten und verwirrenden Gedankensprüngen zu belästigen, sondern alles ein bisschen zu ordnen. Fangen wir vorne an, wie immer. :)

Ich hatte am Dienstag meine Präsentation im Kurs über Kindesmisshandlung. Mein Thema hab ich mir ja selbst gewählt und es ging also um unser Gesetz mit dem Recht des Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung. Die Präsentation lief super, die Leute fandens interessant und ich bin vor allem froh, dass es vorbei ist. Sowas stresst mich am Ende immer mehr als nötig, aber wenns Ergebnis stimmt. Eine Note dürfte ich in einer Woche bekommen.

Am Donnerstag lief dann unsere Gruppenpräsentation in interkultureller Psychologie, die immerhin 3 Std dauerte. Die lief auch super, die Leute waren interessiert, haben mit diskutiert – nur der Prof wär zwischendurch andauernd fast eingepennt. Ohne Scheiß, so was Unhöfliches habe ich auch noch nie erlebt. Und da geb ich andauernd Geld für Kaffee aus, damit mir das in dem seinem sch… langweiligen Kurs eben nicht passiert! Pfff…also mal sehen, wie er das überhaupt bewerten will. Die Hälfte hat er ja nicht gesehen.

Ja, dann am Freitag hab ich mir endlich mal ne Auszeit gegönnt. Ich war joggen und am Nachmittag eine Ewigkeit bummeln in der Stadt. Hab unter anderem Mütze und Handschuhe erstanden. Wie praktisch. Denn ach ja! Das hätte ich fast vergessen: Am Mittwoch gabs den ersten Schnee! So richtig, richtig viel Schnee – also 10cm bestimmt. Dumm nur, dass es ab Donnerstag wieder wärmer wurde und der Schnee am Freitag wieder komplett weg war. Heute hatten wir 10 Grad. Plus. Verrückt. ICH WILL WINTER!!! Wer hat denn eigentlich behauptet, dass es in Canada kalt sei? Wer war das? Ward ihr schon mal in Canada? Nein? Warum glaub ich euch dann so nen Scheiß vorher? :)

Ja, jedenfalls war das cool am Freitag und dann wollte ich mich am Samstag wieder aufmachen in die Bibliothek und meine ganzen Hausarbeiten usw in Angriff nehmen. Vielleicht hätte ich mir den Gang ins Internet vorher sparen sollen, denn damit war frühs um 8 mein Tag eigentlich beendet. Ihr habts sicher mitbekommen, ja, meine Lieblingspädagogin wirft das Handtuch – aus gutem Grund – und es gibt keine Super Nanny mehr. Erst dachte ich, ok, das ist jetzt ein schlechter Scherz. Dann hab ich langsam begriffen, dass kein Idiot dieser Welt so dumme Scherze machen würde. Dann dachte ich nun wieder, ja, aber damit komm ich klar. Mit so was war ja zu rechnen. Aber letztlich, nein. Ich kam mit nichts klar. Ich erspare euch die Details meines mittleren Nervenzusammenbruchs. Nur so viel: Heulkrämpfe, Bauchschmerzen, das Gefühl, unendlich einsam zu sein und von niemandem verstanden zu werden (weil das muss ja mal wer verstehen: ein Nervenzusammenbruch, weil eine Fernsehsendung abgesetzt wird…). Da half nur noch, Mama anzurufen und sie zu Skype zu zitieren, was die dann auch in unglaublichen 2 Minuten geschafft hat. Sie hat sich dann auch das ganze Ausmaß mit ansehen dürfen, was sicher auch nicht leicht war. Also tausend Dank und ein Hoch auf diese unglaublich tolle Frau, die ihre Tochter auch in den unbegreiflichsten Momenten und Situationen irgendwie zu unterstützen weiß. Du bist die Beste! :)
Jedenfalls sind die Tränen irgendwann getrocknet, kamen aber andauernd wieder über den Tag verteilt und haben ein konzentriertes Arbeiten quasi unmöglich gemacht. Also hab ich den Abend dann wieder in meinem Bett verbracht, in der Hoffnung, dass der Tag endlich vorbei ist und ich schlafen gehen kann. Das war bis dahin wirklich der schlimmste Tag des Jahres. Da bin ich mir sicher. Versteht es, oder nicht. Lacht mich aus von mir aus. Egal, so war es eben.

Dann hab ich aber am Abend noch erfahren, dass Katia am 2. Mai ihr Bühnenprogramm, was letzte Woche ausgefallen ist, nachholen wird. Am 2. Mai. Da hab ich keine Uni. Da hab ich Prüfungsvorbereitung. Also hab ich viel zu tun, kann mir meine Zeit aber selber einteilen. Und ich warte seit Jahren darauf, dass Katia mal irgendwo auftaucht, wo ich mal hin kann. Aber ich leb halt immer im falschen Land – mal Frankreich, mal Canada. Und jetzt hab ich irgendwie zumindest die Möglichkeit. Ob es so sinnvoll ist, meine Prüfungsvorbereitung mit so was zu unterbrechen…Ob es so sinnvoll ist, „nur“ wegen Katia Saalfrank nach Dtl. zu fliegen…Also für mich schon. Aber der Rest der Welt und sicher auch Katia selbst werden das nicht verstehen können. Egal. Heute habe ich den Vorschlag dann der oben schon erwähnten Mama unterbreitet und die meinte irgendwie nur was von „Dann mach halt.“ Ich: „Echt jetzt? Also, ich wollte dich fragen, weil…also so nur für einen Abend nach Dtl. zu kommen…also…“ Sie: „ Ja, also ich finds komplett idiotisch, aber ich seh auch keinen Weg, dich irgendwie davon abzubringen.“ Ach ja, da kennt aber jemand seine Franzi. :) Und recht hat sie. Wenn ich mir das einmal so in den Kopf gesetzt habe, glaubt ja keiner, dass ich da wieder Ruhe gebe, bevor ich nicht bei Katia war. Ich hab mal gesagt, ich kann nicht von dieser Welt gehen, ohne Katia mal persönlich begegnet zu sein. Das heißt jetzt nicht, dass ich am 3.Mai nicht mehr aufwachen will, aber zumindest brauch ich mir beim Weltuntergang am 21.12.2012 keinen Stress mehr machen. :)

