Samstag, 31. Dezember 2011
Jahresabschlussbericht ;)
Hallo,

diesmal ein wenig früher als sonst. Es ist noch keine Woche vergangen seit meinem letzten Beitrag, aber ein Jahr ist rum. Das ist doch auch einen Post wert. :)

Nur kurz zu dieser Woche: Ich bin viel Spazieren gegangen – also verhältnismäßig viel, wenn man bedenkt, dass es bis zu -19° waren. Der Wetterbericht meinte was von gefühlt unter -25°. Ich kann dann ab ner gewissen Temperatur nicht mehr so gut differenzieren: Es war kalt. Soweit mein Urteil dazu. :) Woran merkt man, dass es kalt ist? Der Wind treibt einem Tränen in die Augen, die dann die Wimpern zusammen frieren lassen. Der Fotoapparat steigt aus. Haare frieren am Schal fest und lassen sich maximal noch wieder abreißen. Es war spaßig. Am Dienstag hatten wir einen Schneesturm. So mit 60km/h Wind und 10cm Schnee innerhalb von 3 Stunden. Da bin ich dann lieber nur von Haus zu Haus oder von Haus zu Metro gerannt. Das war dann auch mir nicht mehr geheuer. Am Mittwochabend war ich drüben auf der Insel St Helena. Da, wo ich im Sommer schon mal war und wo mir der Biber über den Weg gelaufen war. Diesmal war da kein Biber. Nur Schnee, Eis und der Sonnenuntergang hinter der Stadt.
Ansonsten hab ich Nachhilfe gegeben, war laufen (wenns mal nicht so kalt war) oder schwimmen. Und in der Sauna. An der Uni – logisch. :)
Geärgert hab ich mich auch: Ich hatte der Caro einen Schlüsselanhänger aus New York mitgebracht und ihn nun zum Geburtstag geschickt. Und sie bekommt einen halb geöffneten Briefumschlag mit meinem Brief drin. Ohne Schlüsselanhänger. Ich hoffe, irgend so ein Post-Arsch hat sich über das Mitbringsel gefreut. Vielleicht ist es ja derselbe, der mit der Mütze, die vor 2 Jahren für Katia gedacht war, herumläuft und dem die Calissons damals so gut geschmeckt haben. Fuck Post! Ganz ehrlich, demnächst bring ich meine Geschenke lieber selber vorbei. :(
Jetzt in einer Woche hab ich schon den halben Heimweg hinter mir. Reden wir nicht drüber. Caro hat auch schon was von „nächstem Wochenende“ erzählt. Hab ne Weile gebraucht, bis ich begriffen hab, dass sie mich damit meinte!

So, was gibt es jetzt zum Jahreswechsel zu sagen? Was gab es 2011? Es wird euch überraschen, aber ein Traum ist wahr geworden: Ich war (und bin) in Canada. Wooohooo!!! Aber auch die erste Jahreshälfte hatte es in sich: der Bachelor ist in der Tasche. Ich habe einen von wenigen Plätzen in meinem Wunsch-Master ergattern können. Ich habe ein spannendes Praktikum gemacht, was mir total bestätigt hat, dass ich das Richtige studiere. Ich hatte allerdings auch nen bösen Liebeskummer. Und es gibt keine Super Nanny mehr. Ich kann mich nicht mehr an die Zeiten vorher erinnern. Da war ich 15. Im Internat. Da haben wir uns jeden Mittwochabend im Wald betrunken. Nicht dass ich damit jetzt wieder anfange, weil Katia mich nicht mehr vor den Fernseher lockt zu der Zeit! ;)
Und was soll 2012 passieren? Gute Vorsätze? Wenn ich wenigstens rauchen würde, dann könnte ich damit aufhören! Aber gut, bevor ich mir zum 15. mal vornehme, dass ich nächstes Jahr 20kg leichter werde, versuch ichs mal mit sinnvollen Zielen: ich will mit der Gitarre vorankommen. Mit dem Akkordeon – dessen Verpackung ich per Skype schon mal bestaunen konnte – werd ich mich wieder anfreunden. Ich will auch endlich ein sinnvolles soziales Projekt finden, für das ich mich engagieren kann. Und im Sommer – in meinen allerletzten Sommerferien – will ich noch mal irgendwohin. Als Aupair oder zu nem Freiwilligeneinsatz oder so was. Nach Afrika, Südamerika, Neuseeland. Oder von mir aus nur gleich nach nebenan, Hauptsache, es macht mir Spaß. ;)
2012 wird auch, so hoffe ich, endlich das Jahr, in dem ich die Katia treffe. Ich fang schon mal an, die Stunden zu zählen. Bis Mai… :D
Und hoffentlich gibt’s ne Hochzeit! Vielleicht nicht für mich, aber für 2 ganz, ganz wichtige, liebe Menschen zu Hause. :)

Jetzt steht das hier schwarz auf weiß. Und in einem Jahr hol ich mir den Text wieder und schau mal nach, was ich alles geschafft habe. Oder ihr...

Was passiert hier zu Silvester? Wir feiern mit einigen Leuten der "Clé des Champs" bei mir. Das sind die Leute, mit denen wir zum Kanu fahren und Campen waren und zum Wandern und so. Es gibt Raclette – was zu Weihnachten lecker ist, kann an Silvester nicht schlecht sein.

Rutscht ihr gut rein, feiert schön, und denkt an mich. Denn wenn ihr feiert, schnippel ich bestimmt grad Zucchini – da ist es bei uns 18h. Und ich werd an Silvester 2010 denken, als ich mit Caro schnuckelige 7einhalb Stunden vor dem Brandenburger Tor gestanden habe und Dank Paul Potts weinend das neue Jahr begonnen habe. Und dann am 1.Januar der Ausflug auf den Playfit-Spielplatz in Wilmersdorf oder Charlottenburg oder wo das war. Caro, wir sind echt die Obergranaten! ;D Du fehlst mir so!

Gutchen, dann habt ein schönes Ende dieses tollen Jahres. Ich freu mich auf euch. Noch kann ich sagen: Bis nächstes Jahr!

Alles Liebe,

Die Franzi

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 26. Dezember 2011
Abschiede, Weihnachten und endlich Winter!!!
Hallo meine Lieben,

zunächst mal noch ein frohes Weihnachtsfest, es ist ja noch nicht vorbei. Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Heiligabend!

Ich hab eine aufregende Woche hinter mir.

