Montag, 19. September 2011
Auch Cheerleader haben Cellulite...
Halli hallo hallöle,

jetzt ist hier schon ein Monat rum! Ich werd wahnsinnig. Am 17. August ging alles los und die Zeit vergeht so schnell…(außer am Donnerstagmorgen in interkultureller Psychologie, da vergeht sie recht langsam seltsamerweise…) :)

Ich war auch diese Woche wieder viel unterwegs, hab viel Neues gesehen und viel Spaß gehabt.

Z.B. am Dienstag, da waren wir im Yeah! – das ist eine Kette, da gibt es „Frozen Yoghurt“ – also eine Art Eis auf Joghurtbasis. Du gehst da hin, nimmst dir einen grooooßen Becher und füllst zuerst einmal Eiscreme in verschiedensten Geschmacksrichtungen ein, so viel du willst. Und dann gehst du mit deinem Becherchen ans „Buffet“ und machst oben drauf alles an Bonbons, Früchten, Keksen, Schokostreuseln und verschiedensten Soßen, was du magst und so viel du magst. Bezahlt wird nach Gewicht. Ähnlich wie bei den Cupcakes und vergleichbaren landestypischen Spezialitäten wird vom Kalorienzählen tendenziell eher abgeraten. Aber ich geb schon zu, dass ich da mit soooo großen Augen in den Laden kam. :)

Wenn wir einmal dabei sind: Am Mittwoch habe ich dann auch endlich eine weitere Spezialität Canadas probiert – wenn nicht sogar DIE Spezialität. Es handelt sich dabei um die „Poutine“. Klingt total abartig: Das sind Pommes mit einer Art Mozzarella -Käse und dann so was wie Bratensoße drüber. Also das wäre die klassische Variante, die es hier sogar bei McDonalds gibt. Dann gibt’s dass aber auch mit Fleisch, mit Zwiebeln, mit Pilzen oder mit Bolognese. Ich hab mich zum Anfang mal für die klassische Variante entschieden. Ich hatte auch gut Hunger, da ich anstatt eines Mittagessens lieber Schwimmen war (Mittwoch 20h15 bei euch…meine Schwimmzeit). Vielleicht war es also der gute Appetit, der mich meinen Teller hat aufessen lassen. Gegen Ende fand ich’s aber schon etwas „écoeurant“, wie der Franzose sagen würde…Auf jeden Fall ist diese Poutine auch was, was man hier wohl gerne 5h morgens nach einer durchtanzten Nacht isst. Die Restaurants haben häufig auch rund um die Uhr geöffnet.

Danach waren wir noch in der Bar St. Sulpice. Das ist die größte Bar Canadas – mit einer riesigen Terrasse und einem Innenbereich über 4 Etagen. Nachdem wir Dienstagabend beispielsweise im schlimmsten Gewitterguss nach Hause laufen mussten, konnten wir am Mittwochabend noch draußen sitzen. Jetzt ist auch wieder schönstes Wetter, so schön, dass ich mir am Samstag doch tatsächlich einen leichten Sonnenbrand im Gesicht zugezogen hab. ICH!

Denn am Samstag, das war total genial. Da war ich bei meinem ersten American Football – Spiel. :D Unsere Uni gegen St. Marys und wir haben uns das volle Programm gegönnt: schön Tailgate vor dem Spiel. Das Tailgate ist eine Art Party und Picknick und BBQ vor dem Spiel. Dort stehen also Grills (Grille? Grillgeräte!) bereit und jeder kann seine Sachen mitbringen und grillen. Und man darf sogar Bier trinken, was man ja sonst draußen nie darf. Und das alles bei dem Megawetter. Und dann ging das Spiel los, so richtig mit Nationalhymne und Cheerleadern und so. Was voll lustig war, war, dass uns WÄHREND des Spiels einfiel, wir hätten eventuell mal bei Wikipedia schauen sollen, wie dieses Spiel überhaupt funktioniert. Das war so lustig, wir sind mit unseren Luftdingern zum Lärmmachen immer aufgesprungen, wenn alle andern aufgesprungen sind, haben Geschrien ohne Ende, ich hatte am Ende kaum noch Stimme. (Lärm machen konnte ich als Kind schon super.) Und das alles ohne zu wissen, warum. Lisa meinte einmal beim Aufspringen so: „Er hat den Ball gefangen! Yeah! Du bist der Größte!“ Das war vielleicht ein Spaß. :) Aber so mit der Zeit haben wir so 2, 3 Sachen auch verstanden und dann konnte ich sogar mal selbst erkennen, wann es spannend wird und ich aufspringen sollte. Das Ganze ist übrigens tatsächlich sehr amerikanisch, also englischsprachig. Da ging es nur „Come on guys!“ und „Go get it!“ und zwischendrin von mir “ JAWOHL!”. :) Ach, wir hatten so einen Spaß. Und da war das dann, wo ich mir den Sonnenbrand geholt hab, denn das Spiel geht 4 mal 15 Minuten, die Zeit wird aber permanent immer wieder angehalten, sowie der Spieler mit dem Ball praktisch zu Fall gebracht wurde. Also alle 5 Sekunden. Insgesamt saßen wir da 3einhalb Stunden!
Nach dem Spiel sind wir dann übers Spielfeld rausgegangen und dabei vorbei an all den Spielern. Ich meinte nur so zu den Mädels: „ Meine Güte, die sind ja ganz schön groß!“ und Lisa meinte: „Ja, und die stinken auch ganz schön.“ Was auch stimmte.
Fazit des Tages: American Footbal ist kompliziert, die Spieler sind stinkende Kleiderschränke und auch Cheerleader haben Cellulite.