Ja, also hab ich die Tickets heute gekauft. Das heißt, ich hab EIN Ticket gekauft, da ich im Moment noch niemanden weiß, der mich da mal begleiten würde. Ist halt auch ein Mittwoch. Ich weiß, Mama wäre sooo gerne mitgekommen, aber das geht ja leider nicht. ;) Wie genau und wann genau ich eigentlich umherreise, weiß auch noch keiner. Aber das ist so egal. Ich geh zu Katia. :D

So ganz nebenbei muss ich aber auch sagen, dass meine liebe Omi am 1.Mai Geburtstag feiert und ich da schon seit Jahren nicht mehr dabei sein durfte. Jetzt freue ich mich, dass das mal wieder klappt. Die Familienfeiern fehlen mir doch häufig…

Ja, dann haben wir uns heute mit den Mädels bei Christina eingefunden und haben ordentlich geschlemmt. Es gab Schokoladenfondue. Ein Traum. Wir hatten echt so ziemlich ALLES an Obst auf dem Tisch, was man sich nur denken kann. Sogar Erdbeeren, die gar nicht mal so schlecht geschmeckt haben, und Himbeeren, Brombeeren, Äpfel, Birnen, Mango, Mandarinen etc…Also alles. Dazu gabs Wein, Cidre, Bier, Tee. Und lustige Gespräche wie immer mit den Mädels. Wir haben jetzt eine To-Do-Liste angelegt mit Sachen, die wir vor unserer Abreise noch machen wollen. Und es sind so viele Sachen, dass wir vermutlich alle unser Studium schmeißen müssen, um alles zu schaffen. :) Ich hab ja noch was länger Zeit, aber die Mädels fliegen alle vor Weihnachten. Es ist so traurig manchmal, wenn wir uns das so klar machen…

Ja, diese Woche stehen also noch einige Hausarbeiten an. Dazu hab ich noch 2 Highlights: Dienstagabend gehen wir in einem kleinen venezuelanischen Restaurant, das irgendwer entdeckt hat, essen. Und danach wollen wir in die Jazz-Bar zurück, in der wir zu Beginn schon mal waren, wo immer Live-Musik ist. Und am Donnerstag wird’s richtig genial. Maria Schneider – sagt euch natürlich nichts – total bekannte Jazz-Musikerin aus den USA kommt an die Musikfakultät der UdeM und spielt gemeinsam mit deren Big Band – und das alles kostenlos für die UdeM-Studenten. Da freu ich mich echt riesig drauf. :)

Apropos Musik: Ich war beim Stadtbummel die Woche auch endlich mal im Archambault – einem enormen Musikladen über 3 Etagen. Die unterste Etage, da kann man sich schon verlaufen – hat an Cds und so schon mal alles, was man sich nur vorstellen kann. Eins drüber gibt es meterlange Regale voller Noten, Partituren, Songbücher für alle Stilrichtungen, für alle Instrumente. Ein Traum! Und ganz oben dann die Instrumente. Allein ein riesiger Raum mit Flügeln. Und da war so ne Familie mit einem Sohn, der war vielleicht so 16-17. Und der setzte sich dann einfach da hin und spielte drauf los. Minutenlang. Ohne Noten natürlich. Und so schön! Ich musste dann irgendwann gehen, weil ich sonst echt bald geweint hätte. Erstens weil es so schön war und zweitens, weil ich das auch können will und es nicht kann. Steht ziemlich weit oben auf meiner Lebens-To-Do-Liste. :)

So, das wars im Großen und Ganzen. Mehr krieg ich jetzt nicht mehr zusammen. Ich bin immer noch recht durch den Wind und so seltsam nervös. Aber das wird auch wieder besser. Jedenfalls geht es mir heute schon wesentlich besser als gestern noch. Ich hoffe, euch geht es überhaupt besser als mir. Ihr meldet euch ja wieder. Bis dann also!

Liebe Grüße

Die Franzi

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Montag, 21. November 2011
Bratäpfel, Glühwein, tote Russen und übergewichtige Nussmäuschen
Hallo, meine Lieben,

ich bin’s wieder. Na dann wollen wir mal. Anschnallen bitte und los geht’s.