Ganz aufregend war gleich der Montag, als ich mich mit einem Bekannten aus dem Psychometrie-Kurs getroffen habe, um noch mal unsere Arbeiten durchzusprechen. Seine sah schon wesentlich niveauvoller aus als meine, ich gebs ja zu. Aber was solls. Ich will nur irgendwie bestehen. Meine Note wird ja dann eh von meinem Prof in Frankreich so Pi mal Daumen umgerechnet. Also…
Am Abend war ich bei Christina zum Essen eingeladen. Wir haben – oder sie hat – ein leckeres Risotto gemacht und dabei haben wir noch sämtliche Weißwein- und Rotwein-Reste vernichtet. Nicht dass sie’s am Ende wegschmeißen muss! ;)

Am Dienstag habe ich dann ein paar organisatorische Dinge erledigt. Da muss ich zum Beispiel ein Zeugnis beantragen – sonst bekomm ich nie was schriftlich – und das kostet mal 6$. Ein Blatt Papier. Interessant.
Dann waren wir im Mont Royal Schlittschuhlaufen. Nachdem uns ja am Samstag zuvor zu kalt dazu war…Jetzt waren es ein paar Grad unter null und Sonne dazu. Und neben der Eisfläche alles grün. Sah ein bisschen aus wie Mitte Mai, aber Spaß gemacht hats trotzdem. :)

Im Radio kommt grad ein Stück aus dem Nussknacker und lenkt mich vom Schreiben ab…Thank god there’s Tschaikovsky!

Am Mittwoch waren wir am frühen Nachmittag im Museum der schönen Künste. Zusammenfassend lässt sich da sagen: ich werd mal kein Fan mehr von schönen Künsten…Aber es war der letzte Tag mit Christina und Lisa. Und es war kostenlos. :) Wie anziehend Museen plötzlich auf mich wirken, wenn ich für sie kein Geld ausgeben muss. Kunstbanause, werdet ihr sagen. Sei’s drum. Lustig war’s eh. Christina wollte sich eine Figur in der Vitrine so genau anschauen, dass sie lautstark mit dem Kopf vor die Glasscheibe gedonnert ist. Ob diese Klopfzeichen jetzt auch Kunst waren…keine Ahnung. Mein derzeitiges Profilbild im FB ist übrigens auch dort entstanden. Ich find, es steht mir gut. :)
Danach waren wir spontan noch mal im „Yeh!“. Das ist das, wo man sich selbst verschiedene Eissorten in einen Becher füllen kann, so viel man will, und dann da drauf alle möglichen Bonbon-, Schoki-, Keks-, Streusel-, Saucen- und Obstleckereien wählen kann. Und dann wird nach Gewicht gezahlt. Nach Gewicht des Bechers, nicht des Käufers – Gott sei Dank! :)
Lisa wollte danach nach Hause und Koffer packen, bevor wir uns am Abend in einer Bar zum Abschiedsumtrunk verabredet hatten. Aber sie wollte nicht heim. Schon beim Gedanken an den auf sie wartenden Koffer bekam sie Tränen in die Augen. Da hab ich sie davon überzeugt, dass man so einen Koffer auch noch am Morgen packen kann und hab sie mit zu mir genommen. Wir haben noch lecker gekocht und gegessen. Was heißt gekocht – also es gab Nudeln. Aber es war ja trotzdem lecker. :)
Und dann waren wir eben in der Bar, es war noch mal ein sehr schöner Abend. Der letzte mit Christina und Lisa. :(

Am Donnerstag habe ich dann nun endlich die blöde Arbeit abgegeben. Dazu musste ich ja extra noch mal an die Uni – ausdrucken und einreichen. Obwohl der Prof die Arbeit eh per Mail auch noch mal haben wollte und sie sicher nie abholen wird dort.
Am Nachmittag bin ich dann zu Christina gefahren und mit ihr dann im Taxi durch den Stau zum Flughafen. Dort haben wir dann auch Lisa noch getroffen, die eine Stunde eher als Christina fliegen sollte. Dann gab es also den doppelten, tränenreichen Abschied. Ich hab ihnen noch einen letzten gemeinsamen Donut spendiert. Und dann waren sie weg.

Und was haben sie verpasst? Den Schnee! Denn der kam am Freitag. Es hat richtig viel geschneit. Den ganzen Tag lang. Große Flocken. Und die sind liegen geblieben. Also so die ersten 5cm waren damit schon mal da. Freitag war der Abschied von Lise geplant. Marie und ich haben sie zum Flughafen begleitet – diesmal mit dem Bus. Lise hatte dann ein leichtes Problem mit ihrem überdimensionalen Handgepäck, was man ihr nicht hat durchgehen lassen wollen, sodass sie umpacken musste. Das hat sie enorm aufgeregt. Also war auf einmal die Stimmung weg und Marie und ich waren leicht peinlich berührt, weil wir Lise nun nicht sagen konnten: „Hey, aber diejenige, die grad die Stimmung versaut, bist du, und nicht die Leute vom Flughafen oder die Gepäckbestimmungen.“ Na ja, dann kam eben auch da der Abschied und Marie und ich sind dann in die Stadt gefahren und haben uns noch mal einen vorweihnachtlichen Schaufensterbummel bei -16° im hell erleuchteten Downtown Montréal gegönnt. Dabei waren wir auch in der Basilika Marie-Reine du monde – ein Nachbau des Petersdoms in Rom. Die ist total schön! Da wusste ich noch nicht, dass ich sie bald schon wiedersehen würde…
Zu Hause habe ich am Abend dann noch 3 Haselnüsse für Aschenbrödel geschaut. Youtube macht’s möglich. Ich war ganz entsetzt, als Julia mir sagte, sie kennt das nicht. Es gibt Menschen, die den Film nicht kennen!!! Um dieser unglaublichen Bildungslücke entgegenzuwirken, hab ich ihr heute gleich den Link geschickt, damit sie sichs anschauen kann.

