Montag, 26. Dezember 2011
Abschiede, Weihnachten und endlich Winter!!!
diefranzi, 01:24h
Hallo meine Lieben,
zunächst mal noch ein frohes Weihnachtsfest, es ist ja noch nicht vorbei. Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Heiligabend!
Ich hab eine aufregende Woche hinter mir.
Ganz aufregend war gleich der Montag, als ich mich mit einem Bekannten aus dem Psychometrie-Kurs getroffen habe, um noch mal unsere Arbeiten durchzusprechen. Seine sah schon wesentlich niveauvoller aus als meine, ich gebs ja zu. Aber was solls. Ich will nur irgendwie bestehen. Meine Note wird ja dann eh von meinem Prof in Frankreich so Pi mal Daumen umgerechnet. Also…
Am Abend war ich bei Christina zum Essen eingeladen. Wir haben – oder sie hat – ein leckeres Risotto gemacht und dabei haben wir noch sämtliche Weißwein- und Rotwein-Reste vernichtet. Nicht dass sie’s am Ende wegschmeißen muss! ;)
Am Dienstag habe ich dann ein paar organisatorische Dinge erledigt. Da muss ich zum Beispiel ein Zeugnis beantragen – sonst bekomm ich nie was schriftlich – und das kostet mal 6$. Ein Blatt Papier. Interessant.
Dann waren wir im Mont Royal Schlittschuhlaufen. Nachdem uns ja am Samstag zuvor zu kalt dazu war…Jetzt waren es ein paar Grad unter null und Sonne dazu. Und neben der Eisfläche alles grün. Sah ein bisschen aus wie Mitte Mai, aber Spaß gemacht hats trotzdem. :)
Im Radio kommt grad ein Stück aus dem Nussknacker und lenkt mich vom Schreiben ab…Thank god there’s Tschaikovsky!
Am Mittwoch waren wir am frühen Nachmittag im Museum der schönen Künste. Zusammenfassend lässt sich da sagen: ich werd mal kein Fan mehr von schönen Künsten…Aber es war der letzte Tag mit Christina und Lisa. Und es war kostenlos. :) Wie anziehend Museen plötzlich auf mich wirken, wenn ich für sie kein Geld ausgeben muss. Kunstbanause, werdet ihr sagen. Sei’s drum. Lustig war’s eh. Christina wollte sich eine Figur in der Vitrine so genau anschauen, dass sie lautstark mit dem Kopf vor die Glasscheibe gedonnert ist. Ob diese Klopfzeichen jetzt auch Kunst waren…keine Ahnung. Mein derzeitiges Profilbild im FB ist übrigens auch dort entstanden. Ich find, es steht mir gut. :)
Danach waren wir spontan noch mal im „Yeh!“. Das ist das, wo man sich selbst verschiedene Eissorten in einen Becher füllen kann, so viel man will, und dann da drauf alle möglichen Bonbon-, Schoki-, Keks-, Streusel-, Saucen- und Obstleckereien wählen kann. Und dann wird nach Gewicht gezahlt. Nach Gewicht des Bechers, nicht des Käufers – Gott sei Dank! :)
Lisa wollte danach nach Hause und Koffer packen, bevor wir uns am Abend in einer Bar zum Abschiedsumtrunk verabredet hatten. Aber sie wollte nicht heim. Schon beim Gedanken an den auf sie wartenden Koffer bekam sie Tränen in die Augen. Da hab ich sie davon überzeugt, dass man so einen Koffer auch noch am Morgen packen kann und hab sie mit zu mir genommen. Wir haben noch lecker gekocht und gegessen. Was heißt gekocht – also es gab Nudeln. Aber es war ja trotzdem lecker. :)
Und dann waren wir eben in der Bar, es war noch mal ein sehr schöner Abend. Der letzte mit Christina und Lisa. :(
Am Donnerstag habe ich dann nun endlich die blöde Arbeit abgegeben. Dazu musste ich ja extra noch mal an die Uni – ausdrucken und einreichen. Obwohl der Prof die Arbeit eh per Mail auch noch mal haben wollte und sie sicher nie abholen wird dort.
Am Nachmittag bin ich dann zu Christina gefahren und mit ihr dann im Taxi durch den Stau zum Flughafen. Dort haben wir dann auch Lisa noch getroffen, die eine Stunde eher als Christina fliegen sollte. Dann gab es also den doppelten, tränenreichen Abschied. Ich hab ihnen noch einen letzten gemeinsamen Donut spendiert. Und dann waren sie weg.