Zu Beginn möchte ich mich bei all denen bedanken, die meine Beiträge nicht nur seit Monaten lesen, sondern mir auch immer wieder ein Feedback geben – und noch nicht einmal ein schlechtes. Ich hab nun schon mehrfach gehört, dass es sich gut ließt, fast hätte ich schon ein Buch veröffentlicht, und heute hörte ich, dass es sich wie ein Roman lese. Nur dass hier alles echt ist, meine Lieben. Nix fiktiv, nix Roman. Welcome to my life! Wenngleich ich zugeben muss, dass mir hier schon einige Dinge passiert sind, die besser in einen Kitsch-Roman gepasst hätten, als in eine Biographie. So toll wie es hier ist! :)

So, jetzt bin ich ja in meiner neuen WG angekommen und fühle mich pudelwohl. Ich wohne hier mit 2 Franzosen – Romain und Thomas. Beide Informatiker und super nette Jungs. Es geht hier unglaublich locker, freundlich und entspannt zu. Wir verstehen uns super und ich sehe jetzt schon, wie schnell die letzten Wochen vergehen werden, ohne dass ich sie darum bitten würde. :( Ich hab ein schönes Zimmer – also alles im Vergleich zu der Höhle vorher. Ein großes Bett, genug Platz und ein großes Fenster – im 8. Stock und ohne Nachbarhaus vor mir, sodass ich rechts bis zum Olympiastadion schauen kann und links das Kreuz auf dem Mont Royal sehe. Ein super Ausblick nachts und auch morgens, wenn die Sonne aufgeht, ist das super. Ich hab voll viel Licht hier im Zimmer - trotz der Winterzeit. Ansonsten haben wir ein echtes Bad – so mit Waschbecken und so – und eine Küche, in der mir nicht sofort der Appetit vergeht. Das Wohnzimmer ist relativ groß und es stehen mehrere Sofas und Sessel da – sehr gemütlich.

Am Freitag habe ich die Wohnung dann gleich offiziell eingeweiht und den Umzug gefeiert. Vor allem wollte ich mich bei den Mädels bedanken, die sich ja echt alle super um mich gekümmert haben, als es mir nicht sooo super ging. Also hab ich sie alle zum „Deutschen Abend“ eingeladen. Es gab Sauerkraut, Würstchen und Kartoffelbrei (die Kombination fanden übrigens die Österreicher seltsam, die essen da keinen Kartoffelbrei dazu…) und danach die ersten Bratäpfel der Saison mit Vanilleeis. Dazu genügend Bier, Cidre und Glühwein, um daraus einen gelungenen Abend zu machen. :) Allerdings hab ich allen geschworen, dass der nächste Abend, an dem ICH für 11 Leute koche, ein „Italienischer Abend“ wird: mit Tiefkühlpizza. Denn habt ihr schon mal Kartoffeln für 11 mal Kartoffelpüree geschält? Und natürlich ohne Kartoffelschäler, sondern nur mit nem normalen Messer. Also ihr werdet jetzt wieder begeistert sein über meine detailliert ausführliche Beschreibung, aber das hat mich eben einfach diese Woche zutiefst bewegt. :) Noch dazu war ich ja nicht alleine, als ich ne Stunde in der Küche stand und 2 Töpfe Kartoffeln vorbereitet habe: Thomas saß im Wohnzimmer und sowie ich fertig war mit den doofen Kartoffeln, steht er auf und fragt, ob er mir helfen kann. Ich glaube, es gibt doch so was wie „männliche Intuition“. Aufstehen und fragen, wenn die Messe bereits gelesen ist. Aber ich muss auch wieder eine Lanze für ihn brechen, denn wir hätten eh nur ein Messer gehabt. :)

Wir haben dann auch unter uns Mädels schon mal Zettelchen mit Namen gezogen zum Wichteln - der Termin steht schon: Am 16. Dezember gibts Geschenke! :)

Der kritische, aufmerksame Leser wird sich jetzt denken: Was? Es gibt Sauerkraut in Kanada? Na so was! Ja, genau. Das nächste Highlight der Woche war nämlich das Entdecken eines deutschen Geschäfts ganz in der Nähe der Uni. :) So eine Art 3-Generationen-Betrieb. Ich hab ja sooo große Augen bekommen, als ich dort war. Die haben nämlich nicht nur Sauerkraut – auf das ich, unter uns gesagt, auch gut 4 Monate verzichten kann. Sondern da gibt es Christstollen, Nougat (kein Viba…), Marzipan, Milka-Schokolade, Russisch Brot, Mozartkugeln und und und…Und Maggie-Fertigsachen und echtes Brot und Kartoffelpuffer und hach, einfach alles. Es ist jetzt nicht so, dass ich den Laden leer kaufen müsste, denn so einigen Verzicht bin ich ja gewohnt seit guten 4 Jahren. Aber ich geb zu, dass ich diese Woche alleine 2 Tafeln Milka genascht hab…Und die ersten Lebkuchen hab ich mir auch gegönnt. Es gibt da sogar diese weißen halbrunden Dinger da. Ach, es ist einfach wie zu Hause. Und vor allem über Weihnachten ist das sicher nicht von Nachteil. Noch dazu ist es nicht mal so super teuer. Die Schokolade ist, genau genommen, eher billiger als im Supermarkt. Denn eine Tafel Ritter Sport (das ist die einzige Möglichkeit, normale Vollmilchschokolade zu bekommen) kostet 2,79$. Die Tafel Milka nur 1,99$! Das Überleben über die nächsten (Winter-)Wochen ist also gesichert.