Dann war der 24. Dezember. Gegen 11h hab ich mit Mathias geskypet (wie schreibt man denn das?). Und das war vielleicht ein doofes Gefühl, dann gegen Mittag auflegen zu müssen, weil sie mit der Bescherung angefangen haben. Und zu wissen, dass Oma und Opa jetzt bei uns sind und dass auch in der Kasseler Straße jetzt Bescherung ist. Wenn man weiß, wie toll das immer ist, ist man halt nur ungern nicht dabei. Ein kleines bisschen war ich aber doch präsent, denn ich habe mich gleich morgens bei allen Familienmitgliedern bemerkbar gemacht – mit Erfolg. Ich konnte ja nun keine Geschenke an alle verschicken oder so, da wär ich ja arm bei geworden. Also gab es für alle einen lieben Gruß in Form einer Zeitungsannonce im Freien Wort. Ich bin sehr glücklich darüber, dass das geklappt hat und dass sich alle gefreut haben. :)
Gut, ich wollte dann am Nachmittag noch Marie verabschieden, die tatsächlich den Heiligabend im Flieger verbringen wollte…Nun ja, der Abschied ist dann gehörig schief gelaufen. Ich wollte sie am Busbahnhof treffen und verabschieden und sie kam da nie an. Ihr Handy hatte sie bereits verkauft und war daher nicht mehr zu erreichen. Nachdem sie auch eine halbe Stunde nach dem verabredeten Zeitpunkt nicht auftauchte, bin ich dann ohne Abschied zu Julia und ihrem Freund Martin gefahren. Die haben mich ja erwartet. Letzten Endes hat sich herausgestellt, dass Maries Koffer auf dem Weg zur Metro kaputt gegangen ist und sie nach ganz viel Stress dann ein Taxi direkt zum Flughafen nehmen musste, um den Flieger nicht zu verpassen. Und ohne Handy – und daher vor allem auch ohne meine Nummer – konnte sie mir ja nicht Bescheid geben. Jedenfalls ist das gehörig schief gegangen und ich konnte nicht Tschüs sagen.
Der Abend bei Julia und Martin war dann aber doch ein voller Erfolg und ich hatte ein richtig tolles Weihnachten.

(Da kommt schon wieder der Nussknacker! Ich liebe Montréals Klassik-Radio!)

Wir haben Raclette gemacht und die beiden hatten wirklich ALLES vorbereitet, was das Herz begehrt. Hähnchen, Schinken, Bacon, Paprika, Champignons, Karotten, Zwiebeln, Guacamole, und, und, und…Und Lebkuchen. :) Dann haben wir festgestellt, dass die Zeit zu schnell vergangen ist (das stell ich derzeit täglich fest) und dass wir irgendwie jetzt sofort schnell losrennen müssten, wenn wir noch rechtzeitig um 22h in der Kirche sein wollen. Also haben wir uns mal schnell im Internet schlau gemacht, ob irgendwo ne Mitternachtsmesse stattfindet. Und siehe da: in der Marie Reine du Monde gibt es eine! Kostenlos (was nicht unbedingt selbstverständlich ist). Also haben wir erst noch Bescherung gemacht und sind dann in die Kirche gegangen. Und wir sind hier in Canada. Das heißt: meine erste katholische Messe. Das war vielleicht spannend. Ich hab Einiges dazugelernt. :) Trotzdem freue ich mich auf unsern schönen Gottesdienst in der hübschen St. Georg mit dem Turmbläsern und so im nächsten Jahr. Katholisch werd ich mal nicht.
Dann war es halb 2 und gefühlte -30° draußen. Natürlich habe ich die letzte Metro damit verpasst. Also bin ich in Richtung Bus gelaufen. Und siehe da, es sollte tatsächlich einer kommen: in 20 Minuten. Jetzt stellt euch mal 20 Minuten bei der Kälte an die Straße und wartet. Unmöglich. Da hab ich gedacht, ich kann auch laufen. Und das hab ich dann gemacht. Dass dauerte zwar länger als 20 Minuten – und zwar 40, aber wenigstens war mir etwas wärmer als beim Rumstehen. Endlich zu Hause angekommen hab ich dann festgestellt, dass ich sehr schön durchgefroren war. Ich hab mir zwischendurch schon überlegt, ob einem Kontaktlinsen am Auge festfrieren können…Und was ich auch noch nie erlebt habe, ist, dass meine Haare steif frieren. Krass! Wenn die Haare den Atem abbekommen, frieren sie sofort fest in der Form, wie sie waren. Das ist doch mal eine neue Styling-Idee. Wer braucht schon Haarspray? Einmal den Kopf ins Gefrierfach und voilà! Ich glaube, ich bin schon lange nicht mehr bei so ner Kälte unterwegs gewesen. Aber war das toll! Zumal es dann am Ende noch zu schneien begonnen hat. Das war wirklich eine stille Nacht – sehr viele Leute waren da nämlich nicht unterwegs.
Nachdem ich dann so besinnlich eingefroren bin, hab ich mich dann erstmal dem besinnlichen Wiederauftauen in meinem Bettchen gewidmet.

Meine WG hatte gestern hier ne Party. Romain kam ganz besinnlich verkatert aus dem Bett heut früh. Das wäre so ziemlich das letzte, was mir an Heiligabend einfallen würde…

Und heute war dann ein schöner Tag zum Nichts-Tun. Es hat ununterbrochen geschneit und jetzt dürfte da richtig was liegen. Ich hab eine kleine Ewigkeit mit Mama geskypet – bis die eingeschlafen ist. :) Und für morgen ist dann Schneemannbauen und im Schnee spielen mit Julia angesagt. Sie ist ja quasi die Einzige, die mir hier noch geblieben ist. Aber die Woche ist sie auch noch mal unterwegs. Da kann ich mich dann ja mal mit dem Sport beschäftigen. Ich muss mal gucken, ob das Sportzentrum an der Uni auf ist über die Ferien. Nötig wärs ja. Und bei -15° zu joggen ist halt auch nicht sooo mein Traum. Zumal mir einfach die passende Kleidung fehlt. Hallo? Ich lebe am Mittelmeer! Subtropen!!! Dass ich bei den Temperaturen überhaupt überleben kann!

Und jetzt ist es auch soweit: ich habe mit Mama über Dinge gesprochen, die passieren sollen bis oder wenn ich zu Hause bin. Und sie sagt was von 13 Tagen oder so…Ich weigere mich nach wie vor, die Tage zu zählen. Heute dachte ich, noch 2 Wochen. Dann fiel mir auf, dass schon Sonntag ist und ich aber an einem Freitag schon wegmuss. Oh Gott, das wird so furchtbar. Why do all good things come to an end? Das ist doch total doof an sich. Nun ja, beschweren wir uns mal nicht schon wieder.

Es wird also wohl noch einen solchen Beitrag geben und dann eine Art „Abschlussbericht“. Mal sehen.
Euch noch einen schönen 2. Weihnachtstag – RTL bringt ja Bauer sucht Frau Specials, manchmal greift man sich an den Kopf! Habt noch eine schöne letzte Woche in diesem Jahr.

Bisous

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 19. Dezember 2011
Wenn es zu kalt ist zum Schlittschuhlaufen...
Hallo!

Jetzt sind es nun nicht mal mehr 3 Wochen. Ich kann das gar nicht begreifen. Wir alle nicht. Es ist hier grad eine ganz gefühlsduselige Zeit. Wir erwarten einerseits alle die Weihnachtszeit, den Winter und die Kälte. Andererseits wollen wir so gerne die Zeit anhalten. Jedes Mal, wenn ein Abend, eine Veranstaltung, ein Ausflug zu Ende geht, kommt ein mulmiges Gefühl in uns auf, und uns wird bewusst, wie schnell diese tolle Zeit vergangen ist. Was keiner wollte.

