Montag, 12. September 2011
Uni, Sport und Cupcakes
diefranzi, 04:49h
So, meine Lieben. Es ist wieder mal Zeit, euch zu erzählen, was ich so Schönes hier treibe. Ich habe wieder eine aufregende Woche hinter mir. And here we go:
Am Dienstag musste ich ja gleich nach meinem langen – aber anstrengenden – Wochenende wieder früh raus. Da will Wäsche gewaschen werden, zu essen ist auch nichts im Haus, nebenbei hab ich mich als Versuchskaninchen für eine psychologische Studie zum Thema Wahrnehmung missbrauchen lassen – für Geld versteht sich – und Uni hab ich ja auch ab und zu. Am Dienstag hatte ich da auch den ersten Kurs über die Kindesmisshandlungen, auf den ich so gespannt war. Eine deutsche Psychologiestudentin hier sah mich auch kurz vorher an, als ich zu dem Kurs losmusste und meinte: Ja dann…äh…na „viel Spaß“ sagt man da ja jetzt nicht, oder? Ja, richtig. „Spaß“ ist wohl was anderes. Aber es hört sich alles ganz interessant an, es wird um verschiedene Formen von Misshandlungen gehen. Wir haben unheimlich viel zu lesen und müssen auch eine Präsentation vorbereiten u.a. Es kommen auch ab und zu Leute von außerhalb, die uns von ihren Erfahrungen berichten – z.B. Mitarbeiter in einer Art Frauenhaus. Also das wird schon spannend. Nur ist es einfach kein schönes Thema, also Spaß macht das nicht.
Am Mittwoch musste ich auch an die Uni – versteh ich gar nicht, ich war doch am Dienstag erst dort. Den Prof hab ich erstmal als solchen gar nicht erkannt. Der sieht eigentlich so ein bisschen aus wie ne Mischung aus Ralf Zacherl und dem typischen Computerfreak: Ein großer, dicker Mann mit schwarzer Hose und reingestecktem T-shirt (was recht figurbetont wirkt…), Glatze und dem Zacherl-Bärtchen. Und mit Brille. Ist aber ein ganz lockerer Typ und ganz nett. Als erstes meinte er, er habe beantragt, dass unser Kurs nicht 8h30 sondern ab nächster Woche um 9h30 beginnt. Da hatte er unsere Herzen erobert. :) Da aber nicht alles perfekt sein kann, geht es in seinem Kurs um „Psychometrie“ (falls das auf Deutsch so heißt…) also um so psychologische Tests und wie die entstehen und worauf man achten muss. Da ich an sich von solchen Test herzlich wenig begeistert bin, hält sich auch mein Enthusiasmus beim Aufstehen am Mittwochmorgen in Grenzen. Aber was muss, das muss. Das spaßigste wird, dass jeder von uns mal eine Diskussionsrunde animieren soll…da müssen wir ein Thema erarbeiten und dazu dann eben nicht einen Vortrag halten, sondern diskutieren. Super, ich glaub, ich bin da krank…
Mittwochmittag bin ich dann zehn Kilometer auf dem Campus hin- und hergelatscht, um Kopien zu machen, Informationen einzuholen etc. Da läuft man einiges hier…Und dann nahte Mittwoch, 14h15…rechnet 6Std. drauf, schaut in die Fernsehzeitung unter RTL, dann wisst ihr, was mein Problem war. Aber ich habs ganz gut gelöst…also fast. Ich bin jedenfalls das erste Mal in unserm tollen Schwimmbad an der Uni gewesen und war auch tatsächlich eine Stunde von 14h10 bis 15h10 im Wasser. Dumm, dass da überall Uhren hängen, da konnte ich mir nämlich nach jeder Bahn überlegen, ob Katia schon in der Familie ist, ob grade Werbung läuft etc…Aber gut, irgendwie ging die Zeit trotzdem rum und ich hab sie ja sinnvoll genutzt. In den Umkleiden des Sportkomplexes kann man sich übrigens super verlaufen. Also wenn man sich da nicht merkt, wie man reingekommen ist, dann kommt man bestimmt auch nicht mehr raus. Mich haben dann sogar 2 Mädels gefragt, wo es hier zum Wasser ginge…