Am Mittwoch hatte ich meine Diskussionsgruppe in Psychometrie, vor der ich mich seit September gefürchtet habe. Und jetzt seid überrascht: es war alles halb so wild. Ich hab mich natürlich mehr gestresst als nötig – wie immer. Die Stunde ging ganz schnell rum und es ist ja auch ein Thema, mit dem ich mich jetzt ganz gut auskenne. Ich konnte mir ja selbst ein Thema wählen und hab mich also mit einem Fragebogen beschäftigt, den man benutzt, um Kindesmissbrauch zu „messen“. Und da außer mir niemand aus diesem Bereich kommt, hatte ich da einen Vorteil. Den Teil Psychometrie musste ich mir jetzt klar genauer anschauen, aber das ist schon auch ok gewesen. Jetzt werde ich ja dafür gar nicht bewertet. Bewertet wird nur, was ich als Feedback für andere Diskussionen gebe. Ich muss jetzt also einer Anderen ein ausführliches Feedback geben, was ihr dann helfen soll, ihre Arbeit darüber zu schreiben. Und die bewertet dann, wie sehr ihr mein Feedback geholfen hat. Und so bewerte ich die Feedbacks, die ich bekomme für meine Diskussion. Und den zweiten Teil der Note krieg ich dann eben für die schriftliche Sache zu meinem Thema – 15 Seiten, die ich natürlich noch nicht angefangen habe. Ist aber auch bis Ende Dezember. Aber auch das wird werden irgendwie, denn wie man es mir die Woche schon sagte: Ich wusste doch, dass du das schaffst. Bist doch die Franzi. Genau. ;)

So, jetzt habe ich auch wieder das WE damit verbracht, zu arbeiten. Diese Woche stehen ja meine Präsentationen in interkultureller Psychologie und Kindesmissbrauch an. Habe heute letztere fertig gemacht – also die Power Point zumindest. Heute wird übrigens auch die Kinderrechtskonvention der UNO 22 Jahre alt. :) Seht ihr, da lernt ihr auch noch was. Am Dienstag wird dann Katia 40 Jahre alt – am Tag meiner Präsentation. Zufall? Ich denke nicht. ;) Daher wird ihr selbstverständlich auch eine Seite in meiner Präsentation gewidmet – zum Thema Aufklärung und Verbreitung der Idee der gewaltfreien Erziehung. Aber eine „Keine Gewalt gegen Kinder“- Briefmarke findet auch Erwähnung. Also alles relativ. :)

Meine Mitbewohner sind heute im „Sonntagsmodus“. Sie haben jetzt endlich ihr langersehntes Nintendo irgendwas günstig erstanden. Und jetzt saß Romain den ganzen Tag da und hat gezockt. Ich hab mich heut Abend zu den Beiden gesetzt und dachte mir, ich zeig mal ein bisschen Präsenz in meiner neuen WG, wenn ich schon den ganzen Tag arbeite und mich keiner sieht. Da sitzt der eine am Tisch und isst und guckt dazu „PékinExpress“ – ein Schwachsinn, der auch nur in Frankreich laufen kann – und der andere schießt Hunderte von Russen in irgendeinem Bunkerlabyrinth über den Haufen. Ich hab mir das so angeguckt und…irgendwie den Sinn nicht verstanden. Aber er war da voll drin und schmiss jedes Mal das Ding in die Ecke, wenn ihn jemand erschossen hat. Und ich musst so lachen, weil er das voll nicht gemerkt hat, wie ihn der Müll aufregt. Ich hab ihn dann gefragt, ob er über seine Aggressionen sprechen möchte. :) Aber er sei ja gar nicht aggressiv. Dann hat er das Ding sein lassen und hat auf seinem PC was anderes geguckt als Thomas. Das heißt die saßen beide im Wohnzimmer, beide mit Laptop und beide guckten irgendwas und hatten den Ton an. Und ich saß „alleine“ in meinem Sessel und hab das Szenario beobachtet. Dann hab ich gemeint, die beiden hätten ein Kommunikationsproblem in ihrer Beziehung und hätten sich wohl auseinandergelebt. Ein ziemlich absurdes, trauriges Bild. Aber sie hatten eine plausible Erklärung für alles: Es ist Sonntag. :)

Tja, ansonsten weiß bei uns das Klima noch nicht so richtig, was es will. Mal ist es super kalt, am Donnerstag hat es ordentlich geschneit – ist aber nichts liegengeblieben. Dann war es wieder voll warm – heute 9°. Aber es wird wohl langsam…Ich hab jetzt Bock auf Winter. Da ich ja auch nicht Auto fahren muss hier, da kann es ja auch mal nen ordentlichen Winter geben. Am Samstagmorgen war ich joggen im Park und ich war fast alleine. Den Leuten wird’s wohl langsam zu kalt. Und selbst die Eichhörnchen werden weniger. Dafür aber dicker. Wie Olaf Schubert sagen würde: Wenn man die Bruttofleischeinwaage anschaut, stimmts also wieder. :) Ja, die sind echt sooo fett geworden. Macht ja Sinn. Und da denk ich mir beim Milka-wieder-wegjoggen: wie gemein. Ich werd auch jeden Winter dicker und da sagt niemand: Hey, wie super, die hat schlau vorausschauend geplant und kommt gut über den Winder. Überleben gesichert! Eichhörnchen müsste man sein…Nussmäuschen Alter, Nussmäuschen!

Also dann, ich wünsche euch eine schöne Woche. Drückt mir die Daumen für die Präsentationen. Und ich meld mich dann nächste Woche wieder. Dann hätte ich vielleicht auch mal wieder Zeit zum Skypen, wer mag.