Aber was ist denn eigentlich passiert diese Woche?

Am Montag waren wir bei „Juliette et Chocolat“ – einem netten Café, welches bekannt ist für seine sündhaft leckeren Schokoschlemmereien. Und das Klischee wurde bestätigt. Ich hatte ein „Fondant au chocolat nappé au caramel“ mit Vanilleeis. Übersetzung? : eine verboten gute Schoko-Karamel-Leckerei, die eindeutig Gott selbst geschaffen haben muss. Ich habe noch nie in meinem Leben so langsam ein Dessert gegessen. Ich wollte einfach nicht, dass es vorbei ist. Mann, das war der Hammer und eindeutig eine Erwähnung hier wert! Und ein Foto im FB. :)

Unter der Woche habe ich noch meine Arbeit halbwegs fertig geschrieben und eine weitere abgegeben. Dann die Nachhilfe und so weiter. Auch wenn einfach null Motivation mehr da ist - was muss, das muss.

Am Donnerstag wollten wir dann auf einen kleinen Weihnachtsmarkt gehen. Es hat den ganzen Tag geregnet. Es waren so 6°. So abartig – kanadischer Winter sah im Fernsehen immer anders aus – etwa auch alles Fake und gescripted? Es war ja auch Maries Geburtstag. Wir haben uns also einen Glühwein gegönnt – läppische 4,50$ für etwa ein Schnapsglas Glühwein. Dazu heiße Maronen direkt über dem Lagerfeuer für uns zubereitet. Wenigstens hat es da dann nicht geregnet. Zu warm war es trotzdem – am Abend dann 11° - sodass ich zwischendurch fast Eiswürfel in meinen Glühwein bestellt hätte.
Danach waren wir noch bei St.Hubert essen – das ist so eine Kette, die hauptsächlich alles Mögliche ums Hähnchen anbietet. War ganz lecker, wenn auch nicht wirklich gesünder als die Schokosünde vom Montag. Ich habe dann gefragt, ob Geburtstagskinder nicht ein Dessert gratis bekommen oder so. Und dann kam der Kellner mit einem „Blowjob“ an. Marie hat sich sehr gefreut. :) Ich erspare mir jetzt die Übersetzung und die Erklärung – wer mag kann sich das Foto auf FB ansehen. Und ein sehr lustiges Video von Marie beim Versuch dieses Teil „zu schlucken“ gibt es auch. Sparen wir uns die Details. Nur so viel sei gesagt: ich hatte so unendlich Bauchschmerzen vor lachen! :D

Und am Freitag war es dann soweit: seit Wochen geplant, ungeduldig herbei gesehnt und doch gefürchtet: unser letzter Abend mit der ganzen Gruppe. Alle 9. Ab sofort ist immer mindestens einer nicht mehr dabei. Und die ersten fliegen am 22. heim. Wir haben bei Julia gegessen ohne Ende. Jeder hat was mitgebracht. Es hat uns tatsächlich an nichts gefehlt. Ich versuche mal, einen Großteil davon aufzuzählen: Kartoffelsalat, grüner Salat, gemischter Salat, mit Champignons und Schinken gefüllte Blätterteigdingens, Frikadellen (Bouletten, Fleischpflanzerl, es gab diverses Vokabular dazu), Käse, Baguette, Weintrauben, Cupcakes, Schokoeis, Obstsalat, Schoko-Cheesecake, Chips, Guacamole, Nüsse, und, und, und. Wir hatten logischerweise schnell volle Bäuche. Aber der Abend ging was länger, sodass sich das Buffet früh morgens erneut höchster Beliebtheit erfreuen konnte.
Dann wurde gewichtelt: die Lisa hat mir ein wirklich tolles Geschenk vorbereitet: ein Fotoalbum mit Bildern einiger unserer gemeinsamen Unternehmungen und mit noch ganz viel Platz zum Vervollständigen. Da hat sie sich total Mühe gemacht und ich hab mich wirklich ganz sehr gefreut.
Marie hat auch noch ihr Geburtstagsgeschenk bekommen: Ein Portemonnaie. Sie hatte keins. Stell sich das mal einer vor. Wir haben sie jetzt offiziell in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. :) Dazu gab es mal keinen Geburtstagskuchen, sondern eine eher kreative Version desselben: einen Teller Fischstäbchen mit Kerzen. Marie ist bei uns dafür bekannt, dass sie so gar nichts isst. Nichts mag sie. Zum Beispiel Orangensaft. Also so ganz normale Dinge. Aber Fischstäbchen, das isst sie. Und damit haben wir sie das ganze Semester über immer aufgezogen. Genau wie mit ihrer Nesquik-Idee. Sie hat mal gesehen, dass ein Laden dir die Differenz auszahlen würde, wenn du das Nesquik woanders billiger findest. Und sie hat es tatsächlich billiger gefunden und wollte uns nun von ihrer Geschäftsidee überzeugen, dass sie ja ganz viele Nesquik teuer kaufen kann und sich das Geld auszahlen lässt. Damit wollte sie reich werden. Es hat einiges an geduldiger Erklärungskunst gekostet, ihr begreiflich zu machen, dass sie nur die Differenz ausgezahlt bekommt und damit kein Geld gut macht, sondern am Ende allenfalls 20 Europaletten Kakao bei sich einlagern kann. So ganz überzeugt war sie am Ende immer noch nicht, sodass wir ihr eine Packung Nesquik geschenkt haben mit der Aufschrift: Der Beginn des Reichtums. Sie hat sich gefreut. :)
Wir haben uns auch mit sämtlichen Activity- und Trink-Spielchen köstlich amüsiert.
Letzten Endes, nachdem alles aufgeräumt war und Julias Wohnung wieder aussah wie vorher, sind wir mit der Metro nach Hause gefahren. Ich war kurz nach 6h morgens dann daheim – da hatte Mutti mir schon ne Mail geschickt und gemeint, sie muss jetzt Mittag kochen. Diese Zeitverschiebungssache find ich ja immer noch spannend. Dann konnt ich nicht schlafen und war putzmunter. Gegen 6h45 bin ich dann aber doch ins Bett gegangen und hab immerhin bis 11h geschlafen.