Und die Bahnen haben Namen. Also sie sind erstmal eingeteilt in langsam, mittel und schnell. Und dazu gibt’s dann Namen: Schildkröte, Pinguin, Ente und Delfin. Warum jetzt gerade die Ente die zweitstärkste Schwimmerin symbolisiert…Jedenfalls hab ich mich gemütlich als Pinguin geoutet und das ging ganz gut. Vielleicht schaff ichs noch zur Ente. :)
Am Abend waren wir dann in einer Jazz-Bar mit toller Live-Musik. Kontrabass, Flügel, Gitarre und Schlagzeug. Wie die Gruppe hieß, hab ich selbstverständlich vergessen, aber ich weiß noch, dass sie ihre Sachen wohl selbst komponieren und dass wir nen super Abend hatten. Leider muss man sich hier immer entscheiden, was man macht, und daher verpasst man auch gezwungenermaßen immer was, weil ja immer so viel zu tun wäre. Am Mittwoch war nämlich auch ein Konzert an der Metro von mehreren jungen Talenten, die sonst in der Metro spielen. Und da sind manche wirklich richtig gut. Manchmal KANN ich gar nicht vorbeigehen. Da muss man stehenbleiben und würde am liebsten einfach den Tag anhalten und nicht weitermüssen…Letztens bin ich an 2 vorbeigelaufen, die spielten nicht, sondern saßen nur grad da und wollten dann wohl loslegen. Ein Akkordeon und ein Saxophon! Ich wär fast hingegangen: Äh, Entschuldigung, ich hab grad nich so viel Zeit, aber könntet ihr vielleicht was spielen, weil euch zu HÖREN würde mir jetzt grad mehr geben, als euch zu SEHEN!? Aber ich hatte ja wie gesagt keine Zeit.
Am Donnerstag musste ich SCHONWIEDER morgens an die Uni. Das war recht unspektakulär. Mittags ess ich wohl jetzt immer bei Julia. Die wohnt ja gleich neben der Uni und kochen kann sie auch. Das passt doch super! :) Nachmittags hab ich dann den Marou getroffen. Der hatte sich auf meine Annonce gemeldet für Deutsch-Nachhilfe und fragte mich aber witzigerweise, ob ich auch Frz- Nachhilfe geben könnte. Er kann ganz gut frz eigentlich, will nur ein bisschen mehr sprechen und meiner Ansicht nach, ist es eigentlich eine Frage des Selbstbewusstseins. Denn er sagt selber, dass er vor allem gegenüber seines Profs nicht weiß, wie er sich ausdrücken soll. Na ja, da ich keine große Arbeit damit habe und ja Frz sowieso sprechen kann, kommt mir das doch ganz gelegen. Ein bisschen Taschengeld für mich.
Und am Donnerstagabend war ich dann ja noch bei Christina und das Ergebnis dieses Abends habt ihr ja bereits wenige Minuten danach hier gepostet bekommen unter dem schönen Titel „woooohoooo!“ – aber das beschreibt es einfach am besten. Wir haben ja eigentlich diese Reise nur so grob geplant und nach den Preisen geschaut und so und dann dachten wir uns, ja, warum buchen wir das denn jetzt nicht einfach? Wir wissen doch, dass wir da hinwollen. Und dann haben wirs einfach gemacht. Und ich kann es immer noch nicht so richtig fassen. Es ist ja auch noch jede Menge Zeit bis dahin, aber wenn das hier so weitergeht, dann vergeht diese Zeit auch wie im Flug...