Liebe Grüße an euch,

die Franzi

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Montag, 14. November 2011
Von einer, die auszog, eine saubere Wohnung zu finden...
Hallo,
na dann will ich mal wieder loslegen…Es war eine anstrengende Woche, vollgepackt mit Höhen und Tiefen.
Fangen wir mal am Anfang an. Ich bin umgezogen. Also so halb. Ich bin zumindest schon mal ausgezogen, ohne dass ich irgendwo wieder eingezogen wäre. Ich bin also im Moment obdachlos – aber es gibt ja die Julia. :)
Am Samstagmorgen stand Christina – meine fleißige Umzugs- oder Auszugshelferin – pünktlich um 9 bei mir vor der Tür. Ich war bereit, hatte alles gepackt. Eddie schlief. Wir haben alle Sachen mit einmal wegbekommen. Und dann bin ich bei Julia im Wohnzimmer eingezogen, wo ich seitdem mit meinen Koffern und Rucksäcken alles blockiere und wo ich jetzt schon eine gute Woche auf der Couch nächtige – im Schlafsack einer dritten Freundin. Also ihr seht, an Hilfe mangelt es mir hier nicht. Eddie hab ich im FB blockiert, der kann mich nicht mehr finden. Gemeinsame „Freunde“ sind von der Liste gelöscht und dem Vermieter habe ich eine Mail geschrieben mit dem Inhalt: „ Guten Tag, ich informiere Sie darüber, dass ich heute morgen ausgezogen bin, da ich mich nicht weiter in der Lage sehe, unter solchen Bedingungen und mit diesem Mitbewohner zu leben. Sie können also ab sofort einen Nachmieter suchen. Mit freundlichen Grüßen…“ Keine Antwort. Aber los bin ich sie. :)

Und es geht mir hier so viel besser. Alleine schon, dass ich durchatmen kann! Und dann ist alles sauber und die Wohnung ist so schön hell und gemütlich – ganz wichtig, jetzt wo es so früh dunkel wird.

Wir haben ja auch letzte Woche die Uhren umgestellt und das auch gut genutzt: Am Samstagabend waren wir bei Nathalie eingeladen, die eine ganz, ganz tolle Wohnung hat. Dort haben wir dann einen Käse- und Wein-Abend veranstaltet. Das hat sie sicher ein halbes Vermögen gekostet, so teuer wie das hier ist. Aber wir haben es SO sehr genossen! Und wir haben die Zeit gar nicht vorüberrauschen sehen. Plötzlich war es 3 Uhr, dann aber doch erst 2, also waren wir schon am Sonntagmorgen recht fit.

Das war auch gut so, denn ich hab tatsächlich den ganzen Sonntag in der Bibliothek verbracht. Da mir ja mein Prof in Frankreich die ganzen Artikel aufgebrummt hat für die Masterarbeit, hatte ich die ganze Woche gut zu tun. Ich hatte das Gefühl, nicht voranzukommen, und war immerzu nur mit dem Zeug beschäftigt. Ich bin auch erst gestern – also am Samstag damit fertig geworden. Die Woche war also wirklich sehr anstrengend. Ich hab es nur einmal geschafft, laufen zu gehen. Und Schwimmen hab ich zum ersten Mal überhaupt hier ausfallen lassen müssen. Ich komm grad nicht mehr hinterher hier, aber in 2 Wochen dürfte das Schlimmste überstanden sein und dann ist wieder mehr Zeit zum Durchatmen.

Am Dienstag gab es dann das große Highlight der Woche: das Konzert von Coeur de Pirate. Ich weiß, ich kennt die in Dtl. nicht. Also nicht so richtig. In manchen TV-Sendungen läuft die mal im Hintergrund, aber unerkannt. Schade eigentlich. Esther kennt sie, ich hab ihr nämlich bei ihrem letzten Besuch bei mir in Frk zum Kauf des Albums geraten. Ich gebs zu, ich bin Fan. Also ich mag ihre Musik halt echt total und ich finde, sie hat auf der Bühne eine noch tollere Stimme, als man es auf der CD hört. Das Konzert war übrigens auch die Premiere des neuen Albums. Und sie singt unter anderem über den Boulevard St. Laurent und das ist voll witzig, wenn man den kennt und weiß, wovon sie redet. Am besten war immer, wenn sie nur am Klavier saß und dazu gesungen hat. Wobei ihre Streicher und das Saxophon natürlich auch nicht schlecht waren. Ein ganz, ganz toller Abend und das neue Album hol ich mir sicher auch bald.

Am Freitagabend waren wir ein bisschen tanzen mit den Mädels. Das hat auch mal wieder gut getan, wenngleich wir uns noch etwas schwer tun mit der Feiermentalität der Kanadier. Die Mädels verwechseln alle ihre T-Shirts mit Kleidern und die Jungs verhalten sich wie Elche zur Brunft. Also ein bisschen anstrengend und als sei man nur unter 16-Jährigen. Aber wir hatten Spaß. Das Geilste passierte ja eigentlich gleich am Anfang. Ich hab Tränen gelacht! Es war zuerst niemand auf der Tanzfläche. Dann fing ein einziger Typ an am Rande der Tanzfläche so hin und her zu wippen. Also tanzen nannte er das. Das war so witzig. Und der hielt durch! Dann meinte ich, eigentlich müssten wir uns jetzt dahinter stellen und ihm alles nachmachen. Und da kamen auch schon andre auf dieselbe Idee und stellten sich hinter den und machten das gleiche wie der. Und wir mit dabei. Dann hat der das gemerkt und fing an, sich zu drehen. Und alle anderen hinterher. Voll der spontane Flashmob, das war so zum Grölen!!! Am Ende meinte irgendwer, der Mann sei geistig behindert und wir sollen uns nicht über ihn lustig machen. Aber ich glaube, er hatte genauso viel Spaß wie wir, denn es hat ihn ja voll gefreut, zu sehen, wie alle auf ihn hören. Und ein Gutes hatte es: Die Tanzfläche war damit offiziell eröffnet. Ein Spaß!