Der Samstag war dann ein guter Nichts-Tun-Tag. Ich hab mir am Nachmittag die komplette ZDF Ein Herz für Kinder-Gala angesehen. Das war am Ende ganz verrückt: Ich hab seit ein paar Tagen das Lied „Hallelujah“ im Kopf. Gefühlt 2000 verschiedene Versionen hab ich bei Youtube gesucht und so. Und es wollte nicht aus meinem Kopf gehen. Und dann kommt tatsächlich am Ende der Sendung genau dieses Lied. Nur für mich. Ganz sicher. :)

Aber dieses Lied passt einfach grad so unglaublich gut zur Stimmung. Ich hörs auch jetzt grad beim Schreiben in der Dauerschleife. Und wenn ich dazu Fotos anschaue oder die Abschiedsmails der Mädels lese, dann wird’s mir ganz anders. Seit einer Woche fließen hier täglich die Tränen.

Dann am Samstagabend wollten wir zum Schlittschuhlaufen in den alten Hafen in die Altstadt von Montréal. Da gibt es am Samstagabend auch seit 2 Wochen jede Woche Feuerwerk. Wir haben jetzt -8° gehabt auf einmal und haben uns zuerst sehr darüber gefreut: Endlich Winter!! Dann einmal im Hafen angekommen war uns schon so kalt. Dann waren so unglaublich viele Menschen da, das Eis sah schon nicht mehr so super aus, die Schlange für Tickets und Schlittschuhe war sehr lang… Kurz: wir hatten schon keine Lust mehr. Also wollten wir nur zum Feuerwerk da bleiben. Und da war er wieder: der wöchentliche Wow-Moment, in dem ich sooo große staunende, funkelnde Augen bekomme und nicht möchte, dass dieser Moment je aufhört. Also ich schwöre, dass ich noch nie ein so tolles Feuerwerk gesehen habe. Ich verschweige nicht, dass ich von wöchentlichem Geld-in-die-Luft-Gepuste an sich herzlich wenig halte. Aber das war KUNST! Es lief Musik dazu: unter anderem aus Schwanensee und Peer Gynt. Und das Feuerwerk war eine richtige Choreographie – wie im Ballett haben da die Sterne im Takt getanzt. Es war so unglaublich schön. Und vor allem auch recht lang: fast 20 Minuten. Und ich hab total vergessen, wie kalt mir war. Und von wegen sparen und Umweltgeschichten und so - da hat Kanada uns die Woche ja allen gezeigt, was sie davon halten. Übrigens ein Entscheidung, die kein Mensch - also auch kein Kanadier hier so richtig nachvollziehen kann geschweige denn womöglich unterstützt. Eigentlich schämt man sich eher. Zu Recht.

Als das dann vorbei war, fiel mir die Kälte aber doch wieder ein und wir sind dann eben doch gleich nach Hause gegangen. Unter anderem auch, weil wir ja am Sonntagmorgen vor 6h schon raus mussten.

Bei schnuckeligen -11° ging es dann am Sonntagmorgen also mit dem Bus in die etwa zweieinhalb Stunden entfernte Hauptstadt des Landes: Ottawa. Dort waren es dann noch schnuckeligere -15°. Auf meinen Fotos seht ihr, dass mir der Schal fast bis über die Nase geht und die Mütze nur kurz drüber wieder anfängt. Ui, war das kalt. Aber es war so super schön sonnig und strahlend blauer Himmel!
Ottawa hat nur gute 800 000 Einwohner und wurde vor allem aus strategischen Gründen Hauptstadt, da es sich genau an der Grenze zwischen Ontario und Québec befindet und damit an der Grenze zwischen französischer und englischer Region. Ottawa selbst ist englischsprachig, aber eigentlich kann eh jeder auch französisch dort, was ich so gesehen hab.
Wir haben eine Führung im Parlament gemacht, wo neben den ganzen wichtigen Regierungssachen vor allem eins aufgefallen ist: die Weihnachtsbäume. Die Gänge entlang, in den Hallen und großen Sälen, überall Weihnachtsbäume. Von der Aussichtsplattform des Peace Towers hat man ne super Sicht über die ganze Stadt.
Dann haben wir uns was zu essen gesucht und sind dann am Ausgang über ein Schild gestolpert, auf dem was von kostenlosen Kutschfahrten stand. Gut, dachten wir uns. Wenn das kostenlos ist, dann machen wir das. :) In der Hoffnung, vielleicht an was Interessantem vorbei zu fahren. Aber nein, im Grunde sind wir nur ne Viertelstunde in der Kälte durch Straßen gefahren, die wir vorher eigentlich schon selber entlanggelaufen sind. Aber es war kostenlos.
Danach ging es weiter zum Museum der Zivilisation. So eins haben wir in Québec damals schon angeschaut. Das in Ottawa ist aber viel größer und ganz bekannt. Und das hat sich auch wirklich gelohnt. Ein riesiger Bereich auf der untersten Etage beschäftigt sich ausschließlich mit den Ureinwohnern. Und wenn man dann an die Kälte draußen denkt, wundert man sich, dass in solchen Gebieten der Erde überhaupt Menschen sesshaft geworden sind. Wozu das Ganze? Also wir sind ja auch noch recht südlich. Die ganzen Eskimos und so…warum bleiben die Jahrtausende da oben, wenn sie doch einfach gen Süden in Richtung Florida hätten wandern können? Da hat wohl wer nicht mitgedacht, damals… :)
Dann haben wir noch die Kanada-Halle angeschaut, die dann eine Art Nachbau der kanadischen Städte im Laufe der Jahrhunderte beinhaltete. Man lief da tatsächlich durch Häuser, über Marktplätze, es gab eine Schule, eine Kirche, Läden und Werkstätten, ganze Schiffe standen da! Ein riesiger Komplex. Und sehr gut gemacht. Sehr interessant.
Das Museum ist übrigens genau genommen nicht in Ottawa selbst, sondern einmal zu Fuß über die Brücke auf der anderen Seite des Flusses, wo schon wieder französischsprachiges Québec liegt.

Ja, danach sind wir dann eine gefühlte Ewigkeit zurück zum Bus gelaufen. Und dabei hab ich wieder etwas Neues über die Sprache unserer österreichischen Nachbarn erfahren: Ich musste sooo lachen, als Lisa erzählte, dass ihr Handyvertrag hier auf ihren Namen "rennt". Bei denen rennen Verträge. Also dass sie laufen ist ja an sich auch schon doof, aber rennen! Ich musste so lachen! :) In Montréal angekommen, wurde es schon wieder so traurig: Julia fährt heut Abend noch nach New York und kommt erst in ein paar Tagen wieder, wenn Christina und Lisa schon zu Hause sind. Also gab es wieder einen Abschied (Julia bleibt ja das ganze Jahr). Wie gut, dass mir noch ein paar Tage Zeit bleiben bis hin…

So, und mittlerweile bin ich wieder aufgetaut. Wir waren ja alle angezogen wie die Michelin-Männchen, was zur Folge hatte, dass uns nicht sooo kalt war, dass wir uns andererseits aber auch nicht mehr haben bewegen können. Ein Spaß. Aber es soll ja eh wieder wärmer werden. Und was nützt uns auch die Kälte, wenn kein Schnee liegt?