Danach waren wir dann noch im Park Mont Royal am Lac aux Castors und haben dort unser Picknick fortgesetzt und beendet.

Und heute, also am Sonntag, waren wir auch wieder in diesem Park aber an einer anderen Stelle. Dort ist jeden Sonntag das sogenannte „Tamtam“. Da treffen sich alle möglichen Leute mit jeglicher Art Musikinstrument und spielt dort irgendwas zusammen. Das ist ja so genial. Da kann man stundenlang Leute beobachten. Da sind Kinder, Studenten, Rentner mit allem möglichen Getrommle und Gitarren und Kastagnetten und ein Saxophon war da und überhaupt einfach alles. Unheimlich viele Hippies, Leute mit Dreadlocks und Rastas, eine Frau hatte einen Papagei auf der Schulter…nebenher Jongleure, Slackliner, Artisten. Einfach eine unglaublich bunte Mischung. Alle kommen da hin und wollen ihren Spaß, es gibt kein schiefes Angucken…also irgendwie ganz Hippie alles. Und gekifft wird übrigens auch ganz ungeniert.

So, und jetzt ist die Woche auch wieder rum. Ich muss heut Abend noch ein bisschen was tun, wie immer. Meine ganzen Texte werden irgendwie immer so zwischen 2 Events gelesen. Nächste Woche wird’s natürlich auch nicht besser. Lisa hat morgen Geburtstag, das wird gefeiert. Dann sind diverse Studentenpartys, mal sehen, ob ich mich da auch mal blicken lasse. Außerdem organisiere ich gerade mehrere Reisen: das Wochenende vom 1.Oktober wollen wir nach Toronto und an die Niagarafälle, das Wochenende danach hab ich vielleicht die Gelegenheit, zum Campen und Kanu fahren in den Nationalpark zu gehen. Für Ende Oktober brauchen wir noch Unterkünfte in Boston und New York, was sich als gar nicht mal so leicht erweist. Und wir haben diese Woche in einigen Museen und im Botanischen Garten und so freien Eintritt. Nur diese Woche. Ach, und nebenbei studiere ich. Manchmal. Ach und genau, meine Uni in Frankreich geht mir auch auf die Nerven, weil die mich stressen und meinen, ich muss ja jetzt alles gleichzeitig noch machen, wie die zu Hause gebliebenen. Also mach ich praktisch grad 2 Semester parallel, was es nicht leichter macht.

Und zu guter Letzt ist da noch mein Mitbewohner, den ich von Tag zu Tag einfach ekliger finde. Letztens hab ich mich mal aufgerafft, den Balkon zu kehren. Ich habe sogar auf dem Tisch GEKEHRT, weil einfach überall seine Kippen und die Asche liegen. Die Kaffeemaschine kann er auch benutzen, aber saubermachen klappt noch nicht so gut. Immer wenn ich mir einen Kaffee machen will, ist noch ein Rest in der Kanne und der Filter mit dem Kaffeematsch ist auch noch drin. Und ich seh ihn auch voll selten, sodass ich ihm das bisher auch noch nich mitteilen konnte. Genauso wie die Geschichte mit dem zusammengeschobenen Duschvorhang und der geschlossenen Badtür nach dem Duschen. (vom hochgeklappten Klodeckel red ich jetzt nicht)Wir haben da kein Fenster im Bad und manchmal, wenn ich auf Toilette gehe, mach ich die Tür auf und denke, ich komm in die Sauna, weil der Typ nach dem Duschen wieder zumacht. Merkt der das nicht? Haben wir nicht schon genug Schimmel im Bad? Sind Männer IMMER so? Weil dann informier ich mich vielleicht doch schon mal über Adoption. Aber bisher hab ich einfach die Hoffnung, dass es sich hierbei um ein besonders ekelhaftes, trinkendes, rauchendes Exemplar handelt.

Nun gut, dann will ich mich mal wieder um diverse Studien über Kindesmisshandlung kümmern. Ein spaßiges Programm am Sonntagabend, aber irgendwer muss es ja machen. Euch dann eine schöne Woche und bye bye! :)

die Franzi

... link (2 Kommentare)   ... comment