Am Samstagmorgen hab ich mit Julia einen riesigen Pancake-Brunch gemacht. Wir haben bestimmt ne Stunde dagesessen und alles mögliche Zeug gefuttert: eben Pancakes mit Ahornsirup und selbstgemachtem Cranberry-Kompott, Eier, Toast, Schinken, Käse, Gurke, Möhren, Mandarinen, Joghurt, Kaffee, Tee, O-Saft…alles. Und den Rest des Tages konnte ich dann gut in der Bibliothek arbeiten, ohne Hunger zu bekommen. :)

Und heute dann waren wir mit der Clé-des-Champs (die Organisation von der Uni, mit denen ich schon zum Campen war damals) zum Wandern in einem Nationalpark nicht weit von hier. Die Berge dort sind so 400m hoch, also keine „echten“ Berge. Aber wenn man da gut zügig hoch läuft – und das muss man, wenn man den 3 Österreicherinnen folgen möchte – ist das auch anstrengend. Von oben konnten wir bis nach Montréal gucken. Das Wetter hat auch super mitgespielt. Es kann sich im Moment nicht so recht entscheiden, wie es werden will. Es waren ja schon um die 0°. Dann hat es mal geregnet, aber nur einen Tag. Und heute Abend waren es 13°. Also super warm eigentlich. Wir haben jetzt aber so langsam Lust auf Winter. In der Stadt bauen sie schon überall die Eisbahnen auf. Ich überleg schon, wo ich Schlittschuhe herbekomme. Die Blätter sind von den meisten Bäumen jetzt runter. Wir hatten einen so super tollen Herbst, dann kann es jetzt Winter werden.

Nach dem Wandern haben wir in einer Crèperie gegessen – sehr gut gegessen. Und danach ging es noch zu einer Cidre-Verkostung. Da hab ich auch noch ein Fläschen erstanden, was mit 12$ nicht mal teurer war, als ein einfacher Wein im Supermarkt. Nur besser.

Ja, und sonst hab ich mich die Woche von Julia bekochen lassen. Die Julia ist wirklich der Hammer. Da stellt die sich hin und zaubert im null Komma nix ein Menü aus dem Ärmel – gestern hat sie fix mal eben ne Pizza gebacken – so aus dem Stehgreif – und Brot gleich noch dazu. Aus dem Kopf. Als wärs nichts. Also ich kann Nudeln. Das wars auch schon fast. Wahnsinn. Sie wird mir fehlen. :)

Und ansonsten haben wir unsere Abende gelegentlich mit Filmen verbracht. Erst „Into the Wild“, den ich seitdem nicht aus dem Kopf kriege. Einer der besten Filme, die ich bisher gesehen habe. Und dann noch 2 Komödien – eine französische und eine kanadische. Die kanadische hat unter Anderem in Montréal gespielt und im Winter und es war total spannend zu sehen, was hier auf uns zukommt. Also zum Beispiel die Eisbahn auf dem Lac aux Castors im Mont Royal Park oder auch die Weihnachtsdeko in der Innenstadt – die wir am Freitag bereits zum ersten Mal gesehen haben. Wie seltsam, das alles im Fernsehen zu sehen und wiederzuerkennen. Aber ich habe schon gesagt, dass das sehr schmerzhaft sein kann, wenn wir erstmal wieder weg sind von hier und DANN so was im Fernsehen sehen und wenn dann die ganzen Erinnerungen kommen und so. So wie als ich die Bilder von Cézanne in New York gesehen habe.

Ja, ich glaube, ansonsten ist gar nichts weiter passiert. Nur 3 Seiten Text…Am Dienstag werde ich dann umziehen und dann melde ich mich wieder bei euch.

Bis dahin könnt ihr euch ja melden.
Viele liebe Grüße an euch alle. Bisous

Die Franzi

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Samstag, 5. November 2011
Ein Umzug, tolle Freunde und Eishockey
Hallöchen!

Was für eine Woche! Jetzt gibt’s mal wirklich was Neues zu erzählen. Vorneweg: Es gibt ein Happy End. :)

Ich hab euch nie so richtig davon erzählt, weil es einfach hier keinen Platz dafür gab. Ich hab es häufig angedeutet und versucht, mich darüber lustig zu machen. So hab ich es auch im wahren Leben versucht. Aber auch der beste Schutzmechanismus hält nicht ewig. Dieser hielt 2 Monate.

Es geht um meinen Mitbewohner.