Also dann, ich bin jetzt echt platt, es war ein toller aber langer Sonntag. Die nächste Woche wird ganz verrückt – mit so vielen Abschieden und dann ist ja auch Weihnachten. Ohne Geschenke zu verteilen, ohne Weihnachtsbaum zu schmücken, ohne Omas Weihnachtsgans zu verputzen, ohne mit Peter in die Kirche zu gehen, ohne Gitarre und vor allem: ohne Euch. Hoffentlich kann ich mich gut beschäftigen.

Also dann, euch eine schöne Woche und bis zum nächsten Mal. Habt ein frohes Fest und esst nen Happen für mich mit!

Ho ho ho und hallelujah.

Die Franzi

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 12. Dezember 2011
Geburtstagswoche mit Nussknacker-Freuden
Halli Hallo,

und wieder ist eine Woche rum – eine Geburtstagswoche!

Da ihr ja ALLE an mich gedacht habt – oder euch an mich erinnern lassen habt – wird es euch jetzt auch nicht überraschen: Ich wurde am Dienstag unglaubliche 23 Jahre alt. Manche hätten mir das wohl nicht zugetraut. So langsam tickt die biologische Uhr. Ich hör sie schon. ;) Die Gelenke tun auch schon weh. Ihr kennt das. Die Vergesslichkeit wird größer – wie gut, dass in meinem eigenen Facebook-Profil am Dienstag oben stand: „Heute ist dein Geburtstag.“ Wenn man Facebook nicht hätte…

Ich war dann abends kurz auf einer Nikolaus-Party. Die war organisiert von so ner Kanadisch-Deutschen Kulturaustausch-Organisation oder so ähnlich. Da gabs Glühwein und Brezeln und so was. War ganz witzig. Die meisten hatten diese Woche aber Prüfungen, sodass nicht alle da waren. Die Julia kam vorher noch zu mir mit einem Riesenmuffin im Gepäck, den wir dann zu dritt (!!!) gegessen haben. Dazu hatte sie – und jetzt Achtung – eine Packung Toffifee dabei. Das ist ja unglaublich. :) Da muss ich wohl irgendwann mal erwähnt haben, dass ich Toffifee mag (Es waren ja auch 2 Packungen in meinem Päckchen von zu Hause, also scheints zu stimmen.). Und das hat die Lisa gehört. Und dann sagt die Lisa der Julia, dass der ihr Freund Martin unbedingt Toffifee mitbringen muss, wenn er herkommt. Und der ist seit Mitte November oder so schon hier. Also keine Ahnung, wie lang das schon in Planung ist. Unglaublich, wie aufmerksam die Mädels sind! Toffifee kann man übrigens auch hier kaufen, sind aber logischerweise so teuer, dass man wahrscheinlich tatsächlich besser dran ist, wenn man sie extra einfliegen lässt. :)

Am Mittwoch hab ich dann mit Karen und Wenwei endlich unsere Arbeit über „immigration et acculturation“ fertig geschrieben. Am Donnerstag haben wir das Ding dann abgegeben – endlich! Und ich hatte meinen letzten Kurs.

Und am Freitag hab ich dann Geburtstag gefeiert. Hier bei uns in der WG. Wir waren so 12 Leute oder so und es war sehr lustig. Vor allem das Pantomime-Spielen war doch sehr unterhaltsam. Die Mädels haben mir eine tolle rote Handtasche geschenkt, was sehr praktisch ist, da ja die andere, die ich so stolz aus New York mitgebracht habe, bereits auseinanderfällt. Doof. Aber hey, jetzt hab ich ne neue. :) Und die ist echt toll.
Voll gefreut hab ich mich auch über das Geschenk von Karen und Wenwei. Total toll. Da saßen wir am Donnerstag im Kurs und haben uns gelangweilt und uns über den Winter und seine – vor allem modischen – Vorteile unterhalten. (Es hat so 1cm geschneit…) Und ich meinte, Mützen könnte ich ja nie genug haben. Dann saß da eine vor uns mit so ner tollen weißen Wollmütze, die hinten so nach unten „schlumpft“. :) Und ich sag zu Karen so beim Rausgehen, dass ich genau so eine suche. Sie auch, meint sie. Sie hat sie auch die ganze Zeit so anschauen müssen. Da haben wir einfach gefragt, wo die her ist. Vom Simons. Und der passende Schal dazu auch. Und am Freitag stehen die beiden dann mit einem Simons-Geschenke-Karton vor mir und ich wär fast durchgedreht! Da hat die doch nicht genau diese Mütze und den Schal dazu gekauft! :) Ich hab gemeint, so müsste das immer sein: Am einen Tag sagt man, man will dies und das haben. Und am nächsten Tag kommt wer und bringt es vorbei. Aber man hat ja nur einmal im Jahr Geburtstag. :)
Thomas hat mir ne Riesenpackung Toffifee geschenkt, weil es ihm leid tat, dass er meine fast aufgegessen hat. Wie süß! Vor allem war das sogar in Geschenkpapier eingepackt!

Ja, die meisten sind dann gegen halb 2 gegangen. Bis auf Lisa, die musste am nächsten Morgen früh zum Busbahnhof, der direkt bei mir um die Ecke ist, sodass sie also da geschlafen hat. Und dann kam noch ein Kumpel von Thomas vorbei, den ich eingeladen hatte, der aber vorher noch auf ne Weihnachtsfeier musste. Da saßen wir dann auf einmal noch zu 4. im Wohnzimmer und haben gequatscht und gequatscht…Gegen viertel 5 waren wir dann im Bett. Kurz vor 7 bin ich mit Lisa dann raus, hab mich aber wieder schlafen gelegt. Ein schöner Geburtstag, muss ich sagen!

Dann gab es am Samstag das wirkliche Highlight der Woche: Ich war mit Marie, Christina und Nathalie im Ballett zum Nussknacker. Hach, war das schön. Ich hab sooo große Augen gehabt die ganze Zeit. Die hatten da wirklich ein traumhaftes Bühnenbild hingezaubert – also wirklich zum Träumen. Die Kostüme waren auch sooo schön. Und da waren ganz, ganz viele Kinder mit auf der Bühne und die haben das so toll gemacht! Und diese Zuckerfee (Die heißt übrigens „la fée dragée“ – sehr witzig)!! Also ich saß da wirklich die ganze Zeit wie ein Kind vorm Weihnachtsbaum – mit funkelnden Augen und unendlich begeistert. Dass die Musik toll ist, brauch ich ja nicht zu erwähnen, ne. Und dann war es so schnell zu Ende und ich musste so gegen die Tränen ankämpfen – wieder mal. Es war einfach großartig. Und dann bin ich mit der Musik im Ohr eingeschlafen und heut früh tanzte immer noch die Zuckerfee in meinem Kopf. Hach, war das schön! :)

Ja, und heute war ich dann tatsächlich in der Bibliothek – eine schöne Sonntagstradition – und habe endlich mit meiner Arbeit in Psychometrie angefangen. 15 Seiten sollen das bis Ende der Woche werden. Und ich hab so wenig Lust da drauf, das wird ein Spaß.