Und was haben sie verpasst? Den Schnee! Denn der kam am Freitag. Es hat richtig viel geschneit. Den ganzen Tag lang. Große Flocken. Und die sind liegen geblieben. Also so die ersten 5cm waren damit schon mal da. Freitag war der Abschied von Lise geplant. Marie und ich haben sie zum Flughafen begleitet – diesmal mit dem Bus. Lise hatte dann ein leichtes Problem mit ihrem überdimensionalen Handgepäck, was man ihr nicht hat durchgehen lassen wollen, sodass sie umpacken musste. Das hat sie enorm aufgeregt. Also war auf einmal die Stimmung weg und Marie und ich waren leicht peinlich berührt, weil wir Lise nun nicht sagen konnten: „Hey, aber diejenige, die grad die Stimmung versaut, bist du, und nicht die Leute vom Flughafen oder die Gepäckbestimmungen.“ Na ja, dann kam eben auch da der Abschied und Marie und ich sind dann in die Stadt gefahren und haben uns noch mal einen vorweihnachtlichen Schaufensterbummel bei -16° im hell erleuchteten Downtown Montréal gegönnt. Dabei waren wir auch in der Basilika Marie-Reine du monde – ein Nachbau des Petersdoms in Rom. Die ist total schön! Da wusste ich noch nicht, dass ich sie bald schon wiedersehen würde…
Zu Hause habe ich am Abend dann noch 3 Haselnüsse für Aschenbrödel geschaut. Youtube macht’s möglich. Ich war ganz entsetzt, als Julia mir sagte, sie kennt das nicht. Es gibt Menschen, die den Film nicht kennen!!! Um dieser unglaublichen Bildungslücke entgegenzuwirken, hab ich ihr heute gleich den Link geschickt, damit sie sichs anschauen kann.
Dann war der 24. Dezember. Gegen 11h hab ich mit Mathias geskypet (wie schreibt man denn das?). Und das war vielleicht ein doofes Gefühl, dann gegen Mittag auflegen zu müssen, weil sie mit der Bescherung angefangen haben. Und zu wissen, dass Oma und Opa jetzt bei uns sind und dass auch in der Kasseler Straße jetzt Bescherung ist. Wenn man weiß, wie toll das immer ist, ist man halt nur ungern nicht dabei. Ein kleines bisschen war ich aber doch präsent, denn ich habe mich gleich morgens bei allen Familienmitgliedern bemerkbar gemacht – mit Erfolg. Ich konnte ja nun keine Geschenke an alle verschicken oder so, da wär ich ja arm bei geworden. Also gab es für alle einen lieben Gruß in Form einer Zeitungsannonce im Freien Wort. Ich bin sehr glücklich darüber, dass das geklappt hat und dass sich alle gefreut haben. :)
Gut, ich wollte dann am Nachmittag noch Marie verabschieden, die tatsächlich den Heiligabend im Flieger verbringen wollte…Nun ja, der Abschied ist dann gehörig schief gelaufen. Ich wollte sie am Busbahnhof treffen und verabschieden und sie kam da nie an. Ihr Handy hatte sie bereits verkauft und war daher nicht mehr zu erreichen. Nachdem sie auch eine halbe Stunde nach dem verabredeten Zeitpunkt nicht auftauchte, bin ich dann ohne Abschied zu Julia und ihrem Freund Martin gefahren. Die haben mich ja erwartet. Letzten Endes hat sich herausgestellt, dass Maries Koffer auf dem Weg zur Metro kaputt gegangen ist und sie nach ganz viel Stress dann ein Taxi direkt zum Flughafen nehmen musste, um den Flieger nicht zu verpassen. Und ohne Handy – und daher vor allem auch ohne meine Nummer – konnte sie mir ja nicht Bescheid geben. Jedenfalls ist das gehörig schief gegangen und ich konnte nicht Tschüs sagen.
Der Abend bei Julia und Martin war dann aber doch ein voller Erfolg und ich hatte ein richtig tolles Weihnachten.
(Da kommt schon wieder der Nussknacker! Ich liebe Montréals Klassik-Radio!)