Fakt ist – so kann ich das heute ganz klar sagen – der Typ hat ein Alkoholproblem. Er trinkt jeden Tag. Er trinkt alleine, in seinem Zimmer. Nebenbei ist er Kettenraucher. Alles nichts Neues und eigentlich kann mir das ja egal sein. Er hat ja auch immer draußen geraucht. Aber jetzt wird es kalt. Wir hatten schon um die 0°C. Also raucht er drinnen. In seinem Zimmer wär das noch ok. Aber er lässt dann die Tür auf und sein Fenster öffnet er NIE. Oder er raucht halt im „Wohnzimmer“. Jedenfalls bleibt der Rauch ja da nicht. Sondern den hab ich dann auch bei mir. Und ich bin ja aus gutem Grund Nichtraucher. Ich finds einfach ekelhaft. Und wenn da so 20 Zigaretten in einem kleinen Raum hängen, in dem NIE gelüftet wird…Eine blaue Wolke… Aber ich denke mir, ich bin tolerant, so gut es geht. Ich spreche ihn nicht darauf an, schon gar nicht fordere ich ihn auf, aufzuhören oder rauszugehen. (Wobei das ja sicher mein gutes Recht wäre, denn es geht ja hier auch irgendwie um MEINE Gesundheit…)
Also, was tu ich? Ich habe ihn so 2-3 mal gefragt, ob er bitte die Tür seines Zimmers zumachen könnte. Da hieß es jedes Mal „Kein Problem“. Und ansonsten hab ich in der Küche die Tür zum Balkon aufgemacht – ich frier lieber, als dass ich das Zeug einatme. Ich betone, ich habe die Tür auf MEINER Seite der Wohnung aufgemacht, nicht auf seiner. Am Dienstag komme ich heim und rieche schon unten an der Haustür, wie es stinkt. Oben sitzt er dann mit seinem Kumpel – der so lange Haare hat wie ich, sie aber nur so oft wäscht wie mein Mitbewohner. Ich mache also die Balkontür auf – nicht das Fenster in dem Raum, in dem er sitzt. Er steht auf und macht die Tür zu. Ich geh aus meinem Zimmer und sage ihm, dass ich in dieser blauen Wolke unmöglich essen kann. Und da macht er sich voll über mich lustig! Vor seinem Kumpel! Das wär ihm ja egal, es wär ja kalt. Er hätte schon immer hier geraucht. Und lacht und feiert und schaut dabei nur seinen Kumpel an und mich traut er sich nicht anzuschauen. Ich wusste dann auch echt nicht, was ich sagen sollte, außer dass ich ja schon so immer die Tür hinter ihm zumachen muss, wenn er nicht da ist, weil es aus seinem Zimmer stinkt (nach dem Wäscheberg, hab ich von dem schon erzählt? Oder von der ungewaschenen Bettwäsche?). Ihm alles egal.
Nachdem ich dann die Hälfte des Abends heulend in meinem Zimmer mit den schiefen Wänden und den grünen und beigen Wänden verbracht habe, habe ich gedacht, ich muss was ändern. Sonst sitze ich nämlich den Rest des Semesters hier und zähle die Tage, bis es endlich vorbei ist. Und das ist nicht Sinn und Zweck der Sache. Dieses Semester hier war mein Traum und es wäre sooo gemein, wenn ich mir das von so einem Ekel versauen lassen müsste.
Am Mittwoch habe ich dann im Internet nach Wohnungen geschaut. Die erste Annonce, die ich gesehen hab, betraf eine Wohnung nur 3 Straßen von hier entfernt. Da hab ich sofort angerufen, konnte am selben Abend noch die Wohnung anschauen und habe mich super mit den Leuten verstanden. Es handelt sich da um eine RICHTIGE Wohnung mit einem RICHTIGEN Bad und weißen, geraden Wänden. Alles Weitere erzähle ich, wenn es soweit ist.
Am Donnerstag habe ich meinen Anteil der Miete dort abgegeben, um es fix zu machen. Am 15. November zieh ich dort ein. Und bis dahin bleibe ich bei Julia auf der Couch. Das war auch so großartig. Ich poste in unserer Gruppe den Hilferuf, ob mich jemand schnellstmöglich hier rausholen könnte und mich bis 15. aufnehmen würde und Julia hat sich sofort bereiterklärt, obwohl ihre Wohnung auch nicht riesig ist. Und als ich dann fragte, ob mir jemand beim Umzug mit den Sachen hilft, hat es auch keine 5 Minuten gedauert, bis ich nicht mehr alleine da stand. Ich weiß gar nicht, wo ich so tolle Freunde herhabe und womit ich das eigentlich verdiene. Die Mädels sind einfach die Besten!
Ja, und damit ist es jetzt endlich vorbei. Die beiden Jungs mit denen ich dann zusammenwohnen werde, machen einen ganz ordentlichen Eindruck. Während der hier einfach dreckig und ekelhaft ist. Kein Händewaschen nach der Toilette, gelegentlich ja nicht mal Spülen! Kein Lüften, kein nichts. Dafür sämtliche Körperbehaarung in der Dusche. So furchtbar. Da sitzt der manchmal 3 Tage am Stück in seinem Zimmer, säuft und raucht und das einzige Mal am Tag, wo er rausgeht, das ist, um sich neues Bier zu holen und vielleicht gegen 23h noch ne Pizza. Der Typ wird 25 nächste Woche und hat eigentlich gar kein Leben. So ein Loser, wirklich. Und nach der Aktion die Woche, wie er mich da ausgelacht hat, habe ich auch keinerlei Verständnis geschweige denn Mitleid mehr mit dem Affen.
Und er weiß nichts von meinem Umzug. :) Am Samstagmorgen schnapp ich einfach meine Sachen, in der Hoffnung, dass er noch schläft oder arbeitet am Samstag, und er wird schon irgendwann merken, dass ich nicht mehr komme. Spätestens wenn sein Klopapier all ist, wird er mich vermissen. Und da ich keinen Mietvertrag habe, kann ich dem Vermieter auch bequem dann ne Mail schicken und ihm mitteilen, dass er sich für seinen asozialen Mieter am besten einen anderen Asi sucht, den stört das alles dann nicht so. Aber ich kann jetzt nicht mehr. Ich hab am ersten Tag geschluckt hier. Ich hab versucht, es mit Humor zu nehmen, und mir gedacht, ich bin ja eh nicht so oft da und das wird schon. Aber jetzt ist gut. Dann zahl ich eben doch mehr Miete. Und es sind ja auch nur noch 2 Monate!