Wir haben uns hier schon die Frage gestellt, was wir eigentlich früher in Europa sonntags so gemacht haben..? Das wird total die Umstellung! Hier kann man ja am Sonntag dasselbe machen wie sonst auch. Also einkaufen, auf die Post gehen, in der Bibliothek arbeiten…In Aix hat die Bibliothek nur Samstagvormittag auf! Das wir ein Spaß. Was hab ich da sonntags gemacht? Nichts? Wahrscheinlich geputzt, gejoggt und Super Nanny geguckt. Spannend. Da ist das hier aber besser. Ich will nicht zurück!!!

Und ich will wirklich nicht. Der Gedanke kommt halt doch immer öfter und immer und immer wieder. Am Freitag feiern wir schon unsern letzten großen Abschiedsabend alle zusammen, weil wir es danach nie wieder schaffen, alle zusammen zu kommen. Und die ersten fliegen in 10 Tagen heim. Das ist so unglaublich. Lisa und Christina sind jetzt schon fertig mit ihrem Semester hier. Und das neue fängt in Österreich erst im März an! Wenn ich da an mich denke – ich darf mir eine Woche „Urlaub“ gönnen, der daraus bestehen wird, zu Ärzten zu rennen, den Jetlag zu bekämpfen und Sachen zu packen für den großen Umzug mit dem vollgestopften Corsa nach Frankreich. Ich freu mich ja auch auf Frankreich, aber das nächste Semester könnte gut auch im März anfangen…Und auf zu Hause freu mich ja auch, aber da ich eh nur ne Woche hab, bin ich da ja auch von Vornherein schon wieder traurig, dass ich wieder gehen muss. Also ich hoffe, hier kann irgendwer mein Gefühlschaos verstehen. Noch dazu ist bald Weihnachten und ich hab weder nen Weihnachtsbaum, noch die Pyramide mit den hässlichen Kamelen, noch den Adventskranz oder sonstigen Weihnachtsdeko-Schnickschnack, den Mama jedes Jahr rausholt. Weihnachten fällt aus. Ist ja nicht zum ersten Mal, aber es wird halt auch nicht schöner.

So, genug gemeckert. Es ist jetzt 20h hier. Ich werd noch n bisschen an meiner Arbeit weiterschreiben. Am längsten dauert eh immer die richtige Angabe der Quellen. Das dauert länger als der inhaltliche Teil. So was Hohles. Also ich kann den Herrn zu Guttenberg nur zu gut verstehen. Ich würds am liebsten auch so machen. Zitieren ist doofe Zeitverschwendung.

Also dann ihr Lieben. Nächste Woche melde ich mich dann frisch aus Ottawa zurück. Habt ihr ne schöne Woche, esst fleißig Weihnachtsleckereien für mich mit und lasst es euch gut gehen.

Bisous und bis zum nächsten Mal.

Die Franzi

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 5. Dezember 2011
Kalorienbomben, Jazz und Wassersport
Hallöchen,

da bin ich wieder. Was gibt’s neues? Was ist diese Woche passiert? Los geht’s! :)

Wir sind fleißig dabei, unsere To-Do-Liste abzuarbeiten. Montag war noch ganz unspektakulär, da hab ich mich nur vor der Arbeit gedrückt. Am Dienstag hatte ich dann einen schweren Tag. Erstmal hatte ich meinen Kurs Kindesmisshandlung zum letzten Mal. Und ich hab ihn damit eröffnet, dass ich den Jungs und Mädels sagen musste, dass sie alles, was ich eine Woche zuvor noch über die Super Nanny gesagt habe, vergessen können. Denn es hat sich ausgesupernannyt. (schönes Wort – warum unterstreicht mir Word das rot?) Ich glaube, es ist mir noch nie ein Satz so schwer gefallen wie „Es gibt keine Super Nanny mehr.“ Aber dann wars gesagt und na ja, was soll ich denn machen? Ist halt so. Zum Thema Katia gibt’s aber gleich noch mehr. Zurück zu dem Kurs. Es war nun das letzte Mal, dass wir uns da so zusammengefunden haben und uns war allen nicht zum Gehen zumute. Die Prof bedankte sich bei uns und war schon auch recht gerührt dabei. Und wir haben uns irgendwie eeewig Zeit gelassen beim Gehen. Dann standen wir vor der Tür und haben dort ewig weitergequatscht. Irgendwie wollte keiner, dass das zu Ende ist. Wir haben die letzten Wochen so viel diskutiert gemeinsam und haben uns gegenseitig unglaublich weiter gebracht, glaube ich. Eine Studentin aus Belgien meinte dann auch, als wir tatsächlich gegangen sind, zu mir: „Mensch so einen „coup de nostalgie“ nach nem Kurs – das ist auch neu.“ Und es stimmt. Aber ich bin unglaublich glücklich, dass ich diesen Kurs habe machen können, denn in Frk haben wir ja so was wie individuelle Kurswahl nicht. Für so sinnvolle Sachen ist da kein Platz.
Am Dienstagabend waren wir dann noch eine Poutine essen – diese ganz spezielle Spezialität aus Pommes, Käse und Soße. Wir haben ein anderes Restaurant gewählt als beim letzten Mal. Das war auch gut so. :) Und es war tatsächlich lecker – diese Poutine mit Erbsen und Hähnchen. (Ich kann ja auch prinzipiell immer und überall und zu allem Erbsen essen, also auch zur Poutine.)
Danach sind wir noch mal in „unsere“ Jazz-Bar gegangen, die wir am Anfang des Semesters schon mal besucht hatten. Es gab natürlich wieder Live-Musik. Es lebe der Erfinder des Saxophons!