Wir haben Raclette gemacht und die beiden hatten wirklich ALLES vorbereitet, was das Herz begehrt. Hähnchen, Schinken, Bacon, Paprika, Champignons, Karotten, Zwiebeln, Guacamole, und, und, und…Und Lebkuchen. :) Dann haben wir festgestellt, dass die Zeit zu schnell vergangen ist (das stell ich derzeit täglich fest) und dass wir irgendwie jetzt sofort schnell losrennen müssten, wenn wir noch rechtzeitig um 22h in der Kirche sein wollen. Also haben wir uns mal schnell im Internet schlau gemacht, ob irgendwo ne Mitternachtsmesse stattfindet. Und siehe da: in der Marie Reine du Monde gibt es eine! Kostenlos (was nicht unbedingt selbstverständlich ist). Also haben wir erst noch Bescherung gemacht und sind dann in die Kirche gegangen. Und wir sind hier in Canada. Das heißt: meine erste katholische Messe. Das war vielleicht spannend. Ich hab Einiges dazugelernt. :) Trotzdem freue ich mich auf unsern schönen Gottesdienst in der hübschen St. Georg mit dem Turmbläsern und so im nächsten Jahr. Katholisch werd ich mal nicht.
Dann war es halb 2 und gefühlte -30° draußen. Natürlich habe ich die letzte Metro damit verpasst. Also bin ich in Richtung Bus gelaufen. Und siehe da, es sollte tatsächlich einer kommen: in 20 Minuten. Jetzt stellt euch mal 20 Minuten bei der Kälte an die Straße und wartet. Unmöglich. Da hab ich gedacht, ich kann auch laufen. Und das hab ich dann gemacht. Dass dauerte zwar länger als 20 Minuten – und zwar 40, aber wenigstens war mir etwas wärmer als beim Rumstehen. Endlich zu Hause angekommen hab ich dann festgestellt, dass ich sehr schön durchgefroren war. Ich hab mir zwischendurch schon überlegt, ob einem Kontaktlinsen am Auge festfrieren können…Und was ich auch noch nie erlebt habe, ist, dass meine Haare steif frieren. Krass! Wenn die Haare den Atem abbekommen, frieren sie sofort fest in der Form, wie sie waren. Das ist doch mal eine neue Styling-Idee. Wer braucht schon Haarspray? Einmal den Kopf ins Gefrierfach und voilà! Ich glaube, ich bin schon lange nicht mehr bei so ner Kälte unterwegs gewesen. Aber war das toll! Zumal es dann am Ende noch zu schneien begonnen hat. Das war wirklich eine stille Nacht – sehr viele Leute waren da nämlich nicht unterwegs.
Nachdem ich dann so besinnlich eingefroren bin, hab ich mich dann erstmal dem besinnlichen Wiederauftauen in meinem Bettchen gewidmet.
Meine WG hatte gestern hier ne Party. Romain kam ganz besinnlich verkatert aus dem Bett heut früh. Das wäre so ziemlich das letzte, was mir an Heiligabend einfallen würde…
Und heute war dann ein schöner Tag zum Nichts-Tun. Es hat ununterbrochen geschneit und jetzt dürfte da richtig was liegen. Ich hab eine kleine Ewigkeit mit Mama geskypet – bis die eingeschlafen ist. :) Und für morgen ist dann Schneemannbauen und im Schnee spielen mit Julia angesagt. Sie ist ja quasi die Einzige, die mir hier noch geblieben ist. Aber die Woche ist sie auch noch mal unterwegs. Da kann ich mich dann ja mal mit dem Sport beschäftigen. Ich muss mal gucken, ob das Sportzentrum an der Uni auf ist über die Ferien. Nötig wärs ja. Und bei -15° zu joggen ist halt auch nicht sooo mein Traum. Zumal mir einfach die passende Kleidung fehlt. Hallo? Ich lebe am Mittelmeer! Subtropen!!! Dass ich bei den Temperaturen überhaupt überleben kann!
Und jetzt ist es auch soweit: ich habe mit Mama über Dinge gesprochen, die passieren sollen bis oder wenn ich zu Hause bin. Und sie sagt was von 13 Tagen oder so…Ich weigere mich nach wie vor, die Tage zu zählen. Heute dachte ich, noch 2 Wochen. Dann fiel mir auf, dass schon Sonntag ist und ich aber an einem Freitag schon wegmuss. Oh Gott, das wird so furchtbar. Why do all good things come to an end? Das ist doch total doof an sich. Nun ja, beschweren wir uns mal nicht schon wieder.
Es wird also wohl noch einen solchen Beitrag geben und dann eine Art „Abschlussbericht“. Mal sehen.
Euch noch einen schönen 2. Weihnachtstag – RTL bringt ja Bauer sucht Frau Specials, manchmal greift man sich an den Kopf! Habt noch eine schöne letzte Woche in diesem Jahr.