So, jetzt seid ihr darüber im Bilde. Ich werde übrigens auch ein paar Schimmel- und Ekelbilder ins FB stellen, sobald ich Eddie aus meinen Kontakten gelöscht habe. Dann könnt ihr euch selber ein Bild machen. Wenngleich dieses Multi-Sinnes-Erlebnis natürlich nur ich haben durfte: einen Mitbewohner, den man grölen hört, den man 20 m gegen den Wind riechen kann, den man ab und zu mal sieht... :)

Trotzdem – und jetzt könnt ihr gerne mal mit dem Kopf über mich schütteln – wird es eine Sache geben, die ich mit dieser Wohnung hier aufgeben muss und die mir unendlich fehlen wird: die Gitarre. Und wenn sie noch so dreckig ist und nicht so klingt wie meine, ich konnte doch immer wieder was spielen. Jetzt habe ich noch über 2 Monate so ganz ohne Gitarre vor mir. Ganz, ganz, ganz ohne. Das wird sicher manchmal nicht leicht. Mal sehen. Aber dann ist die Vorfreude auf mein Baby zu Hause umso größer. :)

Ansonsten hab ich jetzt echt viel zu tun an der Uni. Noch dazu bekomm ich am Donnerstag ne Mail von meinem französischen Prof, der meine Masterarbeit betreuen wird, in der er mir schreibt, wie kompliziert jetzt alles ist, weil ich weg bin. Die wollen am Ende echt, dass ich mich dafür entschuldige, dass ich mal links und rechts gucke, wie ich meinen Horizont erweitern kann. Dabei tut es mir doch gar nicht leid! Also das ist echt unverständlich. Und nebenbei meint er, ich solle mir mal die Artikel, die er mir vorschlägt, lesen (so 10 Stück) und jeweils ne „fiche de lecture“ schreiben – wie auch immer das auf Deutsch heißt. Und zwar bis zum 10. Eine Woche also. Sag mal, dass ich hier auch was zu tun hab, entgeht ihm wohl auch ein wenig, ne. Na ja, ich mach jetzt keinen Mucks. Der sitzt am längeren Hebel, ne, also funktionier ich mal lieber schön, wie man es verlangt, und denke mir meinen Teil. Und ich denke viel...

Und noch was Neues. Es ist unglaublich, aber ich hatte am Mittwoch das erste Mal SPASS an meinem Psychometriekurs – wir hatten die erste Diskussionsrunde, vorbereitet als Beispiel vom Prof, der das wirklich, wirklich gut gemacht hat. Also so als Prof, mein ich. Das war tatsächlich sinnvoll, ich hab voll viel mitgeredet und sicher auch was gelernt dabei. Hammer. Dass ich das mal sagen würde…Allerdings gebe ich auch zu, dass viel Arbeit dahintersteckt. Aber wenn ich die mache, geht’s vielleicht irgendwann wirklich. (und dann hau ich den Prof in Frk nämlich um mit meinen Psychometrie-Kenntnissen für die Masterarbeit! HA!)

Und heute Abend (also Freitag) war ich bei meinem ersten Eishockey-Spiel und ich bin total begeistert! Es waren die Mädels der Uni – also die Carabins – gegen Ottawa (Canadas Hauptstadt… :) ) Da man die Tickets nicht vorher sondern nur direkt vor dem Spiel kaufen konnte und das für 5$, und da heute gleichzeitig ein Volleyballturnier an der Uni sowie ein großes Eishockey-Spiel der „Canadiens“ von Montréal in Montréal stattfanden, war irgendwie klar, dass da außer uns niemand hingehen würde. Es waren aber noch so…50 andere da. :) Und egal ob Mädels oder Jungs und so, Eishockey ist so cool! Das ist viel toller als Fußball oder American Football. Da geht’s so richtig mit Dampf durch die Gegend, es ist voll schnell und echt nie langweilig. Wir haben auch 5:2 gewonnen – vielleicht hat das auch etwas zur guten Stimmung beigetragen. Aber das ist echt voll spannend. Das zweite Drittel haben wir eigentlich ausschließlich vor dem Tor der Gegner ausgetragen. Das war das Drittel, in dem KEIN Tor fiel…Aber spannend wars eben. Und es hat unendlich Lust auf Schlittschuhlaufen gemacht – was ich ja bekanntlich super kann… ;)

So, jetzt pack ich meine Sachen noch weiter fertig und morgen früh kommt dann Christina mich abholen. Hoffentlich klappt alles. Und dann bin ich hier raus. Endlich.

Ich meld mich dann sicher bald wieder und berichte darüber.

Alles Liebe für euch und bis zum nächsten Mal!

Bisous

Die Franzi

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