Am Freitag hab ich mich an der Uni mit der Gruppe getroffen, mit der ich das Projekt in interkultureller Psychologie habe. Danach hab ich einen Stadtführer für New York und einen für Boston gekauft. :) Voller Vorfreude. Und am Abend waren wir beim Eröffnungsspiel der Fußball-Frauen und dann –Männer unserer Carabins gegen die Citadins der UQAM (eine Uni im Stadtzentrum). Wie erwartet war die Stimmung bei den Mädels noch nicht sooo der Knaller und das Stadion war halb leer. Gewonnen haben wir trotzdem. Und danach waren die Männer dran und da hab ich mich zu was ganz Bescheuertem breitschlagen lassen. Die Mädels hatten keine Lust mehr und wollten nach 20Minuten gehen…Na, da bin ich selbstverständlich nicht alleine dageblieben. Aber das waren schon auch Mädels, die teilweise sicher noch nie ein Fußballspiel gesehen haben und die es zumindest nicht interessierte. Da kamen Weisheiten wie: "Generell ist es sowieso immer so, dass die Heimmannschaft gewinnt, hat mir jemand erzählt." Oder wir mussten erklären, warum da jetzt abgepfiffen wurde, wo es doch so spannend war und so eine gute Chance für uns…ja, es war halt Abseits…Das konnten sogar die Ösis den Franzosen erklären, obwohl sie zugeben mussten, dass Österreich jetzt nicht sooo die Fußballnation ist. Frankreich ja aber auch nicht…ha ha. :) Na ja, dann sind wir halt was essen gegangen. Die Weisheit für mich am Ende des Tages: Wenn man Fußball nicht mag, sollte man vielleicht auch einfach nicht hingehen!? Aber dann das Essen mit den Mädels war auch super und lustig wie immer.
Am Samstagmorgen hab ich angefangen, meinen Berg an zu lesenden Texten zu bewältigen. Am Nachmittag haben wir uns Räder geliehen und sind bei herrlichstem Sonnenschein 35km entlang des Lachine-Kanals und des St.Lorenz-Stroms geradelt. Das war sooo großartig. Und da ist mir erstmal wieder aufgefallen, wie sehr mir eigentlich das Radfahren fehlt. Im Mai 2010 war das, als sie mir das 2. Fahrrad geklaut haben. Seitdem hab ich ja eingesehen, dass das wohl in meiner Wohngegend einfach nichts bringt, solang ich keinen Balkon hab oder so. Das hat mir also am Samstag unheimlich gefallen und noch dazu ist das alles ja grad 10km von Downtown entfernt und schon so grün und so toll! Es gibt auch einige Fotos davon. Am Abend sind wir dann noch an einem Laden mit Cupcakes vorbeigekommen. Cupcakes sind so was wie Muffins mit einer Füllung und einer Creme obendrauf. Gibt es in allen möglichen und unmöglichen kalorienbombigen Varianten. Also über Kalorien darf man da tatsächlich nicht nachdenken, sonst macht es keinen Spaß mehr, aber ich hab mir gestern Abend dann einen Karamel-Cupcake gegönnt und es war ein Traum. Und ein schönes Andenken von gestern hab ich noch: Mein Poppes tut soooo weh! Aber toll wars. :)
Ja, und dann war schon Sonntag. Ich hab das Haus nur kurz verlassen, um 2-3 Sachen zu erledigen und ansonsten war ich heute tatsächlich fleißig. Mein Kopf kriegt eine gute, multilinguale Mischung gefüttert, da ja die meisten Texte auf Englisch sind und einige auf Französisch. Da ich sie aber alle bisher nur auf dem Laptop gespeichert und noch nicht ausgedruckt habe, tun mir jetzt auch gut die Augen weh. Und mein stundenlanges Schreiben hier tut sein Übriges dazu.
Was könnte euch sonst noch so interessieren aus dem fernen Kanada?
Es gibt hier keine Schokolade, oder fast. Es gibt eigentlich nur teure Lindt-Schokolade oder so riesige Tafeln. So 300g oder so. Und die dann für $4-5. Dafür stehen sie hier total auf Bonbons und Zuckerkram./Wenn man in dem Park, wo wir entlang geradelt sind, die Vögel füttert, riskiert man bis zu $100 Strafe – da standen überall so Schilder. / Die Kanadier sind super sportlich. Das ist ganz toll, man kann hier fast alles machen. Da waren Surfer und Kanufahrer unterwegs, Jogger, Skater, Radfahrer, alles…
Also mehr Neues fällt mir jetzt auch nicht ein. Einen lieben Gruß noch speziell an Mittelstille. Euer Rucksack leistet mir ganz treue Dienste! Danke. :)
Dann bis zum nächsten Mal.
Die Franzi
Am Dienstag musste ich ja gleich nach meinem langen – aber anstrengenden – Wochenende wieder früh raus. Da will Wäsche gewaschen werden, zu essen ist auch nichts im Haus, nebenbei hab ich mich als Versuchskaninchen für eine psychologische Studie zum Thema Wahrnehmung missbrauchen lassen – für Geld versteht sich – und Uni hab ich ja auch ab und zu. Am Dienstag hatte ich da auch den ersten Kurs über die Kindesmisshandlungen, auf den ich so gespannt war. Eine deutsche Psychologiestudentin hier sah mich auch kurz vorher an, als ich zu dem Kurs losmusste und meinte: Ja dann…äh…na „viel Spaß“ sagt man da ja jetzt nicht, oder? Ja, richtig. „Spaß“ ist wohl was anderes. Aber es hört sich alles ganz interessant an, es wird um verschiedene Formen von Misshandlungen gehen. Wir haben unheimlich viel zu lesen und müssen auch eine Präsentation vorbereiten u.a. Es kommen auch ab und zu Leute von außerhalb, die uns von ihren Erfahrungen berichten – z.B. Mitarbeiter in einer Art Frauenhaus. Also das wird schon spannend. Nur ist es einfach kein schönes Thema, also Spaß macht das nicht.
Am Mittwoch musste ich auch an die Uni – versteh ich gar nicht, ich war doch am Dienstag erst dort. Den Prof hab ich erstmal als solchen gar nicht erkannt. Der sieht eigentlich so ein bisschen aus wie ne Mischung aus Ralf Zacherl und dem typischen Computerfreak: Ein großer, dicker Mann mit schwarzer Hose und reingestecktem T-shirt (was recht figurbetont wirkt…), Glatze und dem Zacherl-Bärtchen. Und mit Brille. Ist aber ein ganz lockerer Typ und ganz nett. Als erstes meinte er, er habe beantragt, dass unser Kurs nicht 8h30 sondern ab nächster Woche um 9h30 beginnt. Da hatte er unsere Herzen erobert. :) Da aber nicht alles perfekt sein kann, geht es in seinem Kurs um „Psychometrie“ (falls das auf Deutsch so heißt…) also um so psychologische Tests und wie die entstehen und worauf man achten muss. Da ich an sich von solchen Test herzlich wenig begeistert bin, hält sich auch mein Enthusiasmus beim Aufstehen am Mittwochmorgen in Grenzen. Aber was muss, das muss. Das spaßigste wird, dass jeder von uns mal eine Diskussionsrunde animieren soll…da müssen wir ein Thema erarbeiten und dazu dann eben nicht einen Vortrag halten, sondern diskutieren. Super, ich glaub, ich bin da krank…
Mittwochmittag bin ich dann zehn Kilometer auf dem Campus hin- und hergelatscht, um Kopien zu machen, Informationen einzuholen etc. Da läuft man einiges hier…Und dann nahte Mittwoch, 14h15…rechnet 6Std. drauf, schaut in die Fernsehzeitung unter RTL, dann wisst ihr, was mein Problem war. Aber ich habs ganz gut gelöst…also fast. Ich bin jedenfalls das erste Mal in unserm tollen Schwimmbad an der Uni gewesen und war auch tatsächlich eine Stunde von 14h10 bis 15h10 im Wasser. Dumm, dass da überall Uhren hängen, da konnte ich mir nämlich nach jeder Bahn überlegen, ob Katia schon in der Familie ist, ob grade Werbung läuft etc…Aber gut, irgendwie ging die Zeit trotzdem rum und ich hab sie ja sinnvoll genutzt. In den Umkleiden des Sportkomplexes kann man sich übrigens super verlaufen. Also wenn man sich da nicht merkt, wie man reingekommen ist, dann kommt man bestimmt auch nicht mehr raus. Mich haben dann sogar 2 Mädels gefragt, wo es hier zum Wasser ginge…
Und die Bahnen haben Namen. Also sie sind erstmal eingeteilt in langsam, mittel und schnell. Und dazu gibt’s dann Namen: Schildkröte, Pinguin, Ente und Delfin. Warum jetzt gerade die Ente die zweitstärkste Schwimmerin symbolisiert…Jedenfalls hab ich mich gemütlich als Pinguin geoutet und das ging ganz gut. Vielleicht schaff ichs noch zur Ente. :)
Am Abend waren wir dann in einer Jazz-Bar mit toller Live-Musik. Kontrabass, Flügel, Gitarre und Schlagzeug. Wie die Gruppe hieß, hab ich selbstverständlich vergessen, aber ich weiß noch, dass sie ihre Sachen wohl selbst komponieren und dass wir nen super Abend hatten. Leider muss man sich hier immer entscheiden, was man macht, und daher verpasst man auch gezwungenermaßen immer was, weil ja immer so viel zu tun wäre. Am Mittwoch war nämlich auch ein Konzert an der Metro von mehreren jungen Talenten, die sonst in der Metro spielen. Und da sind manche wirklich richtig gut. Manchmal KANN ich gar nicht vorbeigehen. Da muss man stehenbleiben und würde am liebsten einfach den Tag anhalten und nicht weitermüssen…Letztens bin ich an 2 vorbeigelaufen, die spielten nicht, sondern saßen nur grad da und wollten dann wohl loslegen. Ein Akkordeon und ein Saxophon! Ich wär fast hingegangen: Äh, Entschuldigung, ich hab grad nich so viel Zeit, aber könntet ihr vielleicht was spielen, weil euch zu HÖREN würde mir jetzt grad mehr geben, als euch zu SEHEN!? Aber ich hatte ja wie gesagt keine Zeit.
Am Donnerstag musste ich SCHONWIEDER morgens an die Uni. Das war recht unspektakulär. Mittags ess ich wohl jetzt immer bei Julia. Die wohnt ja gleich neben der Uni und kochen kann sie auch. Das passt doch super! :) Nachmittags hab ich dann den Marou getroffen. Der hatte sich auf meine Annonce gemeldet für Deutsch-Nachhilfe und fragte mich aber witzigerweise, ob ich auch Frz- Nachhilfe geben könnte. Er kann ganz gut frz eigentlich, will nur ein bisschen mehr sprechen und meiner Ansicht nach, ist es eigentlich eine Frage des Selbstbewusstseins. Denn er sagt selber, dass er vor allem gegenüber seines Profs nicht weiß, wie er sich ausdrücken soll. Na ja, da ich keine große Arbeit damit habe und ja Frz sowieso sprechen kann, kommt mir das doch ganz gelegen. Ein bisschen Taschengeld für mich.
Und am Donnerstagabend war ich dann ja noch bei Christina und das Ergebnis dieses Abends habt ihr ja bereits wenige Minuten danach hier gepostet bekommen unter dem schönen Titel „woooohoooo!“ – aber das beschreibt es einfach am besten. Wir haben ja eigentlich diese Reise nur so grob geplant und nach den Preisen geschaut und so und dann dachten wir uns, ja, warum buchen wir das denn jetzt nicht einfach? Wir wissen doch, dass wir da hinwollen. Und dann haben wirs einfach gemacht. Und ich kann es immer noch nicht so richtig fassen. Es ist ja auch noch jede Menge Zeit bis dahin, aber wenn das hier so weitergeht, dann vergeht diese Zeit auch wie im Flug...
Am Freitag hab ich mich an der Uni mit der Gruppe getroffen, mit der ich das Projekt in interkultureller Psychologie habe. Danach hab ich einen Stadtführer für New York und einen für Boston gekauft. :) Voller Vorfreude. Und am Abend waren wir beim Eröffnungsspiel der Fußball-Frauen und dann –Männer unserer Carabins gegen die Citadins der UQAM (eine Uni im Stadtzentrum). Wie erwartet war die Stimmung bei den Mädels noch nicht sooo der Knaller und das Stadion war halb leer. Gewonnen haben wir trotzdem. Und danach waren die Männer dran und da hab ich mich zu was ganz Bescheuertem breitschlagen lassen. Die Mädels hatten keine Lust mehr und wollten nach 20Minuten gehen…Na, da bin ich selbstverständlich nicht alleine dageblieben. Aber das waren schon auch Mädels, die teilweise sicher noch nie ein Fußballspiel gesehen haben und die es zumindest nicht interessierte. Da kamen Weisheiten wie: "Generell ist es sowieso immer so, dass die Heimmannschaft gewinnt, hat mir jemand erzählt." Oder wir mussten erklären, warum da jetzt abgepfiffen wurde, wo es doch so spannend war und so eine gute Chance für uns…ja, es war halt Abseits…Das konnten sogar die Ösis den Franzosen erklären, obwohl sie zugeben mussten, dass Österreich jetzt nicht sooo die Fußballnation ist. Frankreich ja aber auch nicht…ha ha. :) Na ja, dann sind wir halt was essen gegangen. Die Weisheit für mich am Ende des Tages: Wenn man Fußball nicht mag, sollte man vielleicht auch einfach nicht hingehen!? Aber dann das Essen mit den Mädels war auch super und lustig wie immer.
Am Samstagmorgen hab ich angefangen, meinen Berg an zu lesenden Texten zu bewältigen. Am Nachmittag haben wir uns Räder geliehen und sind bei herrlichstem Sonnenschein 35km entlang des Lachine-Kanals und des St.Lorenz-Stroms geradelt. Das war sooo großartig. Und da ist mir erstmal wieder aufgefallen, wie sehr mir eigentlich das Radfahren fehlt. Im Mai 2010 war das, als sie mir das 2. Fahrrad geklaut haben. Seitdem hab ich ja eingesehen, dass das wohl in meiner Wohngegend einfach nichts bringt, solang ich keinen Balkon hab oder so. Das hat mir also am Samstag unheimlich gefallen und noch dazu ist das alles ja grad 10km von Downtown entfernt und schon so grün und so toll! Es gibt auch einige Fotos davon. Am Abend sind wir dann noch an einem Laden mit Cupcakes vorbeigekommen. Cupcakes sind so was wie Muffins mit einer Füllung und einer Creme obendrauf. Gibt es in allen möglichen und unmöglichen kalorienbombigen Varianten. Also über Kalorien darf man da tatsächlich nicht nachdenken, sonst macht es keinen Spaß mehr, aber ich hab mir gestern Abend dann einen Karamel-Cupcake gegönnt und es war ein Traum. Und ein schönes Andenken von gestern hab ich noch: Mein Poppes tut soooo weh! Aber toll wars. :)
Ja, und dann war schon Sonntag. Ich hab das Haus nur kurz verlassen, um 2-3 Sachen zu erledigen und ansonsten war ich heute tatsächlich fleißig. Mein Kopf kriegt eine gute, multilinguale Mischung gefüttert, da ja die meisten Texte auf Englisch sind und einige auf Französisch. Da ich sie aber alle bisher nur auf dem Laptop gespeichert und noch nicht ausgedruckt habe, tun mir jetzt auch gut die Augen weh. Und mein stundenlanges Schreiben hier tut sein Übriges dazu.
Was könnte euch sonst noch so interessieren aus dem fernen Kanada?
Es gibt hier keine Schokolade, oder fast. Es gibt eigentlich nur teure Lindt-Schokolade oder so riesige Tafeln. So 300g oder so. Und die dann für $4-5. Dafür stehen sie hier total auf Bonbons und Zuckerkram./Wenn man in dem Park, wo wir entlang geradelt sind, die Vögel füttert, riskiert man bis zu $100 Strafe – da standen überall so Schilder. / Die Kanadier sind super sportlich. Das ist ganz toll, man kann hier fast alles machen. Da waren Surfer und Kanufahrer unterwegs, Jogger, Skater, Radfahrer, alles…
Also mehr Neues fällt mir jetzt auch nicht ein. Einen lieben Gruß noch speziell an Mittelstille. Euer Rucksack leistet mir ganz treue Dienste! Danke. :)
Dann bis zum nächsten Mal.
Die Franzi
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