Bisous
zunächst mal noch ein frohes Weihnachtsfest, es ist ja noch nicht vorbei. Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Heiligabend!
Ich hab eine aufregende Woche hinter mir.
Ganz aufregend war gleich der Montag, als ich mich mit einem Bekannten aus dem Psychometrie-Kurs getroffen habe, um noch mal unsere Arbeiten durchzusprechen. Seine sah schon wesentlich niveauvoller aus als meine, ich gebs ja zu. Aber was solls. Ich will nur irgendwie bestehen. Meine Note wird ja dann eh von meinem Prof in Frankreich so Pi mal Daumen umgerechnet. Also…
Am Abend war ich bei Christina zum Essen eingeladen. Wir haben – oder sie hat – ein leckeres Risotto gemacht und dabei haben wir noch sämtliche Weißwein- und Rotwein-Reste vernichtet. Nicht dass sie’s am Ende wegschmeißen muss! ;)
Am Dienstag habe ich dann ein paar organisatorische Dinge erledigt. Da muss ich zum Beispiel ein Zeugnis beantragen – sonst bekomm ich nie was schriftlich – und das kostet mal 6$. Ein Blatt Papier. Interessant.
Dann waren wir im Mont Royal Schlittschuhlaufen. Nachdem uns ja am Samstag zuvor zu kalt dazu war…Jetzt waren es ein paar Grad unter null und Sonne dazu. Und neben der Eisfläche alles grün. Sah ein bisschen aus wie Mitte Mai, aber Spaß gemacht hats trotzdem. :)
Im Radio kommt grad ein Stück aus dem Nussknacker und lenkt mich vom Schreiben ab…Thank god there’s Tschaikovsky!
Am Mittwoch waren wir am frühen Nachmittag im Museum der schönen Künste. Zusammenfassend lässt sich da sagen: ich werd mal kein Fan mehr von schönen Künsten…Aber es war der letzte Tag mit Christina und Lisa. Und es war kostenlos. :) Wie anziehend Museen plötzlich auf mich wirken, wenn ich für sie kein Geld ausgeben muss. Kunstbanause, werdet ihr sagen. Sei’s drum. Lustig war’s eh. Christina wollte sich eine Figur in der Vitrine so genau anschauen, dass sie lautstark mit dem Kopf vor die Glasscheibe gedonnert ist. Ob diese Klopfzeichen jetzt auch Kunst waren…keine Ahnung. Mein derzeitiges Profilbild im FB ist übrigens auch dort entstanden. Ich find, es steht mir gut. :)
Danach waren wir spontan noch mal im „Yeh!“. Das ist das, wo man sich selbst verschiedene Eissorten in einen Becher füllen kann, so viel man will, und dann da drauf alle möglichen Bonbon-, Schoki-, Keks-, Streusel-, Saucen- und Obstleckereien wählen kann. Und dann wird nach Gewicht gezahlt. Nach Gewicht des Bechers, nicht des Käufers – Gott sei Dank! :)
Lisa wollte danach nach Hause und Koffer packen, bevor wir uns am Abend in einer Bar zum Abschiedsumtrunk verabredet hatten. Aber sie wollte nicht heim. Schon beim Gedanken an den auf sie wartenden Koffer bekam sie Tränen in die Augen. Da hab ich sie davon überzeugt, dass man so einen Koffer auch noch am Morgen packen kann und hab sie mit zu mir genommen. Wir haben noch lecker gekocht und gegessen. Was heißt gekocht – also es gab Nudeln. Aber es war ja trotzdem lecker. :)
Und dann waren wir eben in der Bar, es war noch mal ein sehr schöner Abend. Der letzte mit Christina und Lisa. :(
Am Donnerstag habe ich dann nun endlich die blöde Arbeit abgegeben. Dazu musste ich ja extra noch mal an die Uni – ausdrucken und einreichen. Obwohl der Prof die Arbeit eh per Mail auch noch mal haben wollte und sie sicher nie abholen wird dort.
Am Nachmittag bin ich dann zu Christina gefahren und mit ihr dann im Taxi durch den Stau zum Flughafen. Dort haben wir dann auch Lisa noch getroffen, die eine Stunde eher als Christina fliegen sollte. Dann gab es also den doppelten, tränenreichen Abschied. Ich hab ihnen noch einen letzten gemeinsamen Donut spendiert. Und dann waren sie weg.
Und was haben sie verpasst? Den Schnee! Denn der kam am Freitag. Es hat richtig viel geschneit. Den ganzen Tag lang. Große Flocken. Und die sind liegen geblieben. Also so die ersten 5cm waren damit schon mal da. Freitag war der Abschied von Lise geplant. Marie und ich haben sie zum Flughafen begleitet – diesmal mit dem Bus. Lise hatte dann ein leichtes Problem mit ihrem überdimensionalen Handgepäck, was man ihr nicht hat durchgehen lassen wollen, sodass sie umpacken musste. Das hat sie enorm aufgeregt. Also war auf einmal die Stimmung weg und Marie und ich waren leicht peinlich berührt, weil wir Lise nun nicht sagen konnten: „Hey, aber diejenige, die grad die Stimmung versaut, bist du, und nicht die Leute vom Flughafen oder die Gepäckbestimmungen.“ Na ja, dann kam eben auch da der Abschied und Marie und ich sind dann in die Stadt gefahren und haben uns noch mal einen vorweihnachtlichen Schaufensterbummel bei -16° im hell erleuchteten Downtown Montréal gegönnt. Dabei waren wir auch in der Basilika Marie-Reine du monde – ein Nachbau des Petersdoms in Rom. Die ist total schön! Da wusste ich noch nicht, dass ich sie bald schon wiedersehen würde…
Zu Hause habe ich am Abend dann noch 3 Haselnüsse für Aschenbrödel geschaut. Youtube macht’s möglich. Ich war ganz entsetzt, als Julia mir sagte, sie kennt das nicht. Es gibt Menschen, die den Film nicht kennen!!! Um dieser unglaublichen Bildungslücke entgegenzuwirken, hab ich ihr heute gleich den Link geschickt, damit sie sichs anschauen kann.
Dann war der 24. Dezember. Gegen 11h hab ich mit Mathias geskypet (wie schreibt man denn das?). Und das war vielleicht ein doofes Gefühl, dann gegen Mittag auflegen zu müssen, weil sie mit der Bescherung angefangen haben. Und zu wissen, dass Oma und Opa jetzt bei uns sind und dass auch in der Kasseler Straße jetzt Bescherung ist. Wenn man weiß, wie toll das immer ist, ist man halt nur ungern nicht dabei. Ein kleines bisschen war ich aber doch präsent, denn ich habe mich gleich morgens bei allen Familienmitgliedern bemerkbar gemacht – mit Erfolg. Ich konnte ja nun keine Geschenke an alle verschicken oder so, da wär ich ja arm bei geworden. Also gab es für alle einen lieben Gruß in Form einer Zeitungsannonce im Freien Wort. Ich bin sehr glücklich darüber, dass das geklappt hat und dass sich alle gefreut haben. :)
Gut, ich wollte dann am Nachmittag noch Marie verabschieden, die tatsächlich den Heiligabend im Flieger verbringen wollte…Nun ja, der Abschied ist dann gehörig schief gelaufen. Ich wollte sie am Busbahnhof treffen und verabschieden und sie kam da nie an. Ihr Handy hatte sie bereits verkauft und war daher nicht mehr zu erreichen. Nachdem sie auch eine halbe Stunde nach dem verabredeten Zeitpunkt nicht auftauchte, bin ich dann ohne Abschied zu Julia und ihrem Freund Martin gefahren. Die haben mich ja erwartet. Letzten Endes hat sich herausgestellt, dass Maries Koffer auf dem Weg zur Metro kaputt gegangen ist und sie nach ganz viel Stress dann ein Taxi direkt zum Flughafen nehmen musste, um den Flieger nicht zu verpassen. Und ohne Handy – und daher vor allem auch ohne meine Nummer – konnte sie mir ja nicht Bescheid geben. Jedenfalls ist das gehörig schief gegangen und ich konnte nicht Tschüs sagen.
Der Abend bei Julia und Martin war dann aber doch ein voller Erfolg und ich hatte ein richtig tolles Weihnachten.
(Da kommt schon wieder der Nussknacker! Ich liebe Montréals Klassik-Radio!)
Wir haben Raclette gemacht und die beiden hatten wirklich ALLES vorbereitet, was das Herz begehrt. Hähnchen, Schinken, Bacon, Paprika, Champignons, Karotten, Zwiebeln, Guacamole, und, und, und…Und Lebkuchen. :) Dann haben wir festgestellt, dass die Zeit zu schnell vergangen ist (das stell ich derzeit täglich fest) und dass wir irgendwie jetzt sofort schnell losrennen müssten, wenn wir noch rechtzeitig um 22h in der Kirche sein wollen. Also haben wir uns mal schnell im Internet schlau gemacht, ob irgendwo ne Mitternachtsmesse stattfindet. Und siehe da: in der Marie Reine du Monde gibt es eine! Kostenlos (was nicht unbedingt selbstverständlich ist). Also haben wir erst noch Bescherung gemacht und sind dann in die Kirche gegangen. Und wir sind hier in Canada. Das heißt: meine erste katholische Messe. Das war vielleicht spannend. Ich hab Einiges dazugelernt. :) Trotzdem freue ich mich auf unsern schönen Gottesdienst in der hübschen St. Georg mit dem Turmbläsern und so im nächsten Jahr. Katholisch werd ich mal nicht.
Dann war es halb 2 und gefühlte -30° draußen. Natürlich habe ich die letzte Metro damit verpasst. Also bin ich in Richtung Bus gelaufen. Und siehe da, es sollte tatsächlich einer kommen: in 20 Minuten. Jetzt stellt euch mal 20 Minuten bei der Kälte an die Straße und wartet. Unmöglich. Da hab ich gedacht, ich kann auch laufen. Und das hab ich dann gemacht. Dass dauerte zwar länger als 20 Minuten – und zwar 40, aber wenigstens war mir etwas wärmer als beim Rumstehen. Endlich zu Hause angekommen hab ich dann festgestellt, dass ich sehr schön durchgefroren war. Ich hab mir zwischendurch schon überlegt, ob einem Kontaktlinsen am Auge festfrieren können…Und was ich auch noch nie erlebt habe, ist, dass meine Haare steif frieren. Krass! Wenn die Haare den Atem abbekommen, frieren sie sofort fest in der Form, wie sie waren. Das ist doch mal eine neue Styling-Idee. Wer braucht schon Haarspray? Einmal den Kopf ins Gefrierfach und voilà! Ich glaube, ich bin schon lange nicht mehr bei so ner Kälte unterwegs gewesen. Aber war das toll! Zumal es dann am Ende noch zu schneien begonnen hat. Das war wirklich eine stille Nacht – sehr viele Leute waren da nämlich nicht unterwegs.
Nachdem ich dann so besinnlich eingefroren bin, hab ich mich dann erstmal dem besinnlichen Wiederauftauen in meinem Bettchen gewidmet.
Meine WG hatte gestern hier ne Party. Romain kam ganz besinnlich verkatert aus dem Bett heut früh. Das wäre so ziemlich das letzte, was mir an Heiligabend einfallen würde…
Und heute war dann ein schöner Tag zum Nichts-Tun. Es hat ununterbrochen geschneit und jetzt dürfte da richtig was liegen. Ich hab eine kleine Ewigkeit mit Mama geskypet – bis die eingeschlafen ist. :) Und für morgen ist dann Schneemannbauen und im Schnee spielen mit Julia angesagt. Sie ist ja quasi die Einzige, die mir hier noch geblieben ist. Aber die Woche ist sie auch noch mal unterwegs. Da kann ich mich dann ja mal mit dem Sport beschäftigen. Ich muss mal gucken, ob das Sportzentrum an der Uni auf ist über die Ferien. Nötig wärs ja. Und bei -15° zu joggen ist halt auch nicht sooo mein Traum. Zumal mir einfach die passende Kleidung fehlt. Hallo? Ich lebe am Mittelmeer! Subtropen!!! Dass ich bei den Temperaturen überhaupt überleben kann!
Und jetzt ist es auch soweit: ich habe mit Mama über Dinge gesprochen, die passieren sollen bis oder wenn ich zu Hause bin. Und sie sagt was von 13 Tagen oder so…Ich weigere mich nach wie vor, die Tage zu zählen. Heute dachte ich, noch 2 Wochen. Dann fiel mir auf, dass schon Sonntag ist und ich aber an einem Freitag schon wegmuss. Oh Gott, das wird so furchtbar. Why do all good things come to an end? Das ist doch total doof an sich. Nun ja, beschweren wir uns mal nicht schon wieder.
Es wird also wohl noch einen solchen Beitrag geben und dann eine Art „Abschlussbericht“. Mal sehen.
Euch noch einen schönen 2. Weihnachtstag – RTL bringt ja Bauer sucht Frau Specials, manchmal greift man sich an den Kopf! Habt noch eine schöne letzte Woche in diesem Jahr.
Bisous
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