Am Mittwoch war ich mit Marie und Lise in der „Altstadt“ unterwegs. Da gibt es so einen Platz mit ner Basilika, und der Platz war immer Baustelle. Jetzt ist das aber erledigt und deshalb sind wir da jetzt mal gucken gegangen, wie das so aussieht. Und die Kirche hatte ich auch noch nicht von innen gesehen. Grund? Man zahlt da Eintritt. Richtig, ich zahle 5$, um in ne Kirche zu gehen. Das nächste mal erscheine ich im Nonnenkostüm und verklicker denen, dass ich zum Beten komme! Lise meinte aber, ich müsste dann meinen Fotoapparat gut verstecken. Recht hat sie. Jedenfalls hab ich mir das also gegönnt und ich muss sagen, ich war beeindruckt. Wahrscheinlich hätte ich Stunden in dieser Kirche verbringen können – und hätte am Ende womöglich tatsächlich angefangen, zu beten! Die war so unglaublich toll. Irgendwie bis ins kleinste Detail verziert und mit nem wahnsinns Altar. Und das alles, ohne kitschig auf mich zu wirken. Also ich find ja Kirchen schnell mal kitschig, aber die fand ich einfach großartig.
Und was auch großartig ist, ist die sehr kurze Entfernung zwischen der Notre-Dame de Montréal und dem Cupcake-Café. Also haben wir uns noch nen cupcake gegönnt. Wieder ein Häkchen auf der Liste. :)

Und da sind wir auch schon bei DEM Highlight der Woche: Am Donnerstagabend gab es ein Konzert von Maria Schneider mit der Big Band der Musikfakultät unserer Uni. Und das war so wooow! Diese zierliche Frau steht da und dirigiert die ganze Truppe mit Händen und Fingerspitzen. Die LEBT ihre Musik. Man sah sie ja die ganze Zeit nur von hinten und trotzdem hat diese Frau eine unglaubliche Ausstrahlung und Bühnenpräsenz. Das Ganze war sicher eine unglaublich große Ehre für diese Studenten, mit ihr zusammenarbeiten zu dürfen. Und für uns, sie hören zu dürfen. Sie hat uns zwischendurch zu einigen Stücken erklärt, wie sie entstanden sind. So z.B. die Thomson Fields (könnt ihr gerne mal bei Youtube suchen). Und ich schwörs euch, ich hab die Thomson Fields GESEHEN, als die gespielt haben. Unglaublich. Und als es zu Ende war, wollte ich gar nicht gehen. Das war wirklich, wirklich toll.

Und am nächsten Morgen kam schon das nächste musikalische Highlight – womit wir wieder bei Katia wären. Es gibt endlich ein weiteres Lied von ihr, was ich seitdem mehr oder weniger in der Dauerschleife höre. Ein Lied, was unglaublich gute Laune verbreitet. Ganz süß und wirklich zum Strahlen. Auch das könnt ihr euch gerne mal anhören – www.katiasaalfrank.de ist euer Ansprechpartner. :) So, genug Werbung.

Am Freitagabend – oder Nachmittag – waren 4 von uns im Broadway Cheesecake einen – Achtung, Überraschung – Cheesecake essen. Also wenn die hier was können, dann ist es unglaublich tolle Kalorienbomben zaubern. Für mich gab es einen Himbeer-weiße Schokolade-Cheesecake. Miaaam!

Bei all den Leckereien könnt ihr euch denken, dass ich die Woche auch gefühlt 15 mal Joggen war – witzigerweise immer im Regen. Da schaff ich es, mich bei Sauwetter zum Laufen zu motivieren. Laufe im Park durch die aufgematschten Wege und denk mir noch, wenigstens regnets nicht. Zwei Atemzüge später war ich vom plötzlichen Regenschauer komplett durchnässt. Ein Spaß. Das war nicht das einzige Läufchen im Regen die Woche. Ich fang an, mich dran zu gewöhnen.

Am Samstag gab es schon wieder so ein kleines Highlight. Ich war beim Frisör. Das war bitter nötig und nicht leicht. Ich kenn ja hier keinen Frisör und vertrau ja aber auch nicht irgendwem Dahergelaufenem meine Haare an. Und dann lande ich in nem Laden, wo die Leute so 15 Sprachen konnten, aber keine davon richtig. Ich hab der Tante also auf frz erklärt, was ich will – wir sind ja hier im Québec, ne. Sie antwortet nur immer „Hm, I see, I see.“ Und labert mich dann auf Englisch mit russischem Akzent voll, wo ich schon dachte, oh je, hoffentlich hat die jetzt von meinem Französisch was verstanden. Dann besprachen sich die beiden Frisörinnen über meine Farbe, aber denkste denn, ich werd da mal mit einbezogen? Ich musste also drum kämpfen, dass ich auch meine Meinung äußern darf zu der gewählten Farbe. Nebenan stand noch ein Syrier, der immerzu wechselte zwischen Englisch, Französisch, Arabisch und Deutsch und der mit mir eben auch 3 Sprachen sprach, alle mit arabischem Akzent und ich musste immer ewig überlegen, in welcher Sprache wir jetzt eigentlich sind und was er jetzt von mir will. Kurz, ich war beim Frisör.

Und heute waren wir in einem kleinen netten Café zum Brunch. Da hatte ich einen Apfel-Crêpe mit Apfelstücken, Kompott und Käse drin. Gewagte Mischung aber sehr lecker. Dazu gabs ganz viel tolles Obst, Ahornsirup und eine große heiße Schokolade. Nachdem der Tag so gut angefangen hat, ging er dann weniger spektakulär in der Bibliothek und dann zu Hause zu Ende. Ich hab meine Reklamationen fertig geschrieben (Weil ich weder mit der Ablehnung des Bafög-Antrages noch mit der Wohnungssteuer in Frk einverstanden bin, geschweige denn damit, dass Orange sich mehrfach an meinem Konto bedient, ohne dass ich erfahre, was das ist, ohne Rechnung oder so. Warum auch.)

Am Ende wollte ich Tatort gucken, aber so einen doofen Tatort hab ich ja noch nie gesehen…Den hab ich irgendwann ausgemacht.
Meine Jungs sind glücklich über den von mir spendierten WG-Adventskalender. Da funkeln die Augen, wenn die Franzi sagt, so, lieber Romain, heute bist du dran. Heute kriegst du n Schoki. Aber die Augen blitzen bei ihrem Nintendo-Spiel genauso. Letztens hat Thomas einen Freund angerufen, ob der zum Spielen kommt…Fragt nicht nach dem Alter der Jungs. Und dann sitz ich da und beobachte. Ich glaube, ich habe noch nie so viel Gerülpse und Gefluche und so viele Schimpfwörter gehört, wie an diesem Abend. Sehr spannend, diese Spezies.

Also dann, ich glaube, das wars auch schon. Diese Woche hat hier ja wer Geburtstag. Wir gehen auch am Dienstagabend auf ne Nikolausparty und gefeiert wird dann am Freitag mit allen.

Habt ihr ne schöne Woche und meldet euch wieder. Bis zum nächsten Mal.

Die Franzi

... link (0 Kommentare)   